Die Kombination von Cover und Titel macht es bereits vor dem ersten Ton deutlich: Das Debüt von THE CHECKS aus Neuseeland trieft gerade so vor Testosteron. Natürlich wird allein schon diese kleine politische Unkorrektheit reichen, um manch eine(n) Moralapostel(in) zu einem Das geht doch nicht! hin zu reißen - aber die haben den Rock'n'Roll eh nicht verstanden.
Selbstverständlich haben THE CHECKS, wie es sich für die The-Band von heute gehört, auch einen standesgemäßen Gründungsmythos im Angebot. So hat ausgerechnet Michael Stipe die Band mit ihrem Song Mercedes Children, der nun auch der Opener ihres Albums ist, auf einem Sampler mit Beiträgen von ungesigneten neuseeländischen Bands entdeckt, war sofort begeistert und musste sie dann einfach sofort ins R.E.M.-Vorprogramm packen. So weit die Legende.
Fakt ist jedoch, dass THE CHECKS neben R.E.M auch schon namhafte Bands wie Oasis, The Hives oder ihre Landsmänner von den Datsuns supportet haben. Mit den zuletzt Erwähnten haben sie dann auch letztendlich die meisten Gemeinsamkeiten, mit der kleinen Einschränkung, dass das hier wesentlich tiefer im Blues verankert ist als der High-Energy-Rock der Gebrüder Datsun.
Aber nicht nur das erwähnte Mercedes Children hätte das Zeug dazu gehabt, Michael Stipe dahinschmelzen zu lassen: Das kalorienreiche Take Me There ist zurecht die Leitsingle und das süße Duett Terribly Easy mit schönem kleinen Gitarrensolo ist auf jedem Fall auf meinem nächsten Mixtape, während See me Peter einer dieser Songs ist, die bei einer nächtlichen Autobahnfahrt am besten zünden. Beendet wird die Platte dann mit der schönen, verträumten Ballade Memory Walking, was dem Volksmund mal wieder Recht gibt: Harte Schale, weicher Kern.