Da es nicht möglich ist, dieses Buch zu rezensieren, ohne ordentlich das erste Buch dieser Trilogie "hunger Games" zu spoilern, sollten sich an dieser Stelle all jene abwenden, die das erste Buch noch vor sich haben.
Nachdem Katniss und Peeta im ersten Teil der Hunger Games aus selbigen als Siegerpärchen hervorgingen steht Ihnen und Ihren Lieben nun ein scheinbar unbeschwertes Leben in Reichtum und Überfluss bevor. Noch nie in der Geschichte der Hunger Games sind zwei Sieger aus diesem perversen Spiel der Capitol hervorgegangen und nur die geschickt inszenierte Liebesgeschichte hat beide zugleich gerettet, so dass sie nun gemeinsam Ihre "Triumphreise" durch alle 12 Distrikte angehen können. Jedoch haben sie die Rechnung ohne die Capitol gemacht, die sich durch Katniss' geschickten Schachzug vor ganz Panem vorgeführt fühlt und nun auf Rache sinnt. Auch Katniss spürt, dass sie mit ihrer scheinbar harmlosen Tat für viele Bewohner der von der Capitol unterdrückten Distrikte zur schillernde Leuchtfigur der Hoffnung auf Befreiung geworden ist. Es machen sich vielerorts Unruhen und Rebellionen breit, die die Capitol mit aller Macht zu unterdrücken versucht. Im 75. Jahr der Hunger Games ist ihnen scheinbar jedes Mittel recht ihre unangefochtene Machtstellung zu wahren...
Das erste Buch der Trilogie von Suzanne Collins hatte mir bereits den Atem verschlagen und ich habe mich monatelang gefragt, wie die Geschichte um Katniss und Peeta wohl weitergehen mag. Catching Fire ging über das hinaus was anscheinend in meiner Vorstellungskraft lag. Fantastisch, wie Suzanne Collins die Handlung wieder aufnimmt und vor allem so ganz nebenbei auch Hintergrundinformationen zu der von ihr geschaffenen Welt liefert, ohne direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Wunderbar auch wie die Charaktere weiterentwickelt wurden, vor allem Katniss' innere Zerrissenheit im Umgang mit ihren Mitmenschen nach ihrem Sieg, ihre Wut und Verzweiflung gegenüber der Capitol, die daran schuld ist, dass sie von Alpträumen heimgesucht wird. Es kommt sehr gut rüber, dass die Hunger Games an ihr und auch Peeta nicht spurlos vorübergegangen ist. So ein traumatisches Erlebnis verbindet natürlich, und so werden Peeta und auch der einstige Sieger und Mentor Haymitch zur Katniss' besten Freunden und Verbündeten. Daneben wünscht sich Katniss, dass ihre Freundschaft zu ihrem besten Freund Gale wieder so wird wie einst aber sie muss erkennen, dass beide sich durch die Hunger Games verändert haben.
Der Schreibstil in Catching Fire war für mich beim Einlesen etwas gewöhnungsbedürftig, was daran liegt, dass fast alle Bücher die ich lese in der Vergangenheitsform geschrieben wurden und Catching Fire wiederum im Präsenz, das kam mir am Anfang irgendwie komisch vor. Ich konnte mich auch nicht daran erinnern, dass es mir bei The Hunger Games besonders aufgefallen wäre. Es wirkt vor allem dann seltsam, wenn Handlungen zusammengefasst beschrieben werden, was vor allem am Anfang des Buches häufig der Fall ist. Das ist der einzige Punkt, der mir nicht so recht gefallen hat, da diese Passagen recht holprig wirken, obwohl ich auch verstehen kann, dass man manche Dinge nicht im Detail beschreiben kann und sollte. Da ich am Ende jedoch trotzdem zu 100% in die Geschichte abgetaucht bin, gibt es für dieses gewöhnungsbedürftige stylistische Mittel von mir trotzdem keinen Punktabzug.
Wer The Hunger Games toll fand wird von Catching Fire nicht enttäuscht werden, gelungene Fortsetzung, hoffen wir, dass das finale Buch (Titel? Erscheinungsdatum?) hoffentlich möglichst bald daran anknüpft.