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Hurentaxi: Aus dem Leben der Callgirls
 
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Hurentaxi: Aus dem Leben der Callgirls [Broschiert]

Martin Auer
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

DAS BUCH GEWÄHRT WUNDERBARE EINBLICKE IN EINE WELT, DIE VOR ALLEM FÜR DEN GUTEN BÜRGER DA IST, DER ABER STETS SO TUT, ALS OB ER DIRNEN NUR VOM FERNSEHEN ODER VON FILMEN HER KENNE. ROLAND GIRTLER

Fünf Monate lang hat Martin Auer bei einer der größten Wiener Callgirl-Agenturen - deren Besitzerin inzwischen wegen mutmaßlichen Menschenhandels in Untersuchungshaft musste - als Fahrer gearbeitet und aufgeschrieben, was er dabei erlebt hat und was ihm die Mädchen während der Fahrt von einem Kunden zum anderen erzählt haben. Herausgekommen ist ein packender Bericht über den wirklichen Alltag der Callgirls, ohne Sensationshascherei, tragisch und komisch und manchmal skurril.

Der erste Teil liest sich fast wie ein Roman und erzählt die Geschichten unterschiedlichster Mädchen und Frauen, von ihren Ängste und Sorgen, ihren Glücksmomenten, ihren Liebesgeschichten, wie sie ihren Job, in dem sich alles um Sex und Geld dreht, bewältigen oder daran zerbrechen, wie sie ihre Familien unterstützen, wie sie mit ihren Zuhältern fertig werden, wie sie zu den Kunden stehen, von ihren Illusionen und Enttäuschungen.

Der zweite Teil analysiert das Erlebte und geht besonders auf die Veränderungen ein, die sich seit Roland Girtlers klassischer Untersuchung Der Strich auf dem Wiener Sexmarkt ereignet haben.

Über den Autor

Martin Auer wurde 1951 in Wien geboren. Er hat an der Universität das Studium von Germanistik und Geschichte geschwänzt und stattdessen Theater gespielt. Hat eine Band gegründet. Ist als Liedermacher aufgetreten. Hat die Weltrevolution vorbereitet (gratis). Als Texter für Werbung und Public Relations Übertriebenes, Unwahres und Einseitiges verbreitet (für Geld). Für Zeitungen gearbeitet. Sich zum Zauberkünstler ausgebildet. Hat über vierzig Bücher publiziert, davon ca. zwei Drittel für Kinder. 2005 wurde ihm für Verdienste um die Republik Österreich der Berufstitel Professor verliehen, was er ehrend, aber auch irgendwie lustig findet.

Auszug aus Hurentaxi. Aus dem Leben der Callgirls von Martin Auer. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

- Kaugummi habe ich auch gehabt -
Ich bin Fahrer gewesen für eine Callgirl-Agentur.
Ich habe die Mädchen zu ihrem Job gebracht und sie wieder nach Hause
gefahren. Ich habe das Geld von ihnen kassiert und es mit der Agentur
abgerechnet. Im Auto habe ich immer Kondome gehabt, 5 Stück für einen Euro,
für den Fall, dass sie einem Mädchen ausgehen. Und halterlose Strümpfe,
braune und schwarze. Das wird häufig verlangt, und dann ist oft keine Zeit,
dass ein Mädchen zwischen zwei Jobs nach Hause fährt und sich umzieht. Ich
habe auch immer Marlboro Light im Auto gehabt, dabei rauche ich gar nicht.
Die Mädchen waren dankbar dafür, wenn ihnen die Zigaretten ausgegangen
sind, die meisten rauchen viel zu viel, und ich war froh, wenn ich es eilig
gehabt habe, dass ich nicht wegen Zigaretten habe halten müssen. Kaugummi
habe ich auch gehabt für die Mädchen, oder Pfefferminzzuckerln. Heutzutage
wird von den Mädchen erwartet, dass sie küssen. Das hat es früher nicht
gegeben, eine Hure küsst nicht, hat es geheißen. Und Schmerztabletten,
Dolofort. Wenn ein Mädchen den dritten Tag Zahnweh hat und noch immer nicht
zum Zahnarzt will, dann sind Aspirin zu schwach.
Für einen Job habe ich 20 Euro bekommen.

- Gute Wienkenntnisse Voraussetzung -
Während ich das schreibe, sitzt Gosia mit ihrer Freundin Elzbieta draußen
in meiner Küche. Die Mädchen trinken Kaffee, rauchen und tratschen. Ich bin
der dritte Kunde gewesen, den Gosia in Wien gehabt hat. Dann bin ich ihr
Fahrer gewesen. Und jetzt schläft sie in meinem Wohnzimmer auf der Couch,
weil sie aufgehört hat und ohne Geld ist. Und alle sagen, haha, auf der
Couch! Aber so ist das. Gosia spricht man Goscha aus. Es ist ein polnischer
Name.

Einmal, als ich mit Gosia zu einem Job gefahren bin, hat sie mich gefragt,
warum ich eigentlich diese Arbeit angenommen habe. Ich habe nicht gesagt:
Weil ich ein Buch darüber schreiben will. Ich habe gesagt: Erstens brauche
ich das Geld. Und zweitens will ich die andere Seite kennen lernen. Und so
ist es auch gewesen. Ich habe ein Mädchen zu mir einladen wollen, dabei bin
ich auf dieses Inserat gestoßen, auf der Homepage von Belvedere-Escort:
"Aushilfschauffeur gesucht. Gute Wienkenntnisse Voraussetzung, vorzugsweise
Taxilenker!" Am nächsten Tag habe ich angerufen. Ich wollte die andere
Seite kennen lernen. Und es ist Zeit für mich gewesen, wieder einmal etwas
ganz anderes anzufangen.

Belvedere-Escort heißt nicht Belvedere-Escort. Und Gosia heißt nicht Gosia.
Natürlich habe ich alle Namen geändert, von Mädchen, Fahrern,
Telefonistinnen, Zuhältern und Kunden. Aber nichts von dem, was hier
erzählt wird, ist erfunden.

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