Höre das Solo-Album des Alkaline Trio Bassisten und Mitsängers schon eine Weile und bringe hier nun eine kurze Meinung dazu zu Papier.
Dan Andriano hat wie viele Musiker mit Punkrockhintergrund eine Solo-Platte mit folkig angehauchter Stimmung im Feuer. Chuck Ragan von Hot Water Music und Konsorten haben's ja schon erfolgreich vorgemacht. Sollte ja auch nicht all zu schwer sein. Akkustikgitarre umgehängt, Flannelhemd an und das Tempo drosseln. Doch darin liegt auch schon das Problem...nicht so zu klingen, wie alle anderen, die das auch so machen. Dan Andriano macht mit dieser Platte allerdings nicht viel anders. Er spielt größtenteils akkustische, meist ohne weitere Musiker vorgestragene, kleine Songs. Diese mögen zu Beginn des Hörens auch noch nichts besonderes sein.
Es sind die Ruhe und die leisen Töne, die dieses Album in bestimmten Momenten magisch machen. Zum Teil klingen diese dann wie von ihm ohne Strom vorgetragene Songs seiner Hauptband Alkaline Trio (zum Vergleich deren Song "Fine" vom letzten Album 7). Jedem der Songs haftet eine gewisse Melancholie an, allerdings ist diese nicht so schwarzmalerisch und verzweifelt, wie es bei vielen Alk3 Songs gern der Fall ist. Dan geht die Sache hier ein wenig anders an und am Ende des Dunkels scheint auch immer ein kleines Licht. Da ist dann ein Song wie "from this oil can", er kommt auf ganz leisen Sohlen geschlichen und packt einen direkt in der emotionalen Magengrube. Konventionellere Songs gibt es auch auf dem Album zu finden, wie das komplett in Bandbesetzung eingespielte "on monday". Mein persönliches Highlight bleibt aber auch nach unzähligen Durchläufen der Titeltrack "Hurricane Season". Warum kann ich noch nicht mal sagen...das Schlagzeug am Anfang, die Stimmung an sich, der Text, alles einfach oder vielleicht einfach die oben genannte Magie.
Dan Andriano legt hier bei Weitem kein perfektes Album vor, allerdings packt es mich im Vergleich zum ebenfalls kürzlich erschienenen Output des Kollegen Ragan oder auch des Akkustikalbums des Alkaline Trios. Auch ist es dem Solo-Album des Bandkollegen Matt Skiba um Welten voraus. Das Album ist und wird sicherlich nicht jedermanns Ding...aber zumindest meins.