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Hundskrüppel: Lehrjahre eines Übeltäters
 
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Hundskrüppel: Lehrjahre eines Übeltäters [Taschenbuch]

Gerhard Polt
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 3 (März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492246346
  • ISBN-13: 978-3492246347
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 136.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gerhard Polt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

„Hundskrüppel, verreckter“ ist ein Ehrentitel, den man sich in Bayern mit harter Arbeit erwerben muss. Dadurch zum Beispiel, dass man ein plärrendes Baby mit einem Regenwurm füttert. Oder dadurch dass man Hundekot in einen Schuhkarton verpackt, mit Geschenkpapier umwickelt, dieses Gebilde in Brennspiritus tränkt („es geht aber auch jede andere Art von Brandbeschleuniger“), anzündet und vor die Türe eines „Unsympathen“ legt. „Danach betätigt man die Hausglocke und geht in Deckung. Schön ist, wenn man von dort aus eine gute Sicht hat, um alles, was dann folgt, beobachten zu können“.

Von diesen und anderen Großtaten berichtet Gerhard Polt in seinem leider viel zu schmalen, dafür aber blendend komisch geschriebenen Erinnerungsbändchen Hundskrüppel, das eine wenn auch späte, so doch adäquate und zeitgemäße Antwort auf die Lausbubengeschichten eines Ludwig Thoma ist: Wie diese nämlich bestätigt es das gute alte Wort des Philosophen, dass im Zeitalter des Heranwachsens ein Tag ohne gelungenen Streich ein verlorener Tag sein muss. Und außerdem erfährt man noch, wie alles anfing mit dem Polt Gerhard aus dem Wallfahrtsort Altötting, und wie der Knabe zu einem der größten deutschen Komiker heranreifen konnte, als den man ihn ja nun einmal gar nicht genug feiern kann.

„Dass ich heute manchmal noch optimistisch bin, verdanke ich meiner Kindheit und denen, die sie mir ermöglicht haben“, schreibt Polt in Hundskrüppel -- und spannt selbst den Bogen von seinen Anfängen bis hin zu seiner kabarettistischen Tätigkeit: „sonst wäre ich zu meinem Leidwesen schon allzu früh erwachsen geworden, wie die anderen auch, und dann könnte ich mir alle meine Worte sparen.“ Diesem Dank muss man sich als Leser uneingeschränkt anschließen. Denn Hundskrüppel ist ein auf positivste Weise kindliches, ebenso „naiv“ wie witzig-unbeschwert erzähltes Buch. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Ein schmales, aber sehr gehaltvolles Traktat … Subtil richtete sich das subversive Tun Gerhard Polts und seiner Freunde gegen jede Art von Obrigkeit und betonierte Ordnung. Und dabei ist es bis heute geblieben.« Münchner Merkur

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stefan Erlemann HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Untertitel dieses einhundertsieben Seiten kurzen Bändchens sagt alles: Gerhard Polt beschreibt in vierundvierzig Episoden "Wahre Begebenheiten" aus seinen Jugendjahren - wobei das "Wahre" nur auf seinem Wort beruht.
In einem Vorwort beschreibt er seine (harte) Kindheit als glücklich und vor allem als notwendig (wobei er hier den Unsinn meint, den er und seine Kumpanen getrieben haben), um nicht zu früh erwachsen zu werden ("wie die anderen"), und dass er seinen Optimismus dadurch nie verloren hat!

Da werden kleine und liebenswerte Streiche gemischt mit eher bösen Fallstricken, die unschuldigen Mitmenschen gestellt werden, und die entsprechenden, oft sehr harten Strafen gleich angedeutet - wahrlich hatte er keine leichte Kindheit, hat sich aber nicht unterkriegen lassen.
Wenn ihm oder einem seiner Freunde ein "Du Hundskrüppel, du verreckter" hinterher geschrieen wurde, war der Tag gerettet und in die Achtung der Gleichaltrigen war einem sicher.

Da werden Hüte von Mitreisenden als Aschenbecher genutzt, natürlich mit der noch glimmenden Kippe, einem Säugling wird ein Regenwurm in den Mund gesteckt, der dann gleich aufhört zu "plärren", in einer anderen Episode werden einem Künstler Abfälle ins Zimmer geworfen (da dort immer ein Fenster offen steht) und die darauf folgende Fliegenplage genüsslich angemerkt, da wird die Naivität der Erwachsenen belächelt, die doch tatsächlich auf die Frage, wer denn der Übeltäter war, die Notlügen der Jungs GLAUBEN!

In der Kirche werden die Ohren des Vorder-"Kindes" im Lichte der Sonne beobachtet (bis die Ohrwatschen folgen), Wespen werden in Kuchenstücken versteckt und mit Spannung wird jede einzelne Gabel des Unschuldigen Opfers beobachtet (gnadenlos natürlich). Ratten werden in einer Fleischerei gejagt (und vermutlich in den Fleischwolf geworfen) und in einem Milchladen wird erst die Besitzerin mit einem Trick fortgelockt und dann wird mit vereinter Kraft hingebungsvoll in eine große Milchkanne "gerotzt" ...

Eine Geschichte wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die damaligen Lebensumstände (und auf die Dinge, die wichtig waren): Ein "Kindkollege" hatte einen Vater, der den ganzen Tag in einem Kühlschrank steckte, nämlich dem Kühlraum einer Metzgerei. Nur wenn ein Kunde etwas aus diesem Kühlraum wollte, wurde an die Tür geklopft und der "alte Pemsi" reichte das Entsprechende heraus. Ab und zu (selten!) durfte er für kurze Zeit zum warmen Leberkäse, um sich aufzuwärmen. Als im Krieg das Nachbarhaus einstürzte, drohte auch die Metzgerei einzustürzen. Alle verließen das Haus, nur die Frau des "alten Pemsi" rannte wieder hinein und rettete im letzten Moment die Geldkassette, bevor das Haus einstürzte - dem Pemsi hat keiner Bescheid gesagt - der ist im Kühlraum erfroren! Der "Kindkollege" von Gerhard Polt wurde übrigens Heizungsbauer.

Die meisten Geschichten sind nicht mal zwei Seiten lang und entsprechend knapp und unkommentiert. Nur wer den Polt'schen Hintersinn und oft verschrobenen Humor mag, wird sich hier köstlich unterhalten, die Derbheit und Härte dieser "Schlaglichter" könnten aber zart Besaitete abschrecken. Wer mit Polt und seinen Possen (in Buch und Film) nichts anzufangen weiß, dem werden die Streiche seiner Jugend schon gar nicht gefallen. Also Vorsicht, man muss Polt mögen!
Der Rezensent jedenfalls hat sich köstlich amüsiert - die Nachkriegszeit und ihr grauer Alltag, die harte und brutale "Pädagogik" der Eltern und Lehrer forderten eben einfach diese gnadenlosen Reaktionen der "Hundskrüppel" heraus!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von R.S. TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD
Es ist nicht so klar, ob die Geschichten die Gerhard Polt hier zum Besten gibt, biografischen Ursprungs sind oder nicht. Es könnte durchaus so gewesen sein, jedenfalls handelt es sich um Lausbubengeschichten, die nicht allzu böse aber dafür um so lustiger sind. Zuzutrauen ist es ihm durchaus, dass er bei diesen Streichen mit dabei war. Es ist aber auch gar nicht wesentlich. Wichtig ist, dass die Unterhaltung über die gesamte Spielzeit des Albums gehalten werden kann, wenngleich am Ende doch einige etwas schwächere Geschichten her mussten um das Programm zu füllen.

Gerhard Polt kennt man und liebt man. Sein Vortrag ist ausgesprochen lustig, und kein Buch kann seine Stimme, Betonung und Interpunktion wiedergeben. Das spricht eindeutig für diese Version. Weniger überzeugt haben mich die Musikstücke die immer wieder, glücklicherweise nicht nach jedem, Titel zu hören sind. Es ist nun Mal so, dass Volksmusik nicht jedermanns Sache ist. Zugegeben passt Volksmusik zu der Bierzeltatmosphäre die aus diesem Livemitschnitt klar zu hören ist. Meinen Geschmack trifft aber diese Musik nicht. Dem Vortrag von Herrn Polt hingegen kann ich sehr viel abgewinnen, weshalb ich insgesamt das Werk durchaus empfehlen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klemens Taplan TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Gerhard Polt, bekannter bayerischer Kabarettist und Autor, erinnert sich an die Zeit seiner Kindheit, die er ironisch als "Lehrjahre eines Übeltäters" bezeichnet. Im Fokus stehen saftig derbe Streiche, die seiner Umgebung schon einmal ein "Du Hundskrüppel, du verreckter!" entlockt haben. Es ist kein Buch für zartbesaitete Menschen.

Die Geschichten sind kurz gehalten und wirken authentisch. Polt kommt schnell auf den Punkt. Wenn die Streiche nicht echt sind, hätte man sie in der beschriebenen Form für ihn erfinden müssen.

"Aber es geht mir nicht nur um die einzelnen Geschichten, sondern ich hoffe, dass sich das am Ende verdichtet, zu einer Welt oder einer gewissen Haltung, die wir damals hatten", so Polt in einem Interview. Diese Welt bzw. Haltung wird für die Leser in jedem einzelnen Kapitel erfahrbar.

Wer Gerhard Polt aus den Medien kennt und mag, wird auch dieses Buch mögen.
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