"Hurentaten" ist ein Geschichtenbuch aus dem "Huren"leben. Spannende Geschichten! Kuriose Geschichten! Lustige Geschichten! Interessante Geschichten! Realistische Geschichten! Vor allem aber: geile Geschichten! Es fiel mir wirklich schwer, mit dem Lesen aufzuhören und ein paar der Geschichten habe ich schon ein zweites Mal gelesen. Das ist nämlich praktisch an diesem Buch: Man kann, abgesehen vom Anfangsteil, der chronologisch aufgebaut ist, das Buch an jeder Stelle aufschlagen und loslesen. Das ist vielleicht auch gerade ein Kritikpunkt: Chronologisch sind die Geschichten nicht und das kann manchmal etwas unstrukturiert wirken.
"Hurentaten" ist keine Autobiographie. Die Autorin schreibt nicht über ihre Kindheit und Jugend, ihre ersten erotischen Erlebnisse und dramatische Liebes- und Drogenabstürze. Man findet auch keine Beschreibungen finanzieller und privater Disaster, Jammern über Ungerechtigkeiten und Reflexionen über den Horror, Prostituierte zu sein. Wahrscheinlich deshalb, weil Jackie E. es nicht so empfindet. Und dennoch schreibt sie nach meiner Meinung exakter über ihre Empfindungen und wirft einen genaueren (manchmal amüsierten) Blick auf ihre Umgebung (vor allem die Kunden), als man das von sogenannten Hurenberichten" sonst gewöhnt ist. Dass es gerade keine Autobiographie im eigentlichen Sinne ist, finde ich erfrischend!
Wer wissen will, was ein "Hurenflüsterer" ist, wie sich Italiener und Chinesen beim Sex benehmen und wie man sich "Deepthroat" selbst beibringen kann (muss ich doch glatt mal versuchen...), wird in diesem Buch Antworten finden, Jackies Antworten. Und natürlich sollte man auf erotische/geile Geschichten stehen, denn davon sind ziemlich viele zu finden in Hurentaten.