"Hung spielt im Detroit City unserer Zeit im Kontext der US-Hypothekenkrise oder wie Protagonist Ray Drekker im einleitenden Off-Prolog der Pilotfolge sagt: 'dem Symbol des allgemeinen Niedergangs.' Der seit zwei Jahren geschiedene Geschichts- und Sportlehrer ist Mittvierziger, Eigenheimbesitzer und Vater von den bei ihm lebenden pubertierenden Jugendlichen Damon und Darby Drekker. Exfrau Jessica Haxon hat den ehemaligen Baseball-Helden für den reichen Hautarzt Ronnie Haxon verlassen und dabei zu verstehen gegeben, dass sie sich als ehemalige Cheerleader-Schönheitskönigin von Ray, der auf der Highschool gut aussehend, athletisch, bei allen beliebt, talentiert und extrem gut bestückt war, mehr erhofft hat und ihm von diesen Eigenschaften einzig sein 'Schwanz' geblieben ist. Ray`s Schicksal verschlimmert sich, als durch einen Brand sein Elternhaus unbewohnbar wird. Durch Tanya, einer spleenigen Sexbekanntschaft, kommt Ray auf die Idee sich selbst zu vermarkten und damit seine desolate Finanzsituation sowie sich die Liebe seiner Kinder zu retten." (Vgl.: meine Hausarbeit dazu)
Alleine das Intro strotzt nur so von Komplexität und man kann sich seitenlang über die Symbolik auslassen. Die Kamera von der Uta Briesewitz, die schon The Wire zu einem Augenschmaus gemacht hat, erledigt den Rest. Oberflächlich gesehen, geht es um Sex, lustige, geile und peinliche Situationen. Doch in der Tiefe haben wir auch in dieser HBO-Serie gesellschaftskritische Töne. Wer gerne Bilder zerlegt und interpretiert, wird hier seine Freude haben. Was Showtime und HBO in den letzten 10 Jahren so hingezaubert haben liegt meilenweit über dem Seichtmist den wir auf den deutschen Privatsendern zu sehen bekommen. Wer einmal beim PAY-TV Blut geleckt hat, der will nie wieder normal Fernsehen schauen.
Kaufen!
Eine Wutal Studentenrezension