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Und so ist es auch mit diesem Roman. Weder kann man anspruchsvolle Literatur unter solchen Bedingungen schreiben noch kann man sie sinnvoll lesen. Unter diesen Umständen zollen wir dann Kempowski vollen Respekt für diese überaus humoreske und durchaus stets selbstironische literarische Fingerübung, die gewiss nicht den Anspruch hat, als große Literatur zu gelten, und von der der Autor vermutlich zugeben würde, dass so etwas eben auch zum Lebensunterhalt notwendig ist. Natürlich muss man solche augenzwinkernden Werke ebenso mögen wie den norddeutschen Charakter, will man solchen Büchern etwas abgewinnen (und ihm fünf Sterne geben).
In diesem Buch beginnt die Geschichte des Schriftstellers Alexander Sowtschick, bei dem es sich expressis verbis um ein männliches Exemplar handelt, das sowohl "soft" als auch "chic" ist oder zumindest gerne wäre, und bei dem es sich um keinen anderen als die autobiographische Blaupause von Walter Kempowski handelt. Ihre Fortsetzung findet diese Geschichte dann erst gut 20 Jahre später im (bisher) letzten Roman von Kempowski "Letzte Grüße" - in Stil und Thema konsequent fortgeführt.
Anstatt, wie vorgenommen, an seinem neuen Roman zu schreiben, lenken die jungen Mädels, die seinen Haushalt führen sollen, den alternden Schriftsteller "tüchtig" ab. So etwas bleibt auf dem Lande natürlich nicht verborgen, wo ein Schriftsteller - ob er es will oder nicht (Kempowski will es) - immer ein Exot bleibt.
Als dann ein kleines Mädchen ermordet aufgefunden wird, richtet sich der Verdacht sofort auf den im Orte stets fremd gebliebenen Mitbürger. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, an dessen Ende ein resignierter Schriftsteller steht, der sich zwar rehabilitiert aber schmollend nun am liebsten noch weiter isolieren möchte, es dann aber doch nicht lassen kann - man ist ja nicht uneitel. Kempowski lässt hier bereits zum ersten Male grüßen.
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