Welchen Wert kann ein Buch über die Hunzukuc haben, wenn die Autoren schon im Buchtitel den Namen dieses Teils der pakistanischen Bevölkerung nicht richtig schreiben?
Die Frage beantwortet sich spätestens bei der Lektüre des Buchs. Keinen nennenswerten.
Das Buch entpuppt sich als niedergeschriebenes Wunschdenken, das den Hunzamythos nähren soll. Die Beschreibungen der angeblichen Langlebigkeit, aussergewöhnlichen Gesundheit, und Friedfertigkeit der Hunzukuc haben mit der Realität nichts gemein.
Als Alpinist habe ich u.a. auch das Hunzatal besucht, und fand dort gebrechliche Menschen vor, die mit 40 bereits verbraucht und ausgelaugt waren, die krumm vom kargen Leben und der harten Arbeit waren, durch die hohe UV-Belastung in dieser Höhenlage Augenschäden aufweisen, sehr oft einen Kropf haben (die ganze Region ist - wie ich später erfuhr - ein Jodmangelgebiet), und dergleichen mehr. Die durchschnitttliche Lebenserwartung eines Hunzukuc liegt etwa bei 50 Jahren, und die angebliche, aber nicht existente legendäre Friedfertigkeit zeigt sich wohl am besten in der kriegerischen Vergangenheit dieses Volks, dass über viele jahrhunderte die Karawanen der Seidenstrasse, die durch das Hunzatal führt, erpressten oder überfielen.
Das Buch bietet aber auch schöne Aufnahmen es wunderschönen wildromatischen Hunzatals, und ist somit zumindest was für die Augen, und dafür gibt´s einen zweiten Stern.
Als Reiseziel ist das Hunzatal uneingeschränkt zu empfehlen, auch wenn sich der Hunzamythos, wie er auch in diesem Buch präsentiert wird, vor Ort als Täuschung herausstellt.