Als ich die Band das erste Mal 1993 als Support für Nick Cave sah, war es um mich geschehen. Die ersten Alben waren jedes für sich Meisterwerke. Es ist ja bei vielen Bands das "Schicksal", das sie ihre ersten Meilensteine kaum noch toppen können. Schon das nunmehr vorletzte Album "Waiting for the Moon" zeigte Schwachstellen und im Rückblick verwunderte es nicht, dass sich die Band in eine dieser kreativen Pausen verabschiedete. Und das neue Album? Es hat wenn überhaupt nur bei einem Stück (The Organist Entertains), das letztlich den Eindruck eines Füllstückes hinterlässt, eine Schwachstelle. Der Rest: anders als früher kann trotzdem an die meisterliche Art, wunderbare, zu Herzen gehende Songs zu schreiben, angeknüpft werden. Anders allein deshalb, weil nur noch drei der Gründungsmitglieder dabei sind und sich daher automatisch etwas verändert hat. Anders aber eben nicht schlechter.
Und live? Ich konnte die Band in Brüssel sehen und kann nur sagen: brilliant. Tindersticks sind wieder da!