Da ich eigentlich fast ausschließlich positive Rezensionen zu diesem Buch gelesen hatte und mir die Beschreibung auch zusagte, habe ich mir das Buch für eine Reise gekauft. Und der Mangel an alternativen Lesemöglichkeiten war auch wohl der einzige Grund, warum ich das Buch nicht schon nach den ersten 100 Seiten weggelegt habe.
Der Schreibstil und die Grudidee sind innovativ und brechen mit vielen "Regeln" des Fantasy-genres, weswegen ich den einfachen Stil zuerst als sehr erfrischend zu lesen empfand. Allerdings wurde aus "erfrischend" schnell "naiv und plump". Viele Überraschungsmomente oder Höhepunkte werden durch den Schreibstil zerstört und hinterlassen nichts als einen faden Beigeschmack beim Lesen.
Tatsächlich schien das Buch mehr aus Dialogen, als aus beschreibenden Text zu bestehen, weswegen es zwar sehr dynamisch wirkt, aber eben kaum Zeit für Spannungsaufbau lässt.
Auch die ständigen Wiederholung werden schnell nervig, man muss nicht bei jedem Möbelstück erwähnen, dass das Holz dazu wohl aus der Heimat des Hauptcharakters stammt.
Die Charaktere, allen voran der Hauptcharakter, wirken auf den ersten Blick komplex und vielschichtig, werden aber dennoch nie genauer behandelt und mit wiederkehrenden Beschreibungen zur ewigen zweidimensionalität verdammt.
Auf jeder Seite so scheint es, wird vom neuen betont, wie schön, aber gefährlich Nahadoth ist, dass Sieh ein Kind und doch keines ist und der Hauptcharakter mit der Lebensweise der Arameri nicht zurechtkommt. Ale anderen Charaktere schienen der Autorin zu uninteressant, als dass sie sie mit mehr als zwei Sätzen gewürdigt hätte.
Die Idee selbst ist gut, man hätte viel aus ihr heruasholen können, tat es aber nicht. Die "Intrigen", die der Rückentext verspricht, sind ein/zwei vorhersehbare Gemeinheiten der relativ flachen Gegenspieler, nichts, was einen in Atem hält oder mit Spannung die Aufflösung von allem erwarten lässt, die Charaktere, allen voran die "Bösen", flach und unausgearbeitet und der eigentliche Plot geht in dem selstam verqueren Liebesgedöns des Hauptcharakters unter.
Alles in allem hat mich das Buch gelangweilt und ich wurde an eine beliebte Vampirromanreihe erinnert, die ebenfalls weder durch eine ausgeklügelte Story noch durch den Stil des Autors glänzt.
Fans von Fantasy, die die Geschichten von Autoren wie Robin Hobb, Patrick Rothfuss, Scott Lynch oder v.Brett lieben, sollten vielleicht erst ein/zwei Kapitel hineinschnuppern, bevor sie sich dieses Buch zulegen.