Hurrikan - der Name ist Programm. Der neueste in Deutschland erschienene Roman von der britischen Jockey-Legende Dick Francis bietet wieder einmal das, was der Leser vom Altmeister des Kriminalromans erwarten darf. Das sind: Ein sympathischer Ich-Erzähler, eine reizvolle Location und ein Plot, der nicht bloß spannend ist, sondern eindrucksvoll beweist, daß Francis über den Teller- bzw. Turfrand hinausblicken und mehr als nur "Pferdekrimis" schreiben kann. BBC-Meteorologe Perry Stuart ist der Protagonist des Romans - und stellt sich, getrieben von unbändiger Abenteuerlust und wissenschaftlich motiviertem Forscherdrang, der Herausforderung, einen Hurrikan zu durchfliegen. Außer der meteorologisch-menschlichen Extremerfahrung schlittert Stuart in Situationen, die sich als weit gefährlicher erweisen als der Flug ins Auge des Wirbelsturms. Der mittlerweile 80jährige Witwer Francis hat sich als Ort der Handlung die Idylle der Cayman-Islands (übrigens der Altersruhesitz des Autors)ausgesucht - ein wunderbarer Kontrast zu den menschlichen Abgründen und Verbrechen, die der Leser dank der Ich-Perspektive hautnah miterleben kann. Ich finde, das ist Suspense pur - und, wenn auch keine Hochliteratur, ein echter Wirbelsturm der Kriminalliteratur.