"Hunkeler macht Sachen" ist der fünfte Roman in Hansjörg Schneiders wirklich bemerkenswerter Serie um den Basler Kommissär Peter Hunkeler. Seit 1993, als er den ersten Band veröffentlichte, erfreut er eine kleine, aber treue Fangemeinde alle paar Jahre mit einem außergewöhnlichen Buch.
Peter Hunkeler ist nach der Umstrukturierung der Staatsanwaltschaft nach deren Umzug vom Lohnhof in den Waaghof quasi auf das Abstellgleis gestellt. Er steht zur besonderen Verfügung und verbringt seine Tage fast wie im Vorruhestand. Da seine langjährige Freundin, die Erzieherin Hedwig, gerade ein dreimonatiges sabbatical in Paris bei den expressionistischen Malern verbringt, hat er viel Zeit, die er abwechselnd in seinem Häuschen im Elsaß kurz hinter der Grenze und in den alten Basler Beizen verbringt.
Als er nach einer solchen verrauchten und vertrunkenen Nacht im Milchhüsli des Morgens auf dem Nachhauseweg sich auf eine Parkbank setzt, spricht er den dort schon sitzenden alten Hardy an. Als der aber nicht antworten will, merkt Hunkeler, dass Hardy tot ist. Man hat ihm die Kehle durchgeschnitten.
Die Polizei und die Medien glauben schnell die Schuldigen gefunden zu haben, in dem sie eine mafiöse Schmugglerband aus Albanien verdächtigen. Doch Hunkeler geht wie in jedem der bisherigen Bände der Reihe konsequent seine eigenen Ermittlungswege. Sie führen ihn in das Basler Rotlichtmilieu und, wie schon so oft vorher, in die Abgründe der unbewältigten und unbearbeiteten Schweizer Vergangenheit.
Das Buch ist spannender Krimi, historische Aufklärung, kritische Gegenwartsbeschreibung und Lebensauseinandersetzung eines alten 68- er gleichermaßen.
Man wird diesen kantigen Kommissär mit seiner libertären und undogmatischen Lebensphilosophie einfach lieb gewinnen und sich schon jetzt auf den nächsten Band freuen. Da Hunkeler aber nach eigenen Angaben schon 1938 geboren ist, wird sich sein literarischer Schöpfer irgendeine Ruhestandsregelung einfallen lassen müssen, um ihn aktiv zu halten.