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am 2. August 2014
Der Journalist Henryk M. Broder beschrieb 2006 die aktuelle politische Situation Europas folgendermaßen: Einerseits erheben islamische Vertreter wachsende Ansprüche auf eine Regulierung unserer Lebenswelt in ihrem Sinne, andererseits besteht die Bereitschaft „gutmenschlicher“ Westler, die Schuld an Terrorismus, Islamismus und Gewalt ausschließlich bei sich selbst zu suchen. In seinem Buch Hurra, wir kapitulieren! bringt er viele Beispiele für diese Einstellung, die er mit Chamberlains Appeasement-Politik vergleicht. Eines davon waren die feigen Reaktionen auf die künstlich erzeugte Empörung der islamischen Welt über die dänischen Mohammed-Karikaturen, die man als „berechtigt“ interpretierte, während vergleichbare Verunglimpfungen (beispielsweise der Juden in arabischen Medien), deren Unangemessenheit und Zweck verschwiegen oder durch soziologische Erklärungen (mangelnde Integration, Armut usw.) verstehbar gemacht werden – ein Verhalten gemäß der „Godzilla-Logik“ (man darf das Monster nicht reizen) (S. 21-36). Weitere Zugeständnisse waren etwa die überflüssigen Entschuldigungen westlicher Politiker, empörte Kritik an Papst, der es wagte, ein historisches Dokument zu zitieren, die Empfehlung des Berliner Innensenator, die Deutsche Oper solle lieber Mozarts Oper „Idumineo“ aus dem Spielplan zu nehmen, weil das Stück möglicherweise „religiöse Gefühle der Moslems verletzen“ könnte, das Verbot religiöser Themen beim rheinländischen Karneval und viele andere Äußerungen und Kommentare von der Seite der Politik und der Medien. Man könnte die Liste fortsetzen.

Broder führt diese Haltung, das Wunschdenken, bzw. die „grenzenlose Bereitschaft zur Selbsttäuschung“ und Selbstbezichtigung der Europäer auf ihre Unwilligkeit zurück, die volle Wirklichkeit wahrzunehmen, wie sie ist. Statt dessen schalten sie lieber einen Filter, einen Weichzeichner dazwischen (S. 158). Was auch immer geschieht, die Verteidiger politischer Korrektheit und andere friedliebende Europäer wollen den sich radikalisierenden Islam als Bedrohung der westlichen Wertvorstellungen nicht wahrhaben. Dafür bietet der Autor eine einfache Erklärung: „Woher kommt die Entschlossenheit, Tatsachen zu leugnen oder sie so zurechtzubiegen, dass sie den Blick auf die Wirklichkeit versperren? Aus Angst. (...)/ Es ist nicht der Respekt vor anderen Kulturen, der das Verhalten der Menschen bestimmt, sondern das Wissen um die Rücksichtslosigkeit der Fanatiker, mit denen man es zu tun hat. Je wilder und brutaler sie auftreten, um so eher verschaffen sie sich Gehör und Respekt.“ (S. 30)

Die Angst mag berechtigt sein, obwohl offensichtlich auch noch weitere (etwa wirtschaftliche und politische) Motive ebenfalls im Spiel sind; doch ist zu fragen, ob man nicht durch diese Appeasement-Politik mit selektiver Anwendung humanitärer Kriterien Schlimmeres heraufbeschwört. Während sich in der islamischen Welt die Erkenntnis durchsetzt, daß sich politische und finanzielle Zugeständnisse durch Drohungen erpressen lassen, beeilen sich die Europäer aus einer Mischung aus Angst, wirtschaftlichen Interessen und postkolonialen Schuldgefühlen ihnen möglichst in allem entgegenzukommen und in „vorauseilender Kapitulation“ eigene Rechte und Freiheiten aufzugeben, lautet die zusammenfassende Diagnose. „Die Pose funktioniert nur deswegen, weil ihr mit der Drohung von Terror Nachdruck verliehen wird. Und weil vielen die präventive Kapitulation vor dem Terror als die richtige Antwort auf den ‚totalitären Utopismus’ erscheint, den die Terroristen predigen.“ (S. 156)

Das Schreckbild einer Schönen neuen Welt, in der Pazifisten, Menschenrechtler und selbsternannte Volkserzieher einen Bund mit Islamisten und Terroristen schließen, ist keineswegs so absurd, wie es auf den ersten Blick erscheint. Diese Interpretation entspricht auch Broders Schlußfolgerung: Für viele nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entwurzelte Linke, Salonrevoluzzer, Utopisten und Weltveränderer, die schon immer für autoritäre und totalitäre Versuchungen anfällig waren, bietet der Islam den letzten Strohhalm oder eine neue Verführung an. „So wie jeder Dammbruch mit winzigen Haarrissen anfängt, so rücken pathologische Ideen von den Rändern der Gesellschaft in ihr Zentrum vor. Der Antiamerikanismus war vor 20 Jahren eine marginale Erscheinung im ‚Anti-Impi’-Milieu. Heute gehört er zum politischen Mainstream. Auch die Vorstellung, dass man sich beizeiten mit dem Islam arrangieren sollte, ist längst in der Mitte angekommen.“ (S. 163).

Was soll man noch dazu sagen? Man muß nicht unbedingt Broders polemische Art mögen, Sachverhalte darzustellen. Aber er bringt es immer auf den Punkt. Es ist stichhaltig und aktueller denn je.
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am 19. Februar 2007
Mit Amusement und Erschrecken habe ich das Buch von Herrn Broder gelesen.

Ich kann allen Zweiflern und "Gutmenschen" die dieses Buch als platte Polemik ansehen empfehlen mal vier Wochen öffentliche Verkehrsmittel in Berlin zu nutzen, um die alltägliche Gewalt von türkisch- und arabischstämmigen jungen Männern in Berlin zu begegnen. Dieses Auftreten als "Herrenmenschen" gepaart mit Sprüchen wie z.B. "Du kannst mir ja die Füße küssen ich bin Türke" und/oder "Was willst Du eigentlich? Ihr habt doch in Eurem Land nichts mehr zu sagen, was gemacht wird bestimmen wir" schockiert mich immer wieder.

Ich möchte nicht alle musliminschen Männer über einen Kamm scheren, aber wo ist die die türkische Community zum Beispiel, um sich über das Benehmen dieser von mir angesprochenen Gruppe zu entrüsten?

Wo sind die, die sich darüber entrüsten das türkische Anwältinnen die sich für die Rechte von Frauen einsetzen und einsetzten jahrelang Morddrohungen aus den eigenen Reihen erhalten?

Wo waren die türkischen Verbände bei der Gedenkfeier für die junge Frau die im letzten Jahr durch die Hand ihres Bruders zu Tode kam, da sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte?

Auf diese Frage äußerten die durch die Presse angefragten Verbände "Es wäre keine Absicht gewesen nicht zu Erscheinen, sondern ihnen sei der Termin nicht mitgeteilt worden.

Ein Projekt der Aids-Hilfe in Berlin das umziehen mußte, da die Nachbarschafft nicht mehr genügend Sicherheit für die Gäste sichern konnte.

Wir sollen Respekt haben und werden auf der anderen Seite angepöbelt, weil wir angeblich die Gefühle unserer "Gäste" verletzen. Ich wähle diesen Begriff mit Bedacht, da ich jeden Menschen egal welcher Hautfarbe, des Geschlechtes, der kulturellen oder sexuellen Identität hier willkommen heiße, wenn er oder sie bereit ist sich auf unser demokratisches Staatsgefüge und den damit verbundenen Rechten UND Pflichten einzulassen. Den Rest bezeichne ich als "Gäste".

Ich als schwuler Deutscher mit italienischem Migrationshintergrund schäme mich für die Gleichgültigkeit unserer Regierung. Sie verschließen die Augen und sehen bzw. nehmen nicht mehr wahr in welche Richtung dieses Land steuert.

Integration ist keine Einbahnstrasse! Dies sagen türkische Arbeitskolleginnen und Kollegen ebenfalls mit denen ich arbeite.

Es wird immer auf die Bildungsmisere eingegangen. Wer hält den gerade die jungen Männer mit Migrationshintergrund davon ab deutsch zu lernen, sich nach der Schule hinzusetzen, um ihre Schulaufgaben zu machen, einen guten Schulabschluß zu erreichen und damit einen Einstieg ins Berufsleben zu gestalten?

Ich höre von den genannten Gruppen immer nur Begriffe wie Respekt und Ehre.

Lieber wären mir die Begriffe Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Menschenwürde und Toleranz.

Begriffe mit denen ich in meinem Elternhaus und meinem Umfeld aufgewachsen bin.

Nur wer dafür steht, hat meinen Respekt. Unabhängig von Glauben oder Herkunft.

Deshalb ist das Buch von Herrn Broder für mich als Denkanstoß anzusehen und ich empfehle es nochmals es mit offenen Augen zu lesen.
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am 23. Mai 2007
Wer heutzutage auch nur ansatzweise kritisch eine Augenbraue wölbt über das Verhalten bestimmter in Deutschland lebender Ausländer, wird sehr schnell als "ausländerfeindlich" und "rechtsextrem" in eine Schublade gesteckt, aus der er nur schwer wieder herauskommt. Broder scheut dieses Risiko nicht, sondern befasst sich schonungslos mit der Frage, weshalb eigentlich "der Westen" grundsätzlich vor tobenden, randalierenden und religiös fanatisierten Massen einknickt und kapituliert und damit die Werte verrät, für die er doch sonst in aller Welt einzutreten vorgibt.
Broders Verdienst dabei ist es, die allseits beliebten - und letztlich beschönigenden, dabei jedoch pauschalisierenden - Termini wie "Ausländer" oder "Migrationshintergrund" zu vermeiden und zum Punkt zu kommen. Schließlich, so Broder, gibt es viele Menschen gerade in Deutschland, die aus verschiedenen Kulturen stammen, Migrationshintergrund haben und sich dennoch integrieren. Es sind fast ausnahmslos türkische oder arabische Moslems, die durch Integrationsunwilligkeit, Bildungsfeindlichkeit sowie permanente Gewaltbereitschaft von sich reden machen und dadurch bei schlichten Gemütern eine pauschale Ausländerfeindlichkeit schüren.
Nun ist diese Feststellung grundsätzlich nicht neu, wie jeder Achtjährige heute feststellen kann. Doch Broders Ansatz zur Ergründung dieses Phänomens weicht elementar von der heute allgemein vorherrschenden - oder vorzuherrschenden - Meinung ab, denn er sucht die Fehler nicht per se bei uns, sondern in der Kultur und Religion derer, die für sich die höchste Toleranz einfordern, selbst aber in einem Maße intolerant und menschenverachtend sind, dass man in der Tat von einer neuen Form von Faschismus reden kann. Umso erschreckender ist es, dass diesen Religionsfaschismus keiner wahrhaben möchte. Man wähnt sich tolerant, wenn man über islamische Gewaltakte zum Beispiel auch gegen islamische Frauen hinwegsieht oder diese, egal, wie brutal sie sind, mit der Mentalität der Täter zu rechtfertigen sucht. Dabei sind es genau diese Gutmenschen, die über die Appeasementpolitik 1936 bis 1939 gegenüber Hitler heute den Kopf schütteln.
Zweifelsohne ist Broders Buch polemisch, überspitzt, provozierend - ja, an manchen Stellen neigt es zu Plattheiten. Und, ja, Broder arbeitet ohne Fußnoten oder Quellennachweise. Da es aber keine wissenschaftliche Abhandlung sein soll, sondern die Meinung eines Einzelnen, der vor bestimmten Gefahren warnt, fällt dies zumindest bei mir nicht negativ ins Gewicht. Im Gegenteil: "Hurra, wir kapitulieren" sei hier jedem empfohlen, der die "Lust am Einknicken" verloren hat.
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am 26. Juli 2008
Broder ist jemand, an dem sich die Geister scheiden. Viele nehmen ihm seinen bedingungslosen Proamerikanismus übel, dass er in Talkshows mit Stars-and-Stripes-Krawatte auftritt und, seit dem 11. September, dass er "Stimmung gegen die Moslems" macht; besonders in Zusammenhang mit seinem Buch "Hurra, wir kapitulieren!", das vor 2 Jahren erschienen ist, wurde ihm das vorgeworfen.

Broder stellt sich geschickter an als Oriana Fallaci ("Ich will unsere Kultur verteidigen, verdammt!"), da er den Akzent nicht auf die Taten oder Untaten der Islamisten legt, sondern auf die Reaktionen darauf vor allem von europäischer Seite, und diese Reaktionen den islamistischen Taten und Umtrieben gegenüberstellt. Dabei zeigt sich eines: Dass der "Dialog auf gleicher Augenhöhe" nicht stattfinden kann, solange die andere Seite nicht zum Dialog bereit ist. Zu einem kritischen Dialog gehört die Bereitschaft zur Selbstkritik, doch darin zeichnen sich vor allem wir Europäer und weniger die Moslems aus. Man bedenke die Reaktionen offizieller Islamvertreter zu Gewalt und Terror, vonwegen "Das ist ganz untypisch für den Islam", "Die Attentäter waren gar keine richtigen Moslems" usw. Wenn wie vor Kurzem in der Uno die Scharia zur Diskussion gestellt wird und die Vertreter islamischer Staaten es ablehnen, darüber zu diskutieren, dann merkt man schnell, wie es um den kritischen Dialog bestellt ist. Wer außerdem mehr über die Lust am Beleidigtsein und vom Appeasement im Kleinen erfahren will, dem empfehle ich die Seiten des Muslim Markts, wo einem nichtmuslimischen User grob über den Mund gefahren wurde, weil er die Frechheit hatte, sich "PigRace" zu nennen. Symptomatisch war auch eine Sendung auf Phönix, eine Diskussionsrunde zum thema "Das Kreuz mit dem Halbmond", wo es um den Kölner Moscheebau und um Muslime unter Generalverdacht ging. Da wollte Necla Kelek die ganze Zeit was erklären, und Aiman Mazyek, ein Vertreter des Zentralrats der Muslime, dachte überhaupt nicht daran, ihr das Wort zu überlassen, er hatte sie ständig abgewürgt. Das Publikum empörte sich über Mazyek, und Guido Knopp, der die Sendung moderierte, ermahnte - das Publikum wegen seines "unzivilisierten" Verhaltens! Er hatte es vorher jedoch nicht für nötig gehalten, Mazyek wegen dessen rüpelhaftem, in hohem Grade unzivilisiertem Verhalten zu ermahnen. Darum, um eine solche Haltung, geht es in Broders Buch.

Fazit: Man muss Broder nicht bejubeln, aber man muss zugeben, dass er mit diesem Buch gar nicht so falsch liegt. Er bringt es auf den Punkt: "Wer als Reaktion auf Geiselentführungen und Enthauptungen, auf Massaker an Andersgläubigen, auf Ausbrüche kollektiver Hysterie mit der Forderung nach einem »Dialog der Kulturen« reagiert, der hat es nicht besser verdient." Wo er Recht hat, hat er Recht.
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Henryk M. Broder gehört zu den scharfsinnigsten Autoren in Deutschland. Mit einer einfachen Fragestellung oder einem simplen Vergleich, der genau den wunden Punkt trifft, entlarvt er mit einer schlafwandlerischen Sicherheit die vermeintlichen Lebenslügen des politischen Establishments und des Beifall klatschenden Fußvolkes. Seine ironischen Texte zu lesen, ist ein intellektueller Genuss. Dieses Buch (Original 2006) wird nun bald zehn Jahre alt. In ihm beschreibt Broder die beginnende und immer mehr an Schwung gewinnende Islamisierung Deutschlands, die es selbst heute noch angeblich nicht gibt. Und er fragt sich, warum das politische Establishment von ganz oben bis in die Kreisliga immer mehr als fundamental geltende europäische Werte aufgibt und zurückweicht. Die hiesige Bevölkerung hätte sich den Neuankömmlingen eben anzupassen. Offen wird das nicht gesagt, dafür umso mehr im täglichen Leben eingefordert. Dass das nicht ohne Widerstand bleiben wird, dürfte jedem klar denkenden Menschen mit ein wenig Lebenserfahrung einleuchten.

Warum, so fragt sich Broder, weichen die selbsternannten politischen Eliten immer nur feige zurück und geben die über viele Jahrhunderte bitter erkämpften europäischen Standards auf? Seine Antwort lautet: aus Angst. Aus Angst vor wegbrechenden Märkten, aus Angst vor aggressiven Reaktionen, aus Angst vor Terror oder aus Angst vor Unruhen im eigenen Land, etwa wie vor einigen Jahren in Frankreich. Ist das tatsächlich so? Vielleicht stimmt diese Antwort bei vielen dieser Leute tatsächlich. Aber es gibt auch eine andere Antwort, die ganz nebenbei ebenso erklärt, warum Europa plötzlich wieder in Ost und West gespalten ist und sich diese Spaltung auch in Deutschland politisch in Wahlergebnissen ausdrückt.

Große Teile des politischen Establishments in Westeuropa teilen die Werte, die sie ständig vor sich hertragen in Wirklichkeit gar nicht. Sie können sie deshalb auch nicht aufgegeben oder verraten, weil sie sie nie wirklich als die ihren angesehen haben. Die politische Klasse in Osteuropa dagegen stammt zu großen Teilen aus einer Volksbewegung gegen die ehemaligen kommunistischen Partein. Die sozialistische Rhetorik vieler Westeuropäer kommt ihnen seltsam bekannt vor. Und sie wehren sich dagegen, ihre Freiheit, die sie gerade erkämpft haben, wieder zu verlieren. Westeuropäische Politiker dagegen stammen zu großen Teilen aus der kommunistisch unterwanderten 68er-Bewegung. Abgewandert in den bürgerlichen Wohlstand und die vom Steuerzahler abgesicherte Existenz haben sie dennoch die Grundzüge ihrer jugendlichen Ideologien niemals aufgegeben. Ihre demokratische Verwurzelung ist gering oder nicht vorhanden, was man deutlich in ihrer Verachtung gegenüber anderen Meinungen sieht.

Wer das Bildungssystem der verblichenen DDR durchlaufen hat, weiß sicher noch, dass sich die DDR-Oberen sehr wohl auf die bürgerlichen Revolutionen in Deutschland und ihre Errungenschaften berufen und sich selbst gewissermaßen als den eigentlichen Kulminationspunkt oder das Endziel schlechthin dieser Entwicklung betrachtet haben, obwohl sie ganz eindeutig totalitär dachten und handelten. Ähnliches passiert nun wieder. Große Teile der politische Klasse in Westeuropa und der Islam eint ein sicher verschiedener, aber im Wesen ähnlicher totalitärer Anspruch. Doch für beide Formen wird es keinen gemeinsamen Platz geben können. Das ist offensichtlich, wenn man in islamische Länder blickt. Zu vermuten oder zu hoffen, dass es doch gehen würde, ist die eigentliche große Lebenslüge des gegenwärtigen politischen Establishments.

Überall in Deutschland werden Beauftragte für die Gleichstellung der Geschlechter installiert. Gleichzeitig aber kapituliert die gegenwärtige politische Elite kampflos vor der offensichtlichen sklavischen Unterdrückung der Frau in islamischen Gesellschaften, die sich nun in Deutschland bilden. Broder nennt so etwas Appeasement und Feigheit. Ist es das tatsächlich? Oder ist es nicht vielmehr die Offenbarung einer bodenlosen Heuchelei, die Ihresgleichen sucht, oder der Beweis, dass solche und ähnliche Forderungen der Linken und Grünen in allen Parteien eigentlich einen ganz anderen Zweck hatten und haben? Vielleicht war das 2006 weniger deutlich als jetzt. Deshalb erfüllt das Lesen dieses und anderer etwas älterer Bücher einen guten Zweck: Man sieht die Dinge aus dieser Perspektive nämlich viel deutlicher. Deshalb ist Broders Buch auch nach zehn Jahren noch ein sehr lesenswerter und aktueller Text.

Am Ende nämlich bringt Broder die Sache auf den Punkt: "Dass ein überzeugter Sozialist mit dem Islam liebäugelt, ist nur auf den ersten Blick inkohärent. Denn es geht nicht um Inhalte - Sozialismus und Islam sind inkompatibel wie die freie Liebe und der Katholizismus - es geht um die Attitüde. Salonrevoluzzer, Weltveränderer und Utopisten waren immer für autoritäre und totalitäre Versuchungen anfällig." Wie wahr.
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am 20. Oktober 2013
Ein echter " Broder ", spitz formuliert, lesenswert auf den Punkt gebracht und gibt zum kritischen Nachdenken Anlass. Wie immer bei Broder: Man braucht die Positionen nicht blind zu übernehmen, sondern kann sie kritisch mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen vergleichen.
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am 1. Mai 2013
Toll ein Buch zu lesen von jemanden, der sich auskennt und sich getraut die gesellschaftlichen Probleme anzusprechen. Dieses ganze Öko-Linke-Tolleranz-Gefasel geht zu weit und stammt immer nur von Leuten, die beschaulich aufgewachsen sind und mit den wahren Gesellschaftlichen Zuständen, die man sehr eindrucksvoll in Berlin beobachten kann, noch nie konfrontiert wurden. Schlau reden und abwarten bringen nichts und ist so pädagogisch wertvoll wie eine anti-autoritäre Erziehung. Schade, dass es nicht viel mehr Menschen gibt wie Hr. Broder, die nicht nur über das Wissen und die entsprechende Position verfügen, sondern die Dinge auch noch ansprechen entgegen der Gefahr die eigene Wohlfühlzone verlassen zu müssen.
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am 11. Mai 2008
Keine andere Glaubensgemeinschaft mischt sich derart provokativ und mit Nachdruck in politische und gesellschaftliche Bereiche fremder, gastgebenden Staaten ein, als der Islam. Subversive Waffen wie beleidigt sein, Opferhaltung, Tabuzonen, umfassende Forderungskataloge mit dem Hinweis auf unsere einseitige Religionsfreiheit und Toleranz genügen dieser imperialistischen, in Form einer Religion daherkommenden Ideologie, welche weite Teile der europäischen Behörden und Medien mit einseitigen Zugeständnissen erwidern. Die Anwandlungen funktionieren nur deshalb so gut, weil den Forderungen mit Drohungen Nachdruck verliehen wird. Bloss keine Verurteilung der jugendlichen Randalierer in den französischen Vorstädten, unmöglich, dass diese keine berechtigten Anliegen verfolgen, bitte keine Erwähnung von augenfällig häufig bei dieser Gruppe auftretenden Delikten, und ja keine Darstellung ihres geschätzten Propheten, man könnte damit muslimisches Blut in empörte Wallung bringen. Hierzulande wird gerne Toleranz eingefordert und sich unserer Religionsfreiheit bedient, in Wirklichkeit stehen einseitige, handfeste Interessen in Aussicht. Eine Gesellschaft, die Appeasement als Integrationspolitik versteht und sich in Demutskultur und tadelloser Unterwürfigkeit übt, bloss um die Gegenseite nicht zu provozieren, lädt geradezu ein, sich erpressen zu lassen. Wenn die Empfindlichkeit gewisser muslimischer Gäste hierzulande massgebend würde, um unsere Freiheitsrechte zu begrenzen, dann wäre jedermann ermutigt, seine Fantasien auszuleben und sein Unbehagen an Kritik zum Ressentiment, zur Wut und schliesslich zum Fanatismus zu steigern.

Man mag Broder etwas zuviel Polemik und Sarkasmus verzeihen; wer aber seine Grundaussage in Zweifel zieht, betrachte einmal die Realität: Lehrpläne und Weihnachtsfeiern werden konfessionell neutralisiert, Muezzine dürfen jeden Freitag in ganz Amsterdam behördlich bewilligt dreimal am Tag von allen Moscheen rufen, der Bischof von Canterbury denkt laut über die Einführung der Scharia auf der Insel nach, Muslime fordern in europäischen Demokratien speziellen Einfluss auf die Gesetzgebung, Kritiker und Abtrünnige benötigen Polizeischutz.

Dass er mit seiner Analyse nicht Unrecht hat, beweisen mitunter die bösartigen, ja geradezu vernichtenden Rezensionen und Kommentare diverser Journalisten, die auch nicht zurückschrecken, den Autoren als psychisch krank einzustufen. Das ist eine bemerkenswerte Referenz. Broder kann es gelassen hinnehmen. Das sagt man in bestimmten Kreisen offenbar so daher, um Mulitkulti-Kritikern, die des selbständigen Denkens mächtig sind, zu verunglimpfen und deren Botschaft zu diskreditieren. Als zynischer Extremist an der Tastatur sorgt er jedenfalls dafür, dass sich der anmassende und einmischende Islam mit seinen Skeptikern auseinandersetzen muss. Von dessen naiven Hofierern im Westen für disqualifizierend befunden zu werden, ist die wahre Auszeichnung.

Das Buch datiert zwar von 2006, seine Botschaft unterliegt jedoch keinem Verfalldatum: Im April 2008 bringt der niederländische Politiker Wilders in einem Film Terroraktionen muslimischer Extremisten in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Koran. Folge? Muslime reagieren extremistisch und drohen mit Terroraktionen. Logisch, oder? Der Islam spricht für sich selbst.
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am 18. September 2006
Das Buch erscheint kurz bevor die gewalttätige Reaktion islamischer Fanatiker jene Papstäußerung zur islamischen Glaubensverbreitung mit dem Schwert in besonders paradoxer Manier eben durch Gewalt und massivste Vernichtungsdrohungen bestätigt. Davon beeindruckt, bemüht sich der Papst flugs um Appeasement und entschuldigt sich schon wenige Tage nach seiner Äußerung. Bei Galileo Galilei bedurfte es einiger Jahrhunderte.

Leider konnte Broder diese Episode nicht mehr in seiner pointierten Art und Weise aufarbeiten. Die gesammelten Betrachtungen zu Appeasement im Kleinen und Großen sind teils amüsant und teils erschreckend aber immer scharf beobachtet und intelligent karikiert. Ich habe das Buch in einem Zug verschlungen.

Wie weit wir in der Kapitulation vor der irrationalen Gewalt fortgeschritten sind, erkenne ich ganz persönlich als mir meine Lebensgefährten beim Schreiben dieser Rezension über die Schulter blickt und sich sehr besorgt darüber äußert, dass wir auch auf eine "Abschussliste" geraten könnten. Bei Broder lässt sich nachlesen, wie weit wir als Gesellschaft schon dem Stockholm-Syndrom der freiwilligen Unterordnung bis hin zur Verbrüderung mit den Tätern erlegen sind.

Was tun ? Vielleicht finden wir Hinweise in den säkularen Ansätzen der modernen Türkei. Anders als bei uns sind dort z.B. muslimische Verhüllungen in öffentlichen Gebäuden verboten und islamischer Religionsunterricht steht unter staatlicher Aufsicht.

Vielleicht ist es aber angesichts der beeindruckenden Geburtenraten unserer muslimischen Gäste schon zu spät und wir sollten auf gründlich deutsche Weise flott ins Mittelalter voranmarschieren. Ab sofort Burka statt Minirock.
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am 10. Januar 2013
Der Autor Hendryk M. Broder ist jüdischer Abstammung und ist durch seine kriegstraumatisierten Eltern dahingehend geprägt, daß er die Hysterie gegen alles Deutsche nicht leiden kann. Zum Anderen sieht er mit Schrecken, wie ungeniert der Islam seine Kultur ohne die geringste Rücksicht europaweit verbreitet.

So brauchen z.B. 2005 in Dänemark bei 5,5 Mio Dänen die 200.000 eingewanderten Moslems nur weltweit Rabatz zu machen, damit die dänische Regierung einknickt und sich alle möglichen Vertreter entschuldigen. Anlaß waren ein paar Mohamed-Karikaturen dänischer Journalisten zu denen die Moslems in fälschender Weise noch ein paar hinzugefügt hatten.

Die Befürchtungen kommen nicht von ungefähr. Wohin man schaut, die Politiker betreiben Appeasement-Politik gegenüber dem Islam mit dem man sich nicht streiten möchte. So gibt jeder Politiker nach, um ja nicht die moslemischen Gemüter zu erregen. Das schilderte der Autor in vielen Beispielen hoffnungloser Rückradlosigkeit.

Dann kommt der Autor darauf zu sprechen, wie der Westen vor der Hamas einknickt. Aber so etwas interessiert mich weniger. Auf jeden Fall haben die Israelis viel eher einen Grund abwehrbereit zu sein, als europäische Politiker, die das Problem noch nicht richtig sehen.

Insgesamt hat der Autor dieses Buch geschrieben, um die amerikanisch-westlich geprägte Kultur Europas gegen den Islamismus zu bestärken. Dabei fallen ihm die Widersprüche und Schwächen unserer amerikanisch geprägten Zivilisation gar nicht mehr auf, weil er damit im Einklang lebt. Scheidungsraten, Ehebruch, Prostitution und sinkende Geburtenraten sind für den Autor kein Thema. Im Prinzip wäre es leicht und simpel den Islam wegen seiner unbestreitbar unschönen Eigenschaften zu kritisieren. Weil der Autor aber zusätzlich ein Vertreter amerikanischer Freizügigkeit ist, braucht er dafür komplizierte Argumentationen um an den Fehlern unserer Gesellschaft vorbei den Islam zu kritisieren. Seiner Meinung nach brauchen die Journalisten und Politiker Europas sich nicht vor dem Islam zu verstecken, sondern sollten den Islamisten entschlossen entgegentreten, wann immer Grundwerte in Gefahr sind.
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