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Hure. Roman [Gebundene Ausgabe]

Nelly Arcan
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

August 2002
'Hure' ist die Geschichte einer exzessiv gelebten Doppelexistenz: Eine junge Frau flieht vor der beklemmenden Enge ihres Elternhauses in der kanadischen Provinz in die Großstadt. Dort beginnt die Literatur-Studentin, ihr Geld als Prostituierte zu verdienen und steigt zur begehrten Nobel-Hure auf. Die Freier sind gut situierte Männer, die ihre Professoren sein könnten oder ihre Väter. Ihnen gibt sie sich mit einer Mischung aus Abscheu und Faszination hin. Bald nicht mehr nur wegen des Geldes, sondern um ihre Weiblichkeit zu beweisen, zwischen Macht und Unterwerfung. Tag für Tag schlüpft die Studentin in die Rolle von 'Cynthia', der Frau mit dem perfekten Körper, die sich der männlichen Begierde ausliefert, im selben Maße, wie sich ihre Mutter dieser Begierde verweigert hat.
Von der Mut ter, die für die Erzählerin eine "Larve" bleibt, weil sie nie aus ihrem Kokon geschlüpft ist, und vom Vater, der sich in seine Religiosität verschlossen hat, versucht sich die junge Frau zu emanzipieren. Das Leben wird zum Befreiungsschlag, der so lange über den eigenen Körper ausgefochten wird, bis 'Cynthia' ein anderes Mittel findet - die Sprache.
Mit Hure hat Nelly Arcan einen provozierenden und zugleich poetischen Bericht einer zerrissenen Persönlichkeit und ihrer Suche nach sich selbst vorgelegt.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck Verlag; Auflage: 1. Aufl. (August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406493181
  • ISBN-13: 978-3406493188
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.034.964 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nach dem Verkaufserfolg des pornografischen Bekenntnisbuches Das sexuelle Leben der Catherine M. ist es kein Wunder, dass Verleger auf das gleiche Pferd setzen wollen: Autorinnen, die ihre exzessive sexuelle Vergangenheit ohne Scham zwischen zwei Buchdeckeln präsentieren. Auf den ersten Blick passt Nelly Arcans Hure in dieses Marketingschema. Zudem ist die Franko-Kanadierin auch noch jung und attraktiv und hat es mit ihrem Debütroman auf Anhieb in die französischen Bestsellerlisten geschafft.

Aber Obacht: Entgegen den geweckten Erwartungen ist das viel eher ein Buch für Freunde ernster Literatur denn für Liebhaber fleischlicher Genüsse und ihrer anregenden Beschreibung. Eher Thomas Bernhard denn Henry Miller. Mit Bernhard hat die Literaturstudentin aus Montréal auch die düstere Weltsicht und die Begeisterung für lange -- sehr lange -- Sätze gemeinsam. Allerdings keine Schachtelsätze, sondern parataktische Wortgirlanden, die sich rhythmisch und federleicht über eineinhalb oder zwei Seiten bis zum nächsten Punkt dahin schwingen. Insofern ein Text, der geradezu danach verlangt, als Hörbuch inszeniert zu werden.

"... ich kann mich nur im Kreis drehen beim Gedanken an eine Hure, die auf dem Rücken liegt und sich für einen Koitus zwischen zwei Geschäftsterminen darbietet, die ihre Beine bis Japan spreizt, bis an den äußersten Rand des Globus, wo Tag und Nacht gleich sind ... ein einziger Mann in meinem Leben wäre gefährlich, für einen allein ist zuviel Hass in mir, ich brauche den ganzen Planeten, das weite Spektrum der Menschheit...". Geradezu obsessiv kreist der Text um die Erinnerung an die traurige Kindheit, das Hurendasein und die Fragwürdigkeit der eigenen weiblichen Identität. Und wie in einer Symphonie kehren die Motive in Variationen immer wieder, umschlingen den Leser und ziehen ihn hinab in die Bodenlosigkeit dieser Existenz.

Bei Debütromanen, die scheinbar vor allem auf autobiografischem Material beruhen, bleibt die Frage, was noch kommen kann, wenn die Lebensgeschichte bereits literarisiert ist. Insofern darf man auf das zweite Buch gespannt sein und was Nelly Arcan nach diesem gelungenen Auftakt noch aus ihrem Schreibtalent machen wird. --Christian Stahl

Pressestimmen

"Ein Roman von wuchtiger Konsequenz, sprachlich unendlich differenzierter als vergleichbare Bekenntnisbücher." -- Marianne Wellershoff, Der Spiegel, 30. September 2002

"In der Radikalität, in welcher Nelly Arcans Protagonistin das Wechselspiel zwischen panischer Gefallsucht und tiefer Selbstverachtung zwar zu benennen, sich aus dieser Klammer aber gleichwohl nicht zu lösen vermag, steckt ein grosser Kunstgriff dieses Romandebüts. Die Spannung, die durch das psychologische Ausloten der paradoxen Gefühlslage entsteht, markiert den Unterschied zu den intimen Selbsterkundungen der Skandalromane von französischen Schriftstellerinnen wie Catherine Millet oder Christine Angot." -- Cornelia Herberichs, Tages-Anzeiger, 11. Oktober 2002

"Nelly Arcans Geschichte ist ergreifend und erschütternd zugleich: Wie da eine junge Frau, die durch ihre Eltern von Kindesbeinen an daran gewöhnt ist, sich als unzureichend zu betrachten, weil sie nicht die tote Cynthia ist, verzweifelt um die Aufmerksamkeit und Liebe der Männer buhlt. (...) Wie in diesem Roman mit Blick auf das Sexualverhalten einer jungen Frau, Schicht um Schicht deren psychisches Drama freigelegt wird, ist literarisch geradezu lehrbuchhaft. Ein schönes, wahres - und zutiefst trauriges Buch, denn natürlich kann Nelly Arcans Heldin die Zuneigung und Anerkennung, die ihr als Kind vorenthalten wurden, als Erwachsene niemals mehr erwerben." -- Uwe Wittstock, Die Welt, 19. Oktober 2002

"Voll im Trend ... ungeschönte Intimbeichten starker Frauen. Statt hipper Girlie-Prosa von Mamis frechem Liebling gibt's provokante Sexberichte à la Catherine Millet. Jüngstes Beispiel: das Debüt der Kanadierin Nelly Arcan. Die Geschichte einer jungen Frau aus gutem Haus, die ein Doppelleben als Literaturstudentin und Hure führt. ... Einem Aufschrei, der drastische Sprache mit Poesie hart zusammenprallen lässt. Wirklich selbst erlebt oder nur erfunden? Egal, der eindringliche Sound macht's. ... Kein Wunder, dass die Skandalstory in Kanada und Frankreich ein Bestseller wurde." -- Alexander Altmann, Shape, 16. August 2002

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das Doppelleben einer Hure und Studentin wird hier beschrieben und auch die Zerrissenheit einer Frau. Wer ein Buch aus der erotischen Kategorie erwartet (wie der Titel vielleicht vermuten läßt), wird dieses Buch nicht mögen. Es handelt sich hierbei um einen Roman über eine psychisch instabile Person, die den Haß auf die Mutter und die Enge ihrer Kindheit mit dem Haß auf ihren Körper, den sie nur zum Verkaufen gut genug findet, zu bekämpfen versucht. Es gibt Menschen, die schneiden sich, um sich zu spüren, diese Frau verkauft sich. Erotische Szenen werden dabei nur angerissen, aber nicht wirklich beschrieben. Die Zerrissenheit dieser Person wird vor allem an den vielen Redundanzen deutlich, die das Buch aber leider auch langweilig machen. Ich habe teilweise Passagen nur überflogen, bis ein neuer Aspekt aufgekommen ist. Dennoch spiegelt das Buch die Lebenssituation dieser Frau gut wieder, deshalb habe ich 3 Sterne vergeben.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Vater, die Mutter, ihre Tochter und deren Freier. 27. Dezember 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Eine junge Frau, Tochter einer konventionellen, eher konservativen Kleinfamilie in der Kanadischen Provinz, zieht nach Montreal und verdient dort ihren Lebensunterhalt als Hure. In einer endlosen Aneinanderreihung von Freiern wiederholt sich - in ihrer Fantasie - die scheinbar zwanghafte Erfüllung ihres Schicksals: Mit dem Vater zu schlafen und in diesem Akt über die alternde Mutter zu triumphieren, sie gleichzeitig zu rächen oder zumindest dem von ihr vorgezeichneten Schicksal zu entkommen. Wer auf den Klappentext "hineinfällt" und eine Art Entwicklungsroman erwartet, wird enttäuscht sein: Die Autorin versucht nicht, schreibend ihre Seele zu retten, vielmehr beleuchtet sie alle Aspekte ihres emotionalen Mikrokosmos. Erst im letzten Viertel des Buches klingt manchmal an, dass es noch eine andere Lebensperspektive geben könnte als die, vor dem Leben der Eltern zu fliehen und es in dieser Fluchtbewegung doch nur endlos zu wiederholen. In der fast autistischen Schilderung der scheinbar vollkommen auf ihre Eltern fixierten Figur liegt eine gewisse Faszination, und es ist Nelly Arcan hoch anzurechnen, dass sie es schafft, diese - ohne erkennbare inhaltliche Ambition - über 190 Seiten mehr oder weniger aufrecht erhalten zu können. LeserInnen, die eine "Geschichte" erwarten oder eine Milieuschilderung der Prostitution, werden schnell enttäuscht sein. Für diejenigen, denen es Spass macht, an der Introspektion einer jungen Frau teilzuhaben, deren Innenleben vielleicht gar nicht so ungewöhnlich ist, die sich aber dem "Wahnsinn der Normalität" stellt, ist das Buch eine durchaus amüsante Lektüre. Grosse Literatur ist es aber eher nicht.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Literarische Therapiesitzung 18. Dezember 2003
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Nelly Arcan kann schreiben, kein Zweifel. Aber sie hätte sich nun wirklich nicht einen Roman aussuchen sollen, um ihr (vormaliges) Dasein als Hure zu therapieren - und wenn schon, dann hätte sie das Werk in der Schublade lassen sollen. Okay, mit ihrem "richtigen" Therapeuten würde sie lieber ins Bett gehen. Hätte sie es nur getan - dann hätte sich noch eine interessante Erzählung ergeben können. So aber kommt das Buch daher wie ein endloser Schwall ebenso nicht endend wollender Sätze. Diese Bandwurmsätze sind anfangs noch ganz nett. Eigene Stilform, denkt man sich. Nach einigen Dutzend Seiten ermüden sie aber ungemein und werden ebenso langweilig wie die Handlung: immer wieder das redundante Durchkauen der Mutter-Tochter-Beziehung, des Vater-Komplexes und der eigenen Schuldgefühle wegen des gewollten Hure-Seins als Bestrafungsaktion gegen die eigenen Eltern. Ein bisschen dünn. Und, seien wir ehrlich: ein wenig mehr Voyeurismus, einige geschmacklose Innenansichten des Jobs als Prostituierte haben wohl alle erwartet. Auch hier Fehlanzeige. So bleibt außer einem Skandalthema, das heutzutage eigentlich keines mehr ist, nicht viel übrig. Schade, wirklich schade, denn Arcan kann mit Sicherheit mehr!
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Die neuesten Kundenrezensionen
1.0 von 5 Sternen Gähn...Gähn...Gähn...!
Ich habe mich beim Lesen eines Buches selten so gelangweilt wie bei diesem. Die Story ist fad und kommt nicht ins Rollen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2007 von Floriane v. Deuben
1.0 von 5 Sternen Dieses Buch ist nicht auszuhalten!
Nicht auszuhalten und deshalb nach 20 Seiten wirrem Geschreibsel weggelegt. Das Buch ist nun nicht sehr dick aber trotz allem konnte ich mich nicht überwinden es zu beenden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Januar 2007 von wattebausch
4.0 von 5 Sternen Befreiungsschlag einer Studentin
In ihrem Debüt "Hure" berichtet Nelly Arcan über ihr Doppelleben als Studentin und Hure. Die Ich-Erzählerin kämpft mit allen Mittlen dagegen so zu werden wir... Lesen Sie weiter...
Am 27. Juli 2004 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Bei Erotik - Falsch verbunden!
Wer dieses Buch im Sinne der Erotik sucht, ist hier falsch. Vielmehr ist es eine Schilderung des eigenen verpfuschten(Prostituierten-)Lebens, ähnlich einem Junky, der etwas... Lesen Sie weiter...
Am 11. Februar 2003 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung
wie die Überschrift schon sagt: Zeitverschwendung. Die Dame schreibt sich Ihren ( selbstangetanen ) Lebenswandel von der Seele und dass nicht mal besonders originell. Lesen Sie weiter...
Am 7. Januar 2003 veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Schade um`s Papier
Wie ich meine, ein schlimmes Machwerk. Sollte dies Trend sein, dann sind wir verloren. Eine Biografie in der die eigene Mutter der Ungeheuerlichkeit von Unauffälligkeit u. Lesen Sie weiter...
Am 3. Januar 2003 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen was für ein reinfall!
selten, aber doch kommt es vor, daß ich es nicht schaffe ein buch zu ende zu lesen. daß ich aber nicht einmal die kraft finde mich durch knapp 200 seiten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Januar 2003 von Rainer aus Wels
2.0 von 5 Sternen Hochartifizielle Selbstdarstellung
Zugegeben: ich bin ein altmodischer Leser. Ich erwarte von einem Buch Charaktere, die ich fühlen, riechen, schmecken kann; ich erwarte eine Geschichte, die mir erzählt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. November 2002 von Reinhard Wissdorf
5.0 von 5 Sternen Ein gewaltiges, faszinierendes, brilliantes Buch!
Wer dem Buch mit Sarkasmus und Polemik begegnet, es mit allen möglichen, und möglicherweise sogar platten und dümmlichen, Bekenntnisromanen gleichsetzt, tut Arcan's... Lesen Sie weiter...
Am 18. November 2002 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Arcan, Hure. Roman C.H. Beck 3. Aufl. 2002
"Hure" mag die Entscheidung zum Kauf bei Vielen fördern, bei Anderen wieder hemmen. Das Sujet kann also nicht allein den Erfolg garantieren, auch nicht die (in... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Oktober 2002 von Dr. Volkmar Ellmauthaler - http://www.helpsv.com
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