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Kundenrezensionen

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am 6. Februar 2008
Seit 1993, als der Basler Schriftsteller Hansjörg Schneider seinen ersten Kriminalroman um den Kommissär Peter Hunkeler veröffentlichte, ist er als Krimiautor ein Geheimtipp geworden. Obwohl seine Bücher keine hohen Auflagen erreichen, wie etwa die seine modern gewordenen schwedischen Kollegen, sind die Romane auf höchstem Niveau, mit viel politischer Analyse, gesellschaftlich-hintergründigem Witz und immer auch angereichert mit einer subtilen Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, besonders denen in Basel und in der Schweiz.

Peter Hunkeler war früher verheiratet, hat aus dieser Ehe auch eine erwachsene Tochter, mit der sein Kontakt aber spärlich ist. Seit vielen Jahren ist wer zusammen mit Hedwig, einer engagierten Erzieherin, die es trotz allem Stress versteht, ihr Leben zu genießen und auf diese Weise Peter Hunkeler immer wieder einen guten Ruhepol bietet, auch wenn ihre Streitgespräche ein wahrer Lesegenuss sind. Besonders wenn sie Wochenenden oder andere freie Tage in ihrem Häuschen im Elsass direkt hinter der französisch-schweizerischen Grenze verbringen.

Hunkeler ist nach Angaben des Autors in diesem und auch im letzen Buch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs etwa 1938 geboren, müsste also eigentlich schon längst in Pension gegangen sein. Tatsächlich ist er, der in der Vergangenheit seinen Vorgesetzten nicht selten auf die Nerven gegangen nist mit seinen höchst eigenwilligen Ermittlungsmethoden und deswegen auch schon mehrfach suspendiert war, mittlerweile für besondere Aufgaben frei gestellt.

Hunkeler hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich. In der Studentenbewegung engagiert, hat er sich eine libertär-liberal-linke Position bewahrt, die nie dogmatisch war oder wird. Vielleicht ist er darin das treue Abbild seine genialen Schöpfers. Er kennt in Basel Gott und die Welt und seine sozialen Kontakte machen vor Klassenschranken und sozialen Milieus nicht Halt. Er verkehrt mit Schriftstellern ( tatsächlich lässt Schneider im neuen Buch zwei lebende Basler Autoren auftreten), Künstlern, Lebenskünstlern, halbseidenen Figuren an der Grenze zur Unterwelt. Er trifft sie auf der Straße, in Cafes, vor allem aber abends und nachts in den alten Balser Beizen, die vom Aussterben bedroht sind, und denen Hansjörg Schneider in seinen Büchern nebenbei ein Denkmal setzt.
Er lebt Menschen und die Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Und weil er sich so gut in Menschen hinein versetzen kann, löst er alle seine Fälle mit diesem "Gspüri". Seine Kollegen halten Distanz zu ihm - seine Eigenständigkeit und innere Ruhe machen ihnen Angst. Der Staatsanwalt Suter, der in den Büchern Schneiders immer wieder auftaucht, achtet Hunkeler und unterstützt ihn heimlich. Denn die Erfolge des Kommissärs sprechen für sich. Ohne sie hätten ihn seine Obersten sicher schon vor 10 Jahren in den Ruhestand versetzt.

In "Hunkeler und der Fall Livius" geht es um einen Mord in einer Schrebergartenkolonie; am Neujahrsmorgen wird Hunkeler dorthin gerufen. Ein Mann ist brutal umgebracht worden: erschossen und mit einem Fleischerhaken am Türbalken aufgehängt. Der Fall wird dadurch kompliziert, dass die Gärtner fast alle in Basel wohnen, die Kolonie selbst aber auf elsässischem Gebiet liegt.
Die Zusammenarbeit der Basler und er elsässischen Polizei ist von viel Konkurrenz und Spannungen geprägt, doch Hunkeler gelingt es mit Commissaire Bardet, das Klima zu versachlichen und zu entspannen.

Hunkeler vermutet richtig, als er spürt, dass die Lösung dieses Mordes an Anton Flückiger nicht in der Kolonie selbst zu finden ist, obwohl es dort mannigfache Konflikte und Auseinandersetzungen innerhalb der Hobbygärtner gibt. Er verfolgt die Geschichte des Opfers zurück und gerät in eine dunkle Vergangenheit, aus der viel Verdrängtes aus der Zeit des Nationalsozialismus hoch kommt, was die Schweizer nicht so gerne hören. Schneider erzählt ohne anzuklagen. Seine Figur Hunkeler ermittelt gelassen und erzählt Geschichten bzw. lässt sie erzählen.

Und so kommt am Ende nicht nur ein Kriminalroman heraus, der spannend ist, sondern auch ein Buch, das aufklären will und nicht zuletzt, vermittelt über die Lebensphilosophie des Kommissärs ( des Autors ?) eine anspruchsvolle, unterhaltsame Lektüre bietet.

Alle bisher erschienenen Bücher mit Hunkeler seine auf diesem Weg auf das Wärmste empfohlen. Man kann gespannt sein darauf, wie Schneider den alten Hunkeler ( er muss als Jahrgang 1938 ja wohl bald pensioniert werden !) weiter auf seine unnachahmliche Art ermitteln lässt.
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am 25. April 2007
Gekonnt setzt Hansjörg Schneider seinen Kommissär Peter Hunkeler auf einen Fall an, den er mit seinem Gespür für Menschen und Geschichten auch als einziger zum Ziel führen kann. Dabei ist Hunkeler kein Übermensch, sondern ein Mann mit genauer Beobachtungs- und Kombinationsgabe und vor allem mit einem unbestechlichen historischen Gewissen. Was am 12. Februar 1943 mit 18 jungen Burschen aus dem elsässischen Ballersdorf geschah, ist der Kern der Erzählung. Dabei erweisen sich mündlich verbreitete Mythen als stärker denn schriftliche Quellen. Das ist interessant. Damit übersteigt der Roman eindeutig die Ebene eines einfachen Kriminalromans und wird zum geschickt verpackten Geschichtsbuch. So wird Geschichte lebendig und geht nicht vergessen - und dies ist das Anliegen des Autors. Daneben ist es auch eine anrührende Liebesgeschichte zwischen Sonja und Anton Flückiger. Liebe und Liebesverrat spielen auch eine entscheidende Rolle bei der Tötung des Opfers, und sie ist das tragende Element in der "Rahmengeschichte", der Beziehung Hunkelers zu seiner langjährgen Freundin, der Kindergärtnerin Hedwig. Einzelne Personen sind schwierig zu verstehen; so der Täter, der sich in philosophische Paradoxien verliert und möglicherweise tatsächlich den Verstand verloren hat. Aber auch das Opfer entzieht sich dem Verständnis. Nicht nur wegen des mehrfachen Namenswechsels, sondern auch wegen seines Verhaltens: Liebling der Frauen und Schlächter in einem? Symbolisch trennt diesen Mann eine Bauchschussnarbe in eine obere und in eine untere Hälfte: Gut ist der Unterleib, böse ist der Kopf, der Mann eine gespaltene Persönlichkeit. Aber in Wirklichkeit ist er ein einsamer Mensch, selber ein Opfer des Irrsinns Zweiter Weltkrieg. Keine 5 Sterne, da etwas viel geschrien und geflucht wird, aber die Handlung ist dicht und spannend und verdiente auch die höchste Wertung.
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am 21. Juni 2007
Es ist schon richtig, dass Hunkeler besser in Pension geht, bevor der Charakter ausgereizt ist. Schneider (Jahrgang 38) ist in vielem Hunkeler und Hunkeler ist in vielem Schneider, nicht nur, weil beide in der Mittleren Strasse in Basel wohnen. - Das Buch hat durchaus seine Schwächen: Die Geschichte ist sehr weit hergeholt und der Mörder taucht schon in der Mitte des Buches auf. Leser und Leserinnen, die ihren Kopf beieinander haben, werden diesen Umstand am Ende des Buches mit einem enttäuschten "Ach ja, war ja klar" quittieren. Soviel zur rationalen Seite. - Andererseits ist das Buch seit Monaten ein Bestseller und entspricht offenbar einem zumindest gesamtschweizerischen Bedürfnis. Ich habe es nach einer Lesung mit Hansjörg Schneider und Mathias Gnädiger (dem Film-Hunkeler) gekauft, wissend, dass ich es in ein paar Stunden eingesogen haben werde, um es dann nie wieder zu öffnen. Ich mag das Buch ausserordentlich, obwohl es meine Intellektualität nicht befriedigt. Ich mag die abgekehrte, lakonisch-schnoddrige Sprache mit den kantigen Dialogen und all die Orte am Rande von Basel. Ein paar Tage, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, bin ich nach Basel gefahren und habe mich ins Tram Nr. 11 gesetzt, um ins Quartier St. Johann zu fahren. Lokaltermin. Basel by Beizen. Hie und da trifft man noch auf eine alte Gestalt, so wie sie im Buch vorkommt. Nicht alle Kneipen haben ihre Deftigkeit überlebt. An mancher hängt nun das Schild "Pizzeria". Ich ging zum Kannenfeldpark hoch und weiter zum Luzerner Ring. An der Grenze zu Allschwil liegt der grosse jüdische Friedhof, der durch seine Kargheit erstaunt. Gleich dahinter befindet sich das französisch-schweizerische Zwischengeländes mit der endlosen Anzahl herausgeputzter Schrebergärten, inklusive Vereinsrestaurant, wo man in der Tat Merlot für Fr. 3.80 trinken und - bei entsprechend unterwürfigem Verhalten (da Nichtmitglied) - Mittag essen kann. An jenem Sonntag gab es Fleischvogel, Polenta und Salat. Die Leute sind eigen, überwiegend aus, in der Schweiz hängen gebliebenen Secondos europäischer Prägung zusammengesetzt, aber keineswegs - wie im Buch - mürrisch und mörderisch. Am Ende der Siedlung steht ein altes Kieswerk, klapprig wie eine Kulisse aus Tom Sawyer. Man besteigt den kleinen Hügel ("Golan"), sieht in die Weite Frankreichs und zum nächsten Dorf Hésingue. Zurück durch die Schrebergärten, die in der Tat einer strengen Reglementierung unterliegen und von denen es so etwas wie erste und zweite Klasse gibt. Ein gemauerter Pool, irgendwo zwischen Rosenteich und Planschbecken erinnert mich wieder an den Roman - Gesetze sind da, um gebrochen zu werden.
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Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, will am 1. Jänner in seinem Haus im Elsass (nicht alleine) ausschlafen. Ein Anruf von Korporal Lüdi stört die Idylle: Anton Flückinger, ursprünglicher Name Anton Livius, aus Tilsit (Ostpreußen) stammend, Besitzer eines Schrebergartens, der - wie alle benachbarten auch - auf französischem Hoheitsgebiet liegt, wurde zuerst erschossen und dann an einem Fleischerhaken über der Eingangstür seines Hauses aufgehängt: Mord - und noch dazu auf eine ziemlich bestialische Art und Weise. Da dieser Mord aber - siehe oben - im Ausland passierte, muss mit den französischen Behörden zusammengearbeitet werden. Und diese Zusammenarbeit gestaltet sich alles andere als leicht...

"Hunkeler und der Fall Livius" ist der inzwischen 6. Fall mit Peter Hunkeler - und der Autor lässt keinerlei Müdigkeit erkennen. Der Spannungsfaktor ist weiterhin sehr hoch; das Lokalkolorit (Basel und angrenzendes Elsass) sympathisch; die typischen Probleme der modernen Zeit (Sterben der alten Gasthäuser in der Stadt; Schwierigkeiten, auf dem Land als kleiner Bauer überleben zu können...) sind geschickt eingebaut. Dass dieser Krimi auch noch in die deutsche (und Schweizer) Vergangenheit zurückreicht, macht ihn sogar noch spannender. Auch der Humor (diverse Sticheleien zwischen Schweizer und französischen Ermittlern) kommt ebenfalls nicht zu kurz. Und dass Peter Hunkeler, dieses Mal von der Polizei "für besondere Aufgaben" freigestellt, kein Kostverächter ist (was Essen und Trinken betrifft), weiß der geübte Leser inzwischen auch schon. Dieses Mal erhält er auf diesem Gebiet außerdem noch Verstärkung durch einen französischen Kollegen, der noch mehr frisst und trinkt.

Summa summarum: Ein sehr, sehr spannender, im schweizerisch/französischen Grenzgebiet spielender (Regional-)Krimi.
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TOP 500 REZENSENTam 25. August 2010
Hunkeler und der Fall Livius ist ein Hörspiel, welches im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz spielt. Ein Hörspiel mit sehr viel Lokalkolorit und vor alle mit den passenden Dialekten dieser Region, was dieses Höerspiel für Norddeutsche wohl unverständlich machen dürfte. Obwohl ich in dieser Gegend geboren bin und hier lebe und den schweizer und französischen Dialekt recht gut verstehe ist das Hörspiel streckenweise selbst für mich recht anstrengend.
Der Fall an sich ist kein wirklicher Reißer. Bei mir kam keine wirkliche Spannung auf, ich habe einfach den Burzug zu der Regio genossen in welcher ich lebe.
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Nun sind ein paar Jahre vergangen, seit ich das Hörspiel das erte Mal gehört habe. Ich habe in Sachen Rezensionen schreiben dazugelernt. Ich habe viel mehr Hörspiele gehört und meine literarischen Vorlieben erweitert. Ich habe gegonnen, andere Dinge schätzen zu lernen, Komplexität zu würdigen und bin wohl auch einfach älter geworden. 5 Jahre liegen zwischen dem ersten Mal hören und dem aktuellen Durchgang. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, es überhaupt schon mal gehört zu haben. Mittlerweile habe ich auch etwas mehr Bezug zum ermittelnden Kommissär und weiß, wer Hunkeler ist...

Es ist 1. Januar, als Hunkeler in seiner Baseler Wohnung rüde aus dem Schlaf geklingelt wird. Ein Mord wurde in einer Schrebergartenkolonie verübt. Das Opfer wurde erst erschossen und dann noch aufgehängt. Als wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, wird die Lage noch dadurch verkompliziert, dass das Opfer ein Deutsch in einer schweizer Schrebergartenkolonie auf französischen Gebiet ist, folglich, die basler Polizisten den Tatort nicht betreten dürfen und die Informationen von den französischen Kollegen einfordern müssen, die nicht begeistert sind, dass ein basler Polizist vor ihnen den Tatort untersucht hat. Ständiges Kompetenzgerangel, misstrauische Zeugen, die nicht mit basler Polizisten reden wollen, führen zu weiteren Spannungen, zu denen noch Rivalitäten zwischen verschiedenen Nationalitäten in der Laubenkolonie, illegale Kleintierhaltung und Zucht und Fleischschmuggel vom Elsass in die Schweiz über geheime Pfade der Laubenkolonie. Es wird für die Ermittler schwer, zu unterscheiden, welche Aktionen von Vandalismus im der Schrebergartenkolonie zum Mord gehören und welche einfach Lokalkolorit sind.
Wer war Anton Flückiger wirklich? Wurde er wegen seiner Vergangenheit ermorde oder war es nur ein Streit in der Laubenkolonie?

Ich gebe zu, ich kenne die Hunkeler Bücher nicht, ich kenne bisher nur die Verfilmung. Dieses Hörspiel des Schweizer Senders SRF1 aus dem Jahr 2007 hat wenig mit dem Verfilmung zu tun, ist deutlich ausführlicher und vielschichtiger und erzählt irgendwie auch einen komplett anderen Fall, ich gehe daher davon aus, dass das Hörspiel näher am Buch sein dürfte.
Wie auch immer, hier werden interessante Fälle ermittelt, die Motive sind nachvollziehbar und die Ermittler sind wirklich nicht darum zu beneiden, herausfinden zu müssen, was jeweils die Ursache für die Morden an Mensch und Tier ist. Leider weiß ich zu wenig über die Geschichte des zweiten Weltkriegs und was damals im Elsass geschah. Wieviel hiervon Tatsache ist wäre interessant zu wissen, leider ging keiner der Moderatoren des schweizer Radios darauf ein.
Die Sprecher sind alle sehr gut, alles top Profis, keiner fällt unangenehm auf. Ein weiterer Pluspunkt ist das realistische Sprachgewirr, wie es tatsächlich im Dreiländereck herrscht. Hier wird Schweizerdeutsch, Französisch, Hochdeutsch und Allemanisch gesprochen, teils wechselt die Sprache mitten im Satz, eine babylonisches Sprachgewirr, das das Publikum, für welches das Hörspiel konzipiert ist, also die Menschen des Dreiländerecks um Basel, problemlos verstehen.
Ich kann Norddeutschen nur dringend davon abraten sich dieses Hörspiel reinzuziehen, so gut es auch sein mag, viele Passagen werden sie wohl nur mit Schwierigkeiten verstehen können und hier gibt es keine Untertitel wie bei den Verfilmungen.
200 Minuten Spannung bis zum Schluss. Nichts wird absichtlich verschwiegen. Saubere Ermittlung zum miträtseln, so sollen Hörspielkrimis sein.

So kann man seine Meinung über die Jahre ändern.
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am 24. Februar 2013
Zugegebenermaßen, mein erster Hunkeler Krimi. Ebenfalls zugegeben: das Buch habe ich aus einem Haufen herrenloser Bücher in einem Ferienhotel geschnorrt. Und, ebenfalls zugegeben, der Krimi hat mich zunächst gar nicht begeistert; die Freude, ihn weiter zu lesen kam erst nach etwa 50 Seiten.

Worum geht`s? Hunkeler ist Kommissär in Basel, freut sich auf seinen nahenden Ruhestand und ist, da er etwas ungewöhnliche Methoden bevorzugt, vom regulären Dienst freigestellt. Am Neujahrsmorgen wird er dennoch gerufen, da ein älterer Herr in einer Kleingartensiedlung erschossen und anschließend an einem Fleischerhaken aufgespießt wurde. Der Tote ist eingebürgerter Schweizer, der Kleingarten befindet sich aber gerade eben auf französischem Boden. Nun beginnen nicht nur die Ermittlungen des Falles, sondern auch die alles andere als angenehme Zusammenarbeit mit der französischen Polizei. Es wird in viele Richtungen nachgeforscht, der Leser bekommt Einblick in die kleinbürgerliche Seele vieler Schweizer und deren oft gar so sehr schräges Verhalten. Zudem führt der Fall Hunkeler nach Emmental, nicht des Käses wegen, und dort wird es noch schräger als im großstädtischen Basel. Am Ende, mit reichlich Spannung, wird der Fall gelöst.

Hunkeler selbst ist eine Art Mischung zwischen Mankells Wallander und Camilleries Montalbano, etwas eigenbrötlerisch in einer seichten, aber heißen Beziehung mit deutlichen Hang zu gutem Essen und der unumstößlichen Priorität für die Arbeit.

Fazit: Wenn man sich etwas für die spezielle schweizer Art erwärmen kann, dann ist der Hunkeler einer, von dem man mehr lesen möchte. Differenziert, etwas eigenartig, aber anziehend in seiner schrägen Art.
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am 30. Mai 2007
Am Neujahrstag wird in einer Schrebergartensiedlung auf französischem Staatsgebiet nahe Basel ein Toter gefunden. Hunkeler, der eigentlich die Zeit mit seiner Freundin geniessen möchte, muss den Täter suchen und findet verschiedene Ansatzpunkte, um dem Mörder auf die Spur zu kommen.
Als Krimi fand ich "Hunkeler und der Fall Livius" nur durchschnittlich. Allerdings ist bei den Hunkeler-Krimis die Krimihandlung nicht unbedingt das Wichtigste. Überzeugend und einnehmend ist vor allem, wie Hansjörg Schneider sehr stimmig seine kauzige kleine Welt beschreibt. Besonders sprachlich und stilistisch ist Schneiders Buch ein Genuss. Namentlich in der Sprache kommt gut zum Ausdruck, dass Basel ein kultureller Schmelztiegel ist. So gibt es immer wieder Einschübe aus dem Schweizer oder Elsässer Dialekt oder aus dem Französischen. Der neue Hunkeler ist somit eine schöne Hommage an die Basler Lebensart, das Savoir vivre à la bâloise.
Hunkeler steht im Roman praktisch vor der Pension. Wahrscheinlich wäre es auch gut, die Figur Hunkeler bald in den Ruhestand gehen zu lassen, denn der Charakter ist doch langsam ausgereizt.
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am 10. Juli 2015
Egal was ich von HJ Schneider gelesen habe, einfach überzeugend!
Der schrullige Kriminalkommissar Hunkeler der zwischen Basel und dem Elsass hin und her pendelt und dabei seine Fälle meist im Alleingang löst, ist eine lliebenswerte Figur.Der Leser erhält dabei eine Einführung in die schweizer Mentalität mit allen seinen Schattierungen.
Nicht nur ein Krimi sondern eine unterhaltsame Beschreibung der Schweiz, insbesondere der Stadt Basel und Umgebung.
Es macht ausgesprochen Freude Hunkeler auf den Fersen zu folgen.
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am 10. Februar 2013
dieser krimi hat mir sehr gefallen. ich kenne ein wenig das elsass und den südschwarzwald -basel nur durch die fasenacht und so macht es neben der spannung spass,an land und leute erinnert zu werden. der autor hat eine intelligente und herzliche art, den leser zu unterhalten. die aufklärungsanstrengungen des falles sind fein dosiert verteilt. lange besteht unklarheit. dafür läuft das finale in kurzer heftigkeit ab. sehr gut.
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am 8. März 2011
Ein geschichtlich sehr weit gefasster Schwung, aber die Geschichte ist gut und spannend.
Interessantes Bild, wie sich Franzosen und Schweizer stehen.
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