Man kann ein Buch auch hinsichtlich dessen bewerten, was es NICHT ist. Oder nach dem, was dem Leser erspart blieb. Um es vorweg zu nehmen, dieses Buch ist einfach (weil in leicht zu lesender Sprache geschrieben) und gut (von der Story her).
Der Autor erspart uns einen in heutigen, speziell amerikanischen Krimis anscheinend immer anwesenden heroischen Einzelkämpferermittler, den harten Hund der Dienststelle, den alle gleichermaßen fürchten und achten, der billige Erotik erlebt -erleben muss, weil er wegen seines aufreibenden Jobs natürlich geschieden ist und sich nur die Nähe seiner Kinder wünscht....er, der am Ende total abstakte Situationen allein durch seinen Scharfsinn oder zusammen mit der neuen Kollegin, die man ihm, dem Einzelgänger an die Seite stellte, löst.
Nein, von all dem Klamauk bleiben wir verschont. Statt dessen bekommt der Leser eine oder mehrere Lehrstunden in Sachen "Segeln" und den dazu gehörenden Fachausdrücken. Der Autor hat es geschafft, informatives und lehrreiches SO in die Geschichte einzubinden, dass man sich beginnt für eine Materie zu interessieren, die man zuvor noch gar nicht beachtet hat. Sehr gelungen, sehr fein gemacht.
Die Story als solche bietet über ihre gesamte Länge Grund und Anlass zu vielen Spekulationen. Ich denke , es ist für fast jeden eine Identifikationsfigur dabei . Man fühlt sich eine Zeit lang einfach schön in die Geschichte reingezogen, bevor es dann unvermittelt zur Sache geht. Überraschende Wendungen erhalten den Spannungsbogen bis zum Showdown.
Ich habe das Buch zufrieden zugeklappt. DAS sagt doch alles, oder?
Für Menschen die den Norden und das Segeln mögen, ist dieses Buch sowieso ein MUSS.