Friedrich Stowasser hieß der berühmte Künstler mit Geburtsnamen, bekannt wurde er mit seinen phantastisch-bunten und ungewöhnlichen Gestaltungsformen für Häuser, Skulpturen, Gemälden und gewissermaßen ganzen Landschaften. Wie so häufig steckt auch hinter diesem extrovertiert aktiven Künstler ein ganz gegensätzlicher Lebensmensch.
Das mit ihm viele Jahrzehnte befreundete Autorenpaar lässt den Gutdenker und globalen Weltüberarbeiter in einem ganz diffizilen schwarz-weiß-Licht ganz neu und privat wirken. Knapp und doch ausreichend tiefgehend beschreiben sie mit vielen schwarz-weiß-Bildern im Duoton-Verfahren bewiesen das so stille und zurückgezogene und vor allem asketisch-bescheidene Leben des großen Jahrhundertkünstlers.
Überall kennt man seine Werke und doch ist ihm selbst wohl niemand je richtig nahe gekommen. Das ist vielleicht künstlertypisch, vermutlich aber auch nötig gewesen, um diese manchmal ausgesprochen unkonventionelle und für die ein oder anderen auch abgedrehten, ver-rückten im Sinne von ganz anders gedachten Ideen einer Weltgestaltung.
Das Buch lässt einen teilhaben an einer Privatheit, die man nicht für möglich hielt, hineinsehen in die gelebte Dinglosigkeit und ein ursprüngliches, intensivst natürliches Dasein. Nicht einmal die Kunst selbst hat der Künstler gebraucht - auch nicht seine eigene. Die Natur selbst war sein Lebens- und Strebensinhalt. Das wird durch das sensibel-persönliche Buch deutlich. Es bringt das Verborgene an den Tag und sorgt posthum für Verständnis mancher Verständnislosigkeiten.
© Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.