Mit diesem Album hat Bowie seinen damaligen Stil genialisiert. Nur beim ersten Hören vielleicht "leicht" klingend, ist die Musik weit von easy listening & dessen Belanglosigkeit entfernt. Musik, Arrangements und Lyrik (nicht einfach "Texte") verbinden sich in einer auch für Bowie einmaligen Genialität. Diese ist gezeichnet von einem zerissenen Charakter, dämonisch und hintergründig kleidet er sich in eine süssliche Praline, die eine düstere Ahnung auf den Gehörnerven hinterläßt. Manche Stücke sind melancholische Balladen des damaligen Junkies, und die Drogengetränktheit der Songs leuchtet mehr oder weniger offen durch die Poren unseres Helden. Bowie zelebriert eine bizarre Heroin-Revue, (un-)passend für zwielichte Pariser Transvestiten Shows. Genauso vordergründig unterhaltsam und locker kommen Bowies Sóngs daher, zeigen das gleiche falsche Lächeln für ein Publikum, welches ihn im Alltag mißtrauisch beobachtet. Diese Tragik wird auf dem Album teilweise pompös (Oh! You pretty things), avantgardistisch (Andy Warhol) oder offen (The Bewley brothers) gezeigt. Gleichzeitg macht dies auch die Intensität der Musik aus. Hinter dem glitzernden Vorhang ist das wahre Leben verborgen. Genial inszeniert!