Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Hurenkind
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Hurenkind [Gebundene Ausgabe]

Christine Grän
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Taschenbuch --  

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 239 Seiten
  • Verlag: Bertelsmann, München (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570003930
  • ISBN-13: 978-3570003930
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 556.117 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Christine Grän
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Christine Grän auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn Marie ein Ziel hat, verfolgt sie es mit aller Macht und ohne moralische Bedenken. Bisher wollte sie nur eins: nach oben kommen. Nur so glaubt sie, ihre Kindheitserinnerungen als Verhütungsfehler einer Bordellbesitzerin vergessen zu können. Liebe gibt es nicht, und Sex nur gegen Geld, das hatte das "Hurenkind" schon früh begriffen. Bis Marie den Piloten Leon kennen lernt. Er bringt ihr Schneeherz zum Schmelzen. Und jetzt will Marie nur noch eins: Leon.

Doch Leon gehört zu Anne. Ein Leben ohne ihn kann sich die sanfte Anne nicht vorstellen. Schließlich hat sie für ihn alles aufgegeben -- ihre Karriere, ihre Träume, und schließlich sich selbst. Ihre Liebe zu Leon ist wie eine kaum verheilte Wunde, die er täglich von neuem aufreißt.

Und Leon? Er will Anne. Und Marie. Und eigentlich keine von beiden, sondern nur die Ruhe über den Wolken, wenn er im Cockpit seines Fliegers sitzt, den Sternen näher als den Menschen. Die Ehe, sagt er, ist eine Intensivstation, in der die Liebe zu Tode gepflegt wird.

Mit dem Roman Hurenkind hat sich Christine Grän wohl endgültig vom Krimi-Genre verabschiedet, in dem sie sich mit der Serie um Hobbydetektivin Anna Marx (von der ARD verfilmt) eine guten Namen erschrieben hatte. Hurenkind lebt nicht von spannender Handlung, sondern vom Seelenstrip, den Marie, Anne und Leon abwechselnd hinlegen. Und von den Nebenfiguren, die Grän meisterhaft zu skizzieren und zu karikieren versteht. So gelingt es ihr, mit einer simplen Dreiecksgeschichte und beißend-bösem Sprachwitz das bittere Bild einer Gesellschaft zu zeichnen, die das Lieben längst verlernt hat. --Beate Strobel

Neue Zürcher Zeitung

Wer liebt, hat Unrecht

«Hurenkind»: Christine Grän schreibt mit kaltem Blick

Eine Frau will nach oben. Sie ist attraktiv und anpassungsfähig, gerissen und berechnend. Und eine nüchterne Vertreterin des Realitätsprinzips. «Ich würde nicht Haider wählen und lieber Kohls Geldkoffer tragen, als gegen Atomendlager zu protestieren. Wir sind alle nicht so gut, wie wir glauben.» Dass sie aus zerrütteten Verhältnissen stammt und ihre Kindheit unglücklich verlief, macht ihren Karrierehunger nur noch grösser. Marie Ahrend ist jung und bereits Ressortleiterin einer grossen (Münchner) Zeitung, nun gilt es nur noch, möglichst schnell den Chefredaktor Conrad aus seinem Chefsessel zu hieven. «Die Zeit der jungen Frauen ist angebrochen, er weiss es nur noch nicht. Fette, despotische, mit ihrer umfassenden Bildung prahlende Chefredaktoren sind im Aussterben begriffen . . . Ich habe seiner Urne einen Platz auf meinem Schreibtisch zugewiesen, im grossen Acrylaschenbecher.» Dass sie mit Conrad geschlafen hat, wird sich für ihre Pläne keineswegs als hinderlich erweisen, im Gegenteil. Wer einmal begriffen hat, wie Erfolg funktioniert, vergisst es nie wieder. Marie hat es nur zu gut begriffen und ist von ihrem Erfolg entsprechend verwöhnt. Sie ist ungeduldig, eine Minimalistin in Gefühlsdingen und zählt sich zu einem Typus, «der Gegnern ins Gesicht lächelt und in den Rücken schiesst».

Christine Gräns neuer Roman beginnt wie mittlerweile Hunderte von Romanen, mit denen die Branche Jahr für Jahr frustrierte Frauen füttert: Es wird ihnen eine perfekte, männerkonsumierende Powerfrau, das obligate böse Mädchen vorgegaukelt, das alles anders (und besser) kann als alle Buchheldinnen und Leserinnen je zuvor. Doch weil die Geschichte gar zu unglaubwürdig klingt und sich das Böse als durchgängiges Prinzip nicht als tragbar erweist, werden diese modernen Märchen mit einem fatalen Verliererinnenhumor ausgestattet, der dafür sorgt, dass Frau sich am Ende doch seufzend in ihre angestammte Weibchenrolle fügt.

Solch munteres Flunkern zum Mütchenkühlen rachsüchtiger Geschlechtsgenossinnen indes ist die Sache der in München lebenden Grazerin nicht, und das macht ihr Buch umso interessanter. Schon im Prolog wird Ernst signalisiert, indem er ein gewaltsames Ende, das Ende Maries, vorwegnimmt: «Man verliert nicht gern. Nicht das Leben.» Doch bis es dazu kommt, passiert viel. In einer konzentrierten, schnörkellosen Sprache breitet Christine Grän einen dicht gewirkten Teppich aus Frauen- und Männermustern aus, die zueinander in vielfältigen Beziehungen stehen. Da ist Eckhardt, der zwanzig Jahre ältere «Redaktionsalkoholiker», der Marie mit Sex und Insiderinformationen versorgt und sie liebt, ohne dass sie dafür etwas geben muss, das sie «Zeit, Geld oder tiefe Gefühle» kostet. Da ist Max, der machthungrige Wirtschaftsmogul, mit dem sie die grosse Leichtigkeit des schwerelosen Sex erlebt und der ihr auf dem Weg nach oben nützlich sein kann. Wäre da nicht Leon, Maxens Bruder, der verwegene Pilot und ewig junge Held, der den Firmenjet steuert und in den sie sich unsterblich verliebt. Ein Betriebsunfall mit Folgen, wie sich herausstellt. Kurz zuvor hat sie ihren Chefredaktor in einer privaten Angelegenheit erpresst und ist auf diese Weise zu dessen Stellvertreter aufgerückt. Maries Plan scheint aufzugehen; «wer liebt, hat Recht», triumphiert sie. Doch sie weiss nicht, dass sie Unrecht hat, weil sie mehr liebt als der neue Geliebte. Der Flieger Leon entpuppt sich als ein Schmetterling, der sie als eine Episode abhakt und zu Frau und Kind zurückkehrt. Marie wird damit zum Opfer ihres eigenen Lebensprinzips, dem sie für Leon erstmals untreu geworden ist: der Ideologie eines rücksichtslosen Nehmens. Auch Max, der betrogene Liebhaber, setzt ihr zu. Er spielt ihr für eine Enthüllungsstory Unterlagen zu, die sich als gefälscht herausstellen und sie um den gerade erst erlangten Posten bringen.

Ein überraschendes, intelligent geschriebenes Buch, das deutlich macht, dass die Zeiten, als beim nächsten Mann alles anders wurde und billige Häme oder mildes Schmunzeln à la Gaby Hauptmann und Eva Heller die Romane zur Geschlechterthematik bestimmte, endgültig vorbei sind. Mit ihrem Society-Appeal bedient die frühere Klatschkolumnistin Christine Grän zwar vordergründig ein Unterhaltungsbedürfnis, unterminiert aber zugleich die gängigen Erwartungshaltungen. Karl Kraus sagt: Sie seift ihre Leserinnen ein, bevor sie ans Halsabschneiden geht. Denn nicht – wie sich anfangs noch vermuten liess – Männer werden hier gemeuchelt, sondern «das geklonte Lebensgefühl einer Generation, die den Gott des Egos anbetet» und für die Wahrheit nur «die hässliche Schwester der Ehrlichkeit» ist. Doch wer nun Moralinsaures in diesem geschliffen formulierten, bis zum Sentenzenhaften reichenden Roman wittert, geht fehl. Der kalte Blick, mit dem Christine Grän wahrnimmt, hat dafür keinen Platz. Es ist wie beim «Hurenkind», als das die grafische Branche die letzte (unschöne) Zeile eines Absatzes bezeichnet, die am Anfang einer neuen Spalte oder Seite steht: Der Redaktor bzw. der Leser muss den Freiraum ausmerzen oder auffüllen.

Hans Christian Kosler


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hurenkind 21. Januar 2003
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Mit einem Weichspüler übergießt Christine Grän ihre Worte nicht,
wenn sie damit unsere Gesellschaft in ihrer verlogenen
Doppelbödigkeit ausleuchten möchte. Vielmehr bringt die Autorin
die Dinge stets spitzzüngig und schonungslos analysierend auf
den Punkt und genau dies bedingt wohl, dass ihre Texte- keines-
wegs zu Unrecht- mit dem Prädikat " brillant " ausgezeichnet
werden.
Marie, das Hurenkind, lernt schon früh die Abgründe und
Obsessionen ihrer Mitmenschen kennen. Daraus zieht sie, für
ihr weiteres Leben, ihr vorteilhaft erscheinende Schlüsse.
Solange Marie noch keine Möglichkeit gefunden hat, sich von
ihrem, von ihr entschieden abgelehnten Herkunftsmilieu zu lösen,
setzt sie ihrer kindlichen Ohnmacht pyromanische Phantasien
entgegen, denn ihr alles unter Kontrolle- haben- wollendes
Wesen sucht unaufhörlich , mit großer Vehemenz, nach Auswegen aus
unliebsamen Sackgassensituationen.
Marie wünscht sich Sicherheit und glaubt diese zu finden, wenn
sie sich diszipliniert und an der Vernunft orientiert den
Gesetzen des gesellschaftlichen Aufstiegs nicht verschließt.
Dem " Underdog "-Milieu entkommt sie aufgrund ihrer Intelligenz
und ihres Ehrgeizes.
Sie findet sich schließlich als Ressortleiterin einer großen
Tageszeitung und Mitglied der gehobenen Münchener Gesellschaft
wieder.
Hier geht sie diszipliniert ihren utilitaristischen Vorstellungen
nach und irritiert ihr Umfeld, nicht selten, durch ihre uner-
schütterliche Konsequenz, fernab von irgendwelchen moralischen
Bedenken, zweckorientiert zu handeln. Sie schafft sich Neider!
Mit großem Zynismus ( was durchaus amüsant zu lesen ist) lässt
sich Frau Grän über die intriganten Interaktionen der Haupt-
akteure des Romans untereinander und gegenüber Dritten in ihrem
vorliegenden Text aus. Dabei zeichnet sie ein Bild von der
Gesellschaft, das nur noch von der Realität übertroffen werden
kann.
Maries Beziehungen zum anderen Geschlecht sind , wie alles in
ihrem Leben, zweckorientiert und das dabei nachhaltig erklärte
Ziel ist ihre dauerhafte gesellschaftliche Etablierung. Ein nicht
bloß für ein ungewolltes "Hurenkind" attraktives Vorhaben!
Die so konditionierte Protagonistin verliert ihre Bodenhaftung
als ihr Leon begegnet, der notorische Verlierer und
Lebenskünstler. In ihm sieht sie all das konzentriert, was sie
sich nicht auszuleben gestattet. Sie verliebt sich in Leon, nicht
zuletzt, weil sie glaubt, er sei ihre, von Platon erdachte,
andere Hälfte. Marie hört auf bewusste Gestalterin ihres Lebens
zu sein. Ihr ganzes Denken fokussiert sich auf die Person Leons,
ohne den sie glaubt nicht mehr leben zu können. Als ihre Vision
von Platons Einheitsideal zweier Personen sich, aufgrund
veränderter Realitäten, nicht mehr umsetzen lässt, verliert Marie
alles, was ihr vordem wichtig erschien, selbst ihre pyromanischen
Affinitäten. Plötzlich wird sie von der Nähe des Wassers
angezogen, das in seiner Ursprünglichkeit im Hinblick auf Marie
gewiss metaphorischen Charakter haben soll.
Und so stellt sich die Frage, ob die Worte Eckhardts, einer
Nebenfigur des Romans, nicht vielleicht die alles erhellende
Essenz des Textes darstellen: " Die Wahrheit ist, dass die
Liebe so viel Glück vernichtet, wie sie schafft.
Und die Wahrheit ist auch, dass Frauen verkommen, wenn sie ihr
Selbstwertgefühl ausschließlich aus Männern beziehen..."
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Marie, eine schöne junge Journalistin mit hässlicher Vergangenheit, will nach oben. Sie benutzt Männer als Trittbrett für Ihre Karriere. Wenn die erotischen Waffen nicht ausreichen, schreckt sie auch vor Erpressung nicht zurück. Der kühle Erfolgsmensch Max passt bestens in ihren Lebensplan. Doch dann verliebt sie sich in dessen Bruder Leon, einen fliegenden Tagträumer und notorischen Verlierer und alles gerät außer Kontrolle.
Wer bei dieser Beschreibung auf der Buchrückseite einen romantischen Roman, in dessen Verlauf die ehrgeizige Ellbogenfrau Marie zu mehr Gefühl missioniert wird, erwartet, wird enttäuscht werden.
Nachdem sich Marie ihren Vorgesetzten erst durch ihre weiblichen Reize nutzbar und anschließend durch Erpressung gefügig gemacht hat, sieht sie die Fortsetzung ihres gesellschaftlichen Aufstiegs in einer Liaison mit Max, dem Vorstandsvorsitzenden eines großen Konzerns.
Ihre Gefühle für dessen Bruder Leon machen ihr aber einen Strich durch die Rechnung, und nachdem Max aus Rache ihre berufliche Karriere ruiniert hat, richtet Marie ihren Ehrgeiz auf ihr Verhältnis zu Leon.
Dieses Buch wagt einen Blick in die Abgründe unserer Seele, demontiert die handelnden Personen auf eine schäbige aber sehr scharfsichtige Art und hinterlässt nichts außer einem Haufen Asche.
Marie, die ihren verbohrten Ergeiz als Liebe definiert, Leon, der sich vom sympathischen Tagträumer zum rücksichtslosen Egomanen wandelt, Max, der keiner Gefühlsregung mehr fähig ist und Anne, Leons Frau, die in ihrer Gluckenhaftigkeit einfach anstrengend wirkt.
Interessant ist die Schreibweise der Autorin aus wechselnden Ich-Perspektiven heraus, in der jeder Akteur für seinen Standpunkt wirbt.
Mein Urteil: 4 von 5 Punkten, da wenig romantisch und den Glauben an seine Mitmenschen zermürbend (das kann auch von zu unrecht geweckten Erwartungen der Buchbeschreibung herrühren), aber durchaus lesenswert und vor allem als sprachlich sehr gute Lektüre zu empfehlen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Manchmal gibt es sie... 21. Februar 2003
Format:Taschenbuch
...diese Bücher, in die man sich hineinfallen lassen kann. Hurenkind ist eines davon. Es reibt einen auf, es stößt einen ab und doch kann man es nicht aus der Hand legen.
Caretta Caretta von P. Hochgatterer und Nil von M. Amanshauser befinden sich in der gleichen Kategorie- für alle, die nach diesem Buch nach gleichwertigem Ersatz suchen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:





Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar