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Hure: Roman
 
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Hure: Roman [Taschenbuch]

Nelly Arcan , Holger Fock , Sabine Müller
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423131934
  • ISBN-13: 978-3423131933
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 328.090 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nelly Arcan
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach dem Verkaufserfolg des pornografischen Bekenntnisbuches Das sexuelle Leben der Catherine M. ist es kein Wunder, dass Verleger auf das gleiche Pferd setzen wollen: Autorinnen, die ihre exzessive sexuelle Vergangenheit ohne Scham zwischen zwei Buchdeckeln präsentieren. Auf den ersten Blick passt Nelly Arcans Hure in dieses Marketingschema. Zudem ist die Franko-Kanadierin auch noch jung und attraktiv und hat es mit ihrem Debütroman auf Anhieb in die französischen Bestsellerlisten geschafft.

Aber Obacht: Entgegen den geweckten Erwartungen ist das viel eher ein Buch für Freunde ernster Literatur denn für Liebhaber fleischlicher Genüsse und ihrer anregenden Beschreibung. Eher Thomas Bernhard denn Henry Miller. Mit Bernhard hat die Literaturstudentin aus Montréal auch die düstere Weltsicht und die Begeisterung für lange -- sehr lange -- Sätze gemeinsam. Allerdings keine Schachtelsätze, sondern parataktische Wortgirlanden, die sich rhythmisch und federleicht über eineinhalb oder zwei Seiten bis zum nächsten Punkt dahin schwingen. Insofern ein Text, der geradezu danach verlangt, als Hörbuch inszeniert zu werden.

"... ich kann mich nur im Kreis drehen beim Gedanken an eine Hure, die auf dem Rücken liegt und sich für einen Koitus zwischen zwei Geschäftsterminen darbietet, die ihre Beine bis Japan spreizt, bis an den äußersten Rand des Globus, wo Tag und Nacht gleich sind ... ein einziger Mann in meinem Leben wäre gefährlich, für einen allein ist zuviel Hass in mir, ich brauche den ganzen Planeten, das weite Spektrum der Menschheit...". Geradezu obsessiv kreist der Text um die Erinnerung an die traurige Kindheit, das Hurendasein und die Fragwürdigkeit der eigenen weiblichen Identität. Und wie in einer Symphonie kehren die Motive in Variationen immer wieder, umschlingen den Leser und ziehen ihn hinab in die Bodenlosigkeit dieser Existenz.

Bei Debütromanen, die scheinbar vor allem auf autobiografischem Material beruhen, bleibt die Frage, was noch kommen kann, wenn die Lebensgeschichte bereits literarisiert ist. Insofern darf man auf das zweite Buch gespannt sein und was Nelly Arcan nach diesem gelungenen Auftakt noch aus ihrem Schreibtalent machen wird. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Audiobook-Rezensionen

Vor dem Hintergrund skandalträchtiger französischer Literatur von Catherine Millet oder Christine Angot sorgte die Franko-Kanadierin Nelly Arcan mit ihrem Debütroman “Hure” für große Aufregung. Der autobiografisch gefärbte Text, der in der Nähe zur „erotischen Erkenntnisprosa“ steht, ist vor allem der Versuch einer Auseinandersetzung mit der eigenen “zerrissenen“ Persönlichkeit. Der Versuch, die Vergangenheit und die Kindheitserinnerungen an ein kaputtes, bigottes Elternhaus und eine streng katholische Erziehung zu bewältigen.

Wie ihre Protagonistin hat die Autorin ihr Studium durch die Arbeit als Prostituierte verdient. Die 1975 in Quebec geborene Nelly Arcan ist seit ihrer Pubertät magersüchtig und in therapeutischer Behandlung. Ihr Psychoanalytiker riet ihr, aus ihren Aufzeichnungen ein Buch zu machen.

Die Ich-Erzählerin berichtet davon, wie sie Hure wurde. Nachdem sie die Enge ihres kranken Elternhauses in einer kanadischen Provinzstadt verlassen hat, geht sie in die Stadt, um zu studieren. Um endgültig ihr „Hinterbänklertum“ abzustreifen, wird sie Hure. Ihre Freier, meist ältere Männer, die selbstredend ihr Vater sein könnten, lieben ihre Jugend, ihre blauen Augen und ... ihre Bildung. Denn „sie ist eine Hure, die studiert.“

Wer Pornografisches erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht. Abgesehen von den zahlreichen Benennungen von Sexualpraktiken, vom immer wieder beschworenen „Schwänze lutschen“ gibt es wenig Antörnendes zu hören. In der radikalen Abrechnung mit dem käuflichen Sex geht es vor allem um die Krankheitsgeschichte der Hure Cynthia, die sich den Namen ihrer übermächtigen, verstorbenen Schwester gab. Der sezierende Blick auf die Selbsterniedrigung und die Selbstvernichtung verdeutlicht, dass die Protagonistin „bei ihrer Rumhurerei die ganze Welt, die Mutter, den Vater, die Kinder hasst!“

Das Hörstück mit Fritzi Haberlandt arbeitet das Thema Prostitution vor dem Hintergrund der immer wieder kreisenden Gedanken um den Vater, die Mutter und das Phantom der Schwester heraus. Für die Assoziationstechnik verbunden mit einem analysierenden Monolog scheint die Sprecherin mit ihrem virtuosen Rollenwechsel die ideale Besetzung. Fritzi Haberlandt erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Seit 2000 gehört sie zum Ensemble des Thalia Theaters. In harten Schnitten und extrem unterschiedlichen Tonlagen – Haberlandt wechselt von naiv, über aufsässig-trotzig bis hin zur verzweifelten Stimmung, dabei spricht sie ihre Zuhörer häufig direkt an – transportiert das Hörstück die Suche nach sich selbst. Weg von den vier Kategorien, in die die Erzählerin die Menschen unterteilt: die Mutter mit ihrer depressiven Lebensverweigerung ist nur eine „Larve“, „Schlumpfinen“ – zu ihnen zählt auch schon früh die Protagonistin – haben nur ein Ziel, Männern zu gefallen, die „Freier“ gehen ins Bordell, weil sie einen Ersatz für ihre Töchter suchen und die „Huren“ haben Angst davor, eines Tages ihren Vater zu empfangen.

Hörstück, Spieldauer: ca.135 Minuten, 2 CDs. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das Doppelleben einer Hure und Studentin wird hier beschrieben und auch die Zerrissenheit einer Frau. Wer ein Buch aus der erotischen Kategorie erwartet (wie der Titel vielleicht vermuten läßt), wird dieses Buch nicht mögen. Es handelt sich hierbei um einen Roman über eine psychisch instabile Person, die den Haß auf die Mutter und die Enge ihrer Kindheit mit dem Haß auf ihren Körper, den sie nur zum Verkaufen gut genug findet, zu bekämpfen versucht. Es gibt Menschen, die schneiden sich, um sich zu spüren, diese Frau verkauft sich. Erotische Szenen werden dabei nur angerissen, aber nicht wirklich beschrieben. Die Zerrissenheit dieser Person wird vor allem an den vielen Redundanzen deutlich, die das Buch aber leider auch langweilig machen. Ich habe teilweise Passagen nur überflogen, bis ein neuer Aspekt aufgekommen ist. Dennoch spiegelt das Buch die Lebenssituation dieser Frau gut wieder, deshalb habe ich 3 Sterne vergeben.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Eine junge Frau, Tochter einer konventionellen, eher konservativen Kleinfamilie in der Kanadischen Provinz, zieht nach Montreal und verdient dort ihren Lebensunterhalt als Hure. In einer endlosen Aneinanderreihung von Freiern wiederholt sich - in ihrer Fantasie - die scheinbar zwanghafte Erfüllung ihres Schicksals: Mit dem Vater zu schlafen und in diesem Akt über die alternde Mutter zu triumphieren, sie gleichzeitig zu rächen oder zumindest dem von ihr vorgezeichneten Schicksal zu entkommen. Wer auf den Klappentext "hineinfällt" und eine Art Entwicklungsroman erwartet, wird enttäuscht sein: Die Autorin versucht nicht, schreibend ihre Seele zu retten, vielmehr beleuchtet sie alle Aspekte ihres emotionalen Mikrokosmos. Erst im letzten Viertel des Buches klingt manchmal an, dass es noch eine andere Lebensperspektive geben könnte als die, vor dem Leben der Eltern zu fliehen und es in dieser Fluchtbewegung doch nur endlos zu wiederholen. In der fast autistischen Schilderung der scheinbar vollkommen auf ihre Eltern fixierten Figur liegt eine gewisse Faszination, und es ist Nelly Arcan hoch anzurechnen, dass sie es schafft, diese - ohne erkennbare inhaltliche Ambition - über 190 Seiten mehr oder weniger aufrecht erhalten zu können. LeserInnen, die eine "Geschichte" erwarten oder eine Milieuschilderung der Prostitution, werden schnell enttäuscht sein. Für diejenigen, denen es Spass macht, an der Introspektion einer jungen Frau teilzuhaben, deren Innenleben vielleicht gar nicht so ungewöhnlich ist, die sich aber dem "Wahnsinn der Normalität" stellt, ist das Buch eine durchaus amüsante Lektüre. Grosse Literatur ist es aber eher nicht.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literarische Therapiesitzung 18. Dezember 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Nelly Arcan kann schreiben, kein Zweifel. Aber sie hätte sich nun wirklich nicht einen Roman aussuchen sollen, um ihr (vormaliges) Dasein als Hure zu therapieren - und wenn schon, dann hätte sie das Werk in der Schublade lassen sollen. Okay, mit ihrem "richtigen" Therapeuten würde sie lieber ins Bett gehen. Hätte sie es nur getan - dann hätte sich noch eine interessante Erzählung ergeben können. So aber kommt das Buch daher wie ein endloser Schwall ebenso nicht endend wollender Sätze. Diese Bandwurmsätze sind anfangs noch ganz nett. Eigene Stilform, denkt man sich. Nach einigen Dutzend Seiten ermüden sie aber ungemein und werden ebenso langweilig wie die Handlung: immer wieder das redundante Durchkauen der Mutter-Tochter-Beziehung, des Vater-Komplexes und der eigenen Schuldgefühle wegen des gewollten Hure-Seins als Bestrafungsaktion gegen die eigenen Eltern. Ein bisschen dünn. Und, seien wir ehrlich: ein wenig mehr Voyeurismus, einige geschmacklose Innenansichten des Jobs als Prostituierte haben wohl alle erwartet. Auch hier Fehlanzeige. So bleibt außer einem Skandalthema, das heutzutage eigentlich keines mehr ist, nicht viel übrig. Schade, wirklich schade, denn Arcan kann mit Sicherheit mehr!
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Gähn...Gähn...Gähn...!
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Veröffentlicht am 23. Februar 2007 von Floriane v. Deuben
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Nicht auszuhalten und deshalb nach 20 Seiten wirrem Geschreibsel weggelegt. Das Buch ist nun nicht sehr dick aber trotz allem konnte ich mich nicht überwinden es zu beenden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Januar 2007 von wattebausch
Befreiungsschlag einer Studentin
In ihrem Debüt "Hure" berichtet Nelly Arcan über ihr Doppelleben als Studentin und Hure. Die Ich-Erzählerin kämpft mit allen Mittlen dagegen so zu werden wir... Lesen Sie weiter...
Am 27. Juli 2004 veröffentlicht
Bei Erotik - Falsch verbunden!
Wer dieses Buch im Sinne der Erotik sucht, ist hier falsch. Vielmehr ist es eine Schilderung des eigenen verpfuschten(Prostituierten-)Lebens, ähnlich einem Junky, der etwas... Lesen Sie weiter...
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wie die Überschrift schon sagt: Zeitverschwendung. Die Dame schreibt sich Ihren ( selbstangetanen ) Lebenswandel von der Seele und dass nicht mal besonders originell. Lesen Sie weiter...
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Schade um`s Papier
Wie ich meine, ein schlimmes Machwerk. Sollte dies Trend sein, dann sind wir verloren. Eine Biografie in der die eigene Mutter der Ungeheuerlichkeit von Unauffälligkeit u. Lesen Sie weiter...
Am 3. Januar 2003 veröffentlicht
was für ein reinfall!
selten, aber doch kommt es vor, daß ich es nicht schaffe ein buch zu ende zu lesen. daß ich aber nicht einmal die kraft finde mich durch knapp 200 seiten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2003 von Rainer aus Wels
Hochartifizielle Selbstdarstellung
Zugegeben: ich bin ein altmodischer Leser. Ich erwarte von einem Buch Charaktere, die ich fühlen, riechen, schmecken kann; ich erwarte eine Geschichte, die mir erzählt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. November 2002 von Reinhard Wissdorf
Ein gewaltiges, faszinierendes, brilliantes Buch!
Wer dem Buch mit Sarkasmus und Polemik begegnet, es mit allen möglichen, und möglicherweise sogar platten und dümmlichen, Bekenntnisromanen gleichsetzt, tut Arcan's... Lesen Sie weiter...
Am 18. November 2002 veröffentlicht
Arcan, Hure. Roman C.H. Beck 3. Aufl. 2002
"Hure" mag die Entscheidung zum Kauf bei Vielen fördern, bei Anderen wieder hemmen. Das Sujet kann also nicht allein den Erfolg garantieren, auch nicht die (in... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Oktober 2002 von Dr. Volkmar Ellmauthaler - http://www.helpsv.com
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