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Hungerwinter: Deutschlands humanitäre Katastrophe 1946/47 [Taschenbuch]

Alexander Häusser , Gordian Maugg
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

7. Dezember 2010
Es war der kälteste Winter des Jahrhunderts. Der Zweite Weltkrieg war vorüber, Deutschland besetzt, die Städte zerbombt. Es fehlte an allem: Wohnungen, Nahrung, Heizmaterial. Als dann die Kälte hereinbrach, starben mehrere hunderttausend Menschen an Unterernährung, Erfrierung und Epidemien. Nun erzählen Betroffene zum ersten Mal von dieser Schreckenszeit. Ein bewegendes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. »Die Kälte war wirklich schlimm. Wir Kinder waren zu dritt in einem Bett, damit wir bloß ein bisschen Wärme erzeugen konnten. Blitzblankes Eis war da an den Wänden.« Edith Eints, Flüchtlingskind, damals 9 Jahre alt

Wird oft zusammen gekauft

Hungerwinter: Deutschlands humanitäre Katastrophe 1946/47 + Freiwild: Das Schicksal deutscher Frauen 1945
Preis für beide: EUR 17,90

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch (7. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548610056
  • ISBN-13: 978-3548610054
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 131.946 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Alexander Häusser, geboren 1960 in Reutlingen, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Hamburg. Seine Erzählung Zeppelin! wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschien bei Knaus sein vielbeachteter Roman Karnstedt verschwindet.

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4.6 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen informativ und ergreifend 6. Januar 2010
Von Falk Müller TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Hungerwinter 1946/47 gehört wahrscheinlich zu jenen Ereignissen, von denen jeder schon einmal gehört, aber die wenigsten Konkretes wissen. Es ist das Verdienst des Buches, genau diese Lücke zu schliessen.

In den ersten Kapiteln wird zunächst die Gesamtsituation in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg beschrieben, vor allem die Härte der Lebensbedingungen damals. Es herrschte ja Mangel an praktisch allem - Wasser , Strom , Heizmaterial , Essen , Kleidung und vieles mehr. Dinge die man sich heute kaum noch vorstellen kann, weil sie so selbstverständlich geworden sind. Es war gut und richtig von den Autoren, dies zunächst deutlich zu machen, damit man verstehen kann, wie ein bereits gebeuteltes Land durch den Kältewinter langsam in eine Katastrophe schlitterte.

Bereits zu Weihnachten 1946 ist klar, dass es ein extremer, kalter Winter wird. Aber gerade anhand des Weihnachtsfestes wird auch beschrieben, wie die Menschen trotz aller Entbehrungen nach einem Stück Normalität, Lebensfreude und Hoffnung suchten. Wenn gerade von den Dingen die Rede war, an denen damals Mangel herrschte, so gab es doch eine Sache, die uns aber heute in unserer Überflussgesellschaft allzu oft wie Luxus erscheint - nämlich gesellschaftlicher und familiärer Zusammenhalt. Wahrscheinlich braucht es immer erst solcher Krisen, bevor die Menschen zusammenrücken und füreinander einstehen. Insofern ist das Buch auch aus soziologischer Sicht recht interessant.

In den weiteren Kapiteln wird beschrieben, wie jede weitere Frostwelle die Situation immer weiter verschärft. Kulminiert wird dies in dem Kapitel, welches "Der weiße Tod" überschrieben ist. Der Titel spricht hier ja schon für sich. Es sind nicht die reinen Opferzahlen, die beindrucken, sondern die geschilderten Einzelschicksale. Da ist zum Beispiel eine Paar, mit seinem Baby, dass Weihnachten 1946 zum ersten Mal als Familie Heiligabend feiert. Das Kind Verstirbt wenig später an einer Lungenentzündung, was der Mutter fast das Herz bricht. Am Schluss des Buches erlebt man diese Mutter nochmal, jetzt als alte Frau von über 80 Jahren, welche in Erinnerungen an diese Zeit gefangen ist. Ihr damaliges Kind sollte das einzige in Ihrem Leben bleiben, und Weihnachten 1946 das einzige Fest, welches sie als Mutter feiern konnte. Und vielleicht war deshalb 1946 das schönstes Weihnachten in ihrem gesamten Leben trotz aller Entbehrungen und Härten. Es sind solche einzelnen Schicksale, die das Buch zu einer Lektüre machen, die man so schnell nicht vergessen kann.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine unvorstellbare Schreckenszeit 23. Februar 2010
Von Joroka TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In unserer Überflussgesellschaft ist es kaum noch nachvollziehbar, dass vor über 60 Jahren ganz andere Umstände in deutschen Landen herrschten. Der Krieg war zu Ende, die Deutschen hatten ihn verloren. In völlig zerstörten Innenstädten vegetierten die Überlebenden und die ansteigende Zahl von Vertriebenen aus den Ostgebieten. Die Versorgung mit Nahrung war unzureichend und nur über Zuteilungen möglich. Der Schwarzmarkt und das Hamstern blühten und wurden überlebensnotwendig. Und dann kam ein besonders harter und frostreicher Winter. Nun verhungerten Menschen nicht mehr nur, sondern sie erfroren auch, denn ebenso war das Heizmaterial überaus knapp bis nicht vorhanden. So wurde alles verfeuert, was brennbar und nicht niet- und nagelfest war (und auch das noch).

Immer wieder kommen Augenzeugen zu Wort, die z.T. zum ersten Mal über diese Zeit sprechen. Sie haben überlebt, andere nicht. Die Familie gewann als Schicksals- und Hungergemeinschaft eine ganz wichtige Bedeutung. Doch viele, vor allem auch zu Waisen gewordene Kinder, mussten sich alleine durchschlagen.

Im Buch wird aber auch deutlich, dass ohne die massive Unterstützung der Siegermächte alles noch viel, viel schlimmer gekommen wäre. Das 'CARE'-Programm ist dabei das bekannteste, aber es gab noch verschiedene andere.

Meine Großmutter ist im Winter 1946/47 am Hungertypus gestorben. Darüber wurde in unserer Familie nie viel gesprochen. Nun kann ich mir ein besseres Bild zu dieser Zeit machen.
Irgendwie interessant, dass man über diese Zeit deutscher Geschichte bisher so wenig gehört oder gelesen hat. Das Buch leistet somit eine gewisse Aufklärungsarbeit.

Im der Mitte gibt es noch 8 Doppelseiten mit Fotografien aus dieser Zeit als Ergänzung, z.T. aus dem Privatbesitz der Augenzeugen.
Vom Stil her habe ich zu kritisieren, dass man den Eindruck gewinnt, dass es doch zu gewissen Wiederholungen im Erzählverlauf kommt. Auch gibt es eine recht lange Vorgeschichte, bevor es um den eigentlichen Winter geht. Nun, ich denke, dass ist aber auch wichtig, um die Geschehnisse im Kontext verstehen zu können.

Fazit: Das blüht uns hoffentlich nie wieder! Ein Anti-Kriegs-Buch; denn auch lange nach dessen Ende sind die Folgen noch dauerhaft sehr schrecklich.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nachdem die ARD in der letzten Zeit schon mit Dokumentarsendungen über die Themen Flucht und Vertreibung lange verdrängte Themen der deutschen Nachkriegsgeschichte wieder ins öffentliche Bewusstsein geholt hatte und Propyläen mit den entsprechenden die Fernsehsendungen begleitenden und nachbereitenden Büchern auf den Markt gekommen war, folgt in dieser Reihe von bemerkenswertem Journalismus das Buch von Alexander Häuser und Gordian Maugg über den "Hungerwinter. Deutschlands humanitäre Katastrophe 1946/47".

Als 1954 Geborener kann ich mich sehr gut daran erinnern, wie etwa zehn Jahre nach diesem unvergessenen Winter meine Großeltern vor allem immer wieder ihre gegenwärtige gute wirtschaftliche Lage in der Wachstumsperiode Ende der fünfziger Jahre verglichen mit dem, was sie in 1946/47 erlebt hatten. Nun hatten sie nicht ihr Haus und Hof verloren, mussten nie fliehen und ihre Heimat verlassen. Das Schicksal insbesondere der Millionen von Menschen, die sich in diesen Jahren immer noch auf der Suche nach einer neuen Heimat befanden, wird in diesem Buch besonders gewürdigt.

Es ist ein Buch, das für alle, die diesen Winter bewusst miterlebt haben, eine Menge schmerzlicher Erinnerungen zurückbringt, aber auch den Stolz, diese schwierige Phase überlebt zu haben. Für alle nach dieser Zeit Geborenen, wenn sie denn Interesse daran haben, ist es ein bewegendes Zeugnis davon, wie ein Land, das noch in Trümmern liegt, eine dieses Mal nicht selbst verschuldete große Krise bewältigt, wie die Menschen zusammenrücken in der Not und wie unvergleichlich gut es ihnen heute geht, trotz aller gegenwärtigen Krise und Probleme. Gegenüber dem, was damals geschah, nehmen sie sich aus wie Peanuts und sie sind es auch.
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