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Hunkeler macht Sachen: Roman
 
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Hunkeler macht Sachen: Roman [Taschenbuch]

Hansjörg Schneider
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 8 (5. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404154355
  • ISBN-13: 978-3404154357
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.979 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hansjörg Schneider
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Morde im Dreiländereck - Hansjörg Schneiders Roman «Hunkeler macht Sachen» Kein Zweifel, man muss ihn einfach mögen, diesen Basler Kommissär Hunkeler, der erneut in Teufels Küche gerät. Dabei heizt der Sechzigjährige am liebsten in seinem Elsässer Häuschen den Ofen ein, füttert die beiden schwarzen Katzen und schlüpft mit seiner Freundin Hedwig unter die rotweiss karierte Decke, sofern sie nicht gerade in Paris weilt. Eignet sich dieser Landmensch, den es aus dem Aargau in die Stadt verschlagen hat, eher als Protagonist für eine bukolische Idylle? Ist daher Schneiders Kriminalstory auch für schwächere Nerven bekömmlich? Beides muss man bestreiten, denn bald einmal serviert uns der Autor Leichen so zahlreich wie in Shakespeares Königsdramen. Seit dem 27. Oktober treibt ein Serientäter sein Unwesen in der Region Basel, und St. Johann gar, wo Hunkeler so gern im «Milchhüsli» seine Stangen Bier kippt, entpuppt sich als Wilder Westen der Humanistenstadt. Im kruden Sinn des Worts steckt Schlitzohrigkeit hinter den Untaten, schlitzt doch der Mörder stets das Ohr seines Opfers. Erst setzt Hunkeler, der natürlich auch diesmal recht eigenmächtig agiert und den Unmut des Staatsanwalts weckt, auf eine falsche Fährte, vermutet den Täter im Drogenmilieu, schliesst auch ein Beziehungsdelikt nicht aus. Schneider führt hier den galanten Albaner Ismail Binaku ein, der sich während der Untersuchungshaft in Kadarés Roman «Blutrache» vertieft, Hunkeler jedoch in einem unbewachten Moment spitalreif schlägt. Was machen Sie nur für Sachen?, muss der Kommissär immer wieder hören. Recht bedächtig findet er dennoch auf die richtige Spur, die ihn zurück in den Aargau führt, genauer nach Schinznach Dorf. Hier enthüllt sich ihm im Wirtshaus die Tragödie der Kinder fahrender Leute, die einst ihren Eltern entrissen worden sind und aus deren Kreis Opfer und Täter stammen. Weitere Informationen zum Schicksal der Jenischen liefert ihm eine Berner Bundesbeamtin. Schneider braucht immer wieder Zufälle. Selbst Meister Grimbart, der Dachs, muss einspringen, um die Handlung voranzutreiben. Mehr noch aber mindert ein Zuviel an Erklärungen Spannung und Glaubwürdigkeit. Auch mag sich ein ungutes Gefühl angesichts der Tatsache regen, dass ein beschämendes Faktum schweizerischer Vergangenheit – die menschenunwürdigen Aktionen des 1926 gegründeten Schweizerischen Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse – als tragendes Element für einen Krimi verwendet wird. Auch an anderer Stelle riskiert Schneider Übergriffe: Im Restaurant Klingental nämlich lässt er die (real existierenden) Autoren Werner Lutz und Jürg Federspiel auftreten. Sind ihre Äusserungen zur eigenen Befindlichkeit als Schriftsteller in einem gewandelten literarischen Umfeld nun O-Ton oder reine Fiktion? Sowohl die eine wie die andere Version wäre zu delikat, um als Textpartikel eingesetzt zu werden. Neben solchen Einwänden indessen ist durchaus Positives zu vermelden. Schneider zeigt sich als Meister der Balance, weiss immer wieder ein aufkommendes Sentiment mit der nötigen Ironie zu vermählen. Seine Schauplätze kennt er wie kaum ein Zweiter, seine Figuren stecken voller Leben, und auch diesmal zaubert er mit leichter Hand und schwerem Herzen Stimmungen hin, dass man gleich mit Hunkeler im Nebel zu tappen und den November-Blues zu hören glaubt. Ja, eigentlich ist man doch diesem Kommissär gerade deswegen verfallen, weil er sich als Mann mit rauer Schale zum weichen Kern bekennt. Beatrice Eichmann-Leutenegger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Es ist früher Morgen, als Kommissär Hunkeler auf seinem Nachhauseweg den alten Hardy auf einer Bank sitzen sieht. Er setzt sich zu ihm und raucht eine Zigarette. Aber der sonst so gesprächige Hardy bleibt unerwartet stumm. Seine Kehle ist eine klaffende Wunde. Medien und Stadtpolizei sind sich rasch einig: Hinter dem Mord steckt eine mafiöse Schmugglerbande aus Albanien. Aber das ist Hunkeler zu einfach ═ mit seinen eigenen Methoden verfolgt er eine andere Spur. Sie führt ihn ins Basler Rotlichtmilieu und in dunkle, unbekannte Abgründe der Schweizer Vergangenheit.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Hunkeler macht Sachen" ist der fünfte Roman in Hansjörg Schneiders wirklich bemerkenswerter Serie um den Basler Kommissär Peter Hunkeler. Seit 1993, als er den ersten Band veröffentlichte, erfreut er eine kleine, aber treue Fangemeinde alle paar Jahre mit einem außergewöhnlichen Buch.

Peter Hunkeler ist nach der Umstrukturierung der Staatsanwaltschaft nach deren Umzug vom Lohnhof in den Waaghof quasi auf das Abstellgleis gestellt. Er steht zur besonderen Verfügung und verbringt seine Tage fast wie im Vorruhestand. Da seine langjährige Freundin, die Erzieherin Hedwig, gerade ein dreimonatiges sabbatical in Paris bei den expressionistischen Malern verbringt, hat er viel Zeit, die er abwechselnd in seinem Häuschen im Elsaß kurz hinter der Grenze und in den alten Basler Beizen verbringt.

Als er nach einer solchen verrauchten und vertrunkenen Nacht im Milchhüsli des Morgens auf dem Nachhauseweg sich auf eine Parkbank setzt, spricht er den dort schon sitzenden alten Hardy an. Als der aber nicht antworten will, merkt Hunkeler, dass Hardy tot ist. Man hat ihm die Kehle durchgeschnitten.

Die Polizei und die Medien glauben schnell die Schuldigen gefunden zu haben, in dem sie eine mafiöse Schmugglerband aus Albanien verdächtigen. Doch Hunkeler geht wie in jedem der bisherigen Bände der Reihe konsequent seine eigenen Ermittlungswege. Sie führen ihn in das Basler Rotlichtmilieu und, wie schon so oft vorher, in die Abgründe der unbewältigten und unbearbeiteten Schweizer Vergangenheit.

Das Buch ist spannender Krimi, historische Aufklärung, kritische Gegenwartsbeschreibung und Lebensauseinandersetzung eines alten 68- er gleichermaßen.

Man wird diesen kantigen Kommissär mit seiner libertären und undogmatischen Lebensphilosophie einfach lieb gewinnen und sich schon jetzt auf den nächsten Band freuen. Da Hunkeler aber nach eigenen Angaben schon 1938 geboren ist, wird sich sein literarischer Schöpfer irgendeine Ruhestandsregelung einfallen lassen müssen, um ihn aktiv zu halten.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von den Fahrenden 11. Mai 2007
Von Esther TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Peter Hunkeler hat an dem offensichtlichen Mord Barbara Amslers zu beißen. Erwürgt mit eingeschlitztem Ohr aus dem eine Perle entfernt wurde, fischten Angler sie aus dem Allschwiler Weiher. Doch der Fall wird vorerst ungelöst ad Akta gelegt. Als Hunkeler am Heimweg vom Milchhüsli - seinem "Stammbeisl" - seinen Bekannten Hardy erwürgt auf einer Bank vorfindet, ist auch der Diamant aus des Toten Ohr verschwunden. Zurück bleibt ein Schlitz im Ohrläppchen. Während Kollegen und Vorgesetzte verbissen eine Albanerbande und ihre Blutrache im Visier behalten, denk Hunkeler einige Schritte weiter ...

Eine Dummheit Hunkelers gibt seinem Vorgesetzten die Gelegenheit, ihn vorübergehend zu suspendieren. Dieser nimmts gelassen und ignoriert die Suspendierung galant. In diesen Tagen wandelt er zwischen Basel und seinem Haus im Elsass, grübelt über die Morde, entdeckt ausgebrannte Autos mit verkohlten Leichen, fügt sich seit bereits längerem ausständigen Arzterminen und entwirft seinen Ruhestand als Lasttierhalter mit einer Eselzucht - oder vielleicht doch eher Schafhaltung? Seinem geradlinigen und ungeschminkten Charakter verdankt er die Gesprächigkeit der Ortsansässigen - ob bekannt aus dem Milchhüsli oder unbekannt auf der Suche nach dem Mörder.

Wirklich gelungen ist die Wende im Fall, die uns auf einen Aspekt der Schweizer Geschichte und ihrem unethischen Verständnis fürs "Fahrende Volk" aufmerksam macht (von dem ich persönlich zu ersten Mal gelesen habe). Sehr gut gefallen haben mir auch Hunkelers Fragen, die er sich erst selbst stellt, sie anschließend in seinem Schreibheft notiert, um in weiterer Folge laufend auf Antworten zu stoßen. Ein sehr rundes Krimierlebnis, ohne unnötige Ecken und Kanten, ein sorgfältig ausgewähltes Potpourri von Charakteren und der eine oder andere Einblick ins Privatleben dürfen vom Leser erwartet werden.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hunkelers fünfter Fall 3. August 2005
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Hunkeler macht Sachen", Hansjörg Schneiders fünftes Buch der Hunkeler-Reihe, ist kein typischer Krimi, denn die Krimihandlung ist nicht das Wichtigste im Roman. Diese entwickelt sich nur schleppend und erst gegen den Schluss hin entwickelt sich eine gewisse Krimispannung. Schneider legt über zwei Drittel des Buches in atmosphärisch stimmiger Weise vor allem die Psyche seines Kriminalkomissärs Hunkeler dar. Dieser hat einen total ambivalenten Charakter. Innerlich zerrissen, Selbstzweifel, Gefühl von Überflüssigkeit (Alter), Suche nach dem eigenen persönlichen Glück, Fremdheit (als Aargauer in Basel), Gerechtigkeitstreben. Er ist kein Superermittler, sondern er hadert vor allem mit seinen eigenen Schwächen. "Hunkeler macht Sachen" meint, dass er seinen ganz individuellen und eigenwilligen Weg geht. Ich sehe ihn als schweizerische Variante von Henning Mankells Kurt Wallander.
Das Buch hat auch einen stark politischen Subtext. Hansjörg Schneider beschreibt die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz sehr kritisch. Die Kritik ist dabei sehr subtil, denn er erhebt nicht plaktiv den Mahnfinger, keine moralische Besserwisserei, sondern er weist diskret auf soziale Missstände hin. Die Albaner, welche gerne zu Sündenböcken von so vielen Problemen gemacht werden, sind nicht die Schuldigen an den Schlitzer-Morden. Vielmehr liegt die Lösung in der Vergangenheit, einem der düsterstem Kapitel der jüngeren schweizerischen Geschichte.
In einem Interview meinte Hansjörg Schneider, dass er die Handlung für einen sechsten Hunkeler schon im Kopf habe. Er müsse ihn nur noch schreiben.
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