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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
83 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mit hundert Jahren ganz schön fit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" ist das erstklassige Debüt des schwedischen Autors Jonas Jonasson.Zum Inhalt: An seinem einhundertsten Geburtstag, dem 2. Mai 2005, klettert Allan Karlsson aus dem Fenster seines Zimmers im Altenheim und drückt sich so vor der eigenen Geburtstagsfeier. Sein erstes Ziel ist der Busbahnhof, an dem er mit dem erst besten Bus fährt soweit ihn seine 50 Kronen bringen - und da der ungepflegte junge Mann, dessen Koffer Allan in der Zwischenzeit beaufsichtigt, nicht rechtzeitig von der Toilette zurückkehrt, nimmt Allan das Gepäckstück gleich mit. Unglücklicherweise ist "Bolzen", der junge Mann, Mitglied einer kleinen Gangstergruppe und der Koffer prall gefüllt mit Geld. Die Verfolgung beginnt und da leider auch nicht jeder Kleinkriminelle, der sich auf die Suche nach Allan und seiner wachsenden Reisegemeinschaft (inklusive Elefant Sonja) macht, das Zusammentreffen überlebt, ist bald auch die Polizei an Allan interessiert. Neben der Flucht quer durch Schweden springt der Roman immer wieder in die Vergangenheit und schildert chronologisch Allans bisheriges Leben. Schon in jungen Jahren begeistert von Sprengstoff (und dadurch verantwortlich für die ein oder andere Kuhfehlgeburt), bereist der politisch eigentlich uninteressierte und überaus gutmütige Allan die ganze Welt, ist "zufällig" beteiligt an diversen historischen Ereignissen und trinkt Schnäpse mit (unter anderem) General Franco, Präsident Truman und Stalin... Mit diesem Roman ist es dem Autor gelungen auf über 400 Seiten ein unterhaltsames Lesevergnügen mit einer sehr detailverliebten Handlung, einer guten Sprache und jeder Menge trockenem Humor zu schreiben. Auch seine Charaktere bekommen eine liebevoll ausgeschmückte Hintergrundgeschichte. Der Autor schreibt mit einer bemerkenswerten Kreativität und konstruiert glaubhafte Zusammenhänge in einer gänzlich unglaublichen Handlung. Fazit: Sprachlich und inhaltlich ein mehr als gelungenes Buch über einen ganz schön munteren Hundertjährigen, das für viele Stunden fesselt und unterhält. Klare Leseempfehlung! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
121 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein weiser Roman,
Von bluespaula "bluespaula" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Über den Inhalt haben sich bereits andere hinreichend geäußert. Daher möchte ich nur meine Meinung dazu abgeben, warum das Buch so lesenswert ist.Der Roman enthält sehr viel Situationskomik und Wortwitz, sicher. Aber er scheint mir auch eine Botschaft zu vermitteln, nämlich das Leben leicht - und nicht zu ernst- zu nehmen, es zu entschleunigen. Wir leben in einer Zeit, wo immer alles noch schneller, noch besser, noch effizienter, noch jugendlich-dynamischer... sein soll. Dieser Roman ist eine Art Anti-Buch. Die Figuren lassen sich alles andere als vom Leben hetzen, sie haben sich in der Vergangenheit oft dem normalen Leben entzogen, selten versucht, bewusst und mit viel Einsatz etwas zu erreichen und haben am Ende alles bekommen und oft mehr, als sie zu hoffen wagten. Die Figuren stolpern ausnahmslos zufällig in die nächste Situation. Sie machen selten längerfristige Pläne, sondern agieren entsprechend der augenblicklichen Situation und sind bereit, die Dinge und Personen so zu akzeptieren, wie sie in dem Moment nun einmal sind. Das Buch sagt m. E.: Öffne Dich dem Wunder des Lebens. Genieße das Leben (auch indem Du seine Skurilität erkennst und akzeptierst). Gleichzeitig führt es, mit leichter Hand gezeichnet, die Absurdität der politischen Ereignisse des 20.Jahrhunderts und der "wichtigen politischen" Personen dieser Zeit vor. Wer ein unterhaltsames, lustiges und gleichzeitig weises, herzwärmendes Buch lesen möchte, ist mir diesem Buch sehr gut bedient. Ich lächle schon, wenn ich das Buch nur sehe, meine Stimmung hebt sich. Von wie vielen Büchern kann man das schon sagen? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
241 von 261 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Debüt mit hoher Qualität,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Broschiert)
Allein schon der sperrige Titel des Romans zeigt an, dass hier kein griffiger und leicht dahinplätschernder Mainstream Roman zu erwarten ist, sondern die Kreativität und Phantasie des Autors weite Wege zu gehen bereit ist. Eine Erwartung, die nicht nur nicht enttäuscht wird bei der Lektüre des Buches, sondern durchaus übertroffen wird. Vor allem, weil es Jonasson ohne weiteres gelingt, die Phantasie nicht zu sehr ausschweifen zu lassen, sondern die Geschichte seines Protagonisten in der Gegenwart und der Vergangenheit (beide Stränge liegen im Buch nebeneinander vor), zielgerichtet und intensiv zu erzählen.Viele kleine Fäden spinnt Jonasson in seinem Erstlingswerk, die allesamt in sich schlüssig konstruiert und mit wunderbarer Sprache auf den Punkt gebracht wird. Ein Roman, in dem die Figuren je liebevoll in ihren vielfachen Besonderheiten ausgearbeitet werden und ein homogenes Gesamtbild ergeben, das mit trockenem Humor versehen die phantastische Geschichte jederzeit nach vorne befördert, selbst in den Teilen des Romans, die dem ausführlichen Rückblick dienen. Denn jener 100 jährige Allan Karlson, der am Tag seines Jubiläums auf dieser Welt mit müden Knochen und in Pantoffeln das Seniorenheim durchs Fenster verlässt, ist einer, der sich zu helfen weiß und dadurch auch vielen anderen Wege zu ebnen versteht. In der Anlage ähnlich wie ein Forrest Gump (allerdings ohne dessen grenzenlose Naivität) hat er im Leben schon ganz andere Situationen gemeistert als diese Flucht aus dem kleinen Ort. Schon im vorbeigehen am Busbahnhof nimmt er einen Koffer an sich (zum Aufpassen anvertraut von einer zwielichtigen Gestalt, die das Ende des Buches nicht erleben wird). Aber herrenlos stehen lassen kann er ihn doch nicht und der Mann, der ihm den Koffer gab, kommt und kommt nicht herunter von der Toilette des Busbahnhofs. Mitsamt Koffer macht sich Karlsen auf den Weg, soweit 50 Kronen reichen. Steigt aus fast im Niemandsland und trifft auf einen Kleinkriminellen, der sich dorthin zurückgezogen hatte und gefallen an dem munteren Senior findet, ihn zudem kongenial ergänzt. Wie auch weitere Personen hinzutreten. Eine Gruppe, die bald landesweit zur Fahndung ausgeschrieben sein wird. Mitsamt einem Elefanten, der eine tragende Rolle spielen wird. Aber einer, der schon in jungen Jahren einen prominenten Bewohner des Dorfes mit Dynmait in die Ewigkeit verabschiedete (ungewollt), der mit Franco speiste, Truman nebenbei die technische Lösung der Atombombe verriet, dies mit flaschenweise Tequila begoss und damit wieder einen Freund fürs Leben gewonnen hat, einer, der Maos Verlobte zu retten verstand und, weil er sich mit Stalin persönlich anlegte (dem verriet der das Geheimnis der Atomspaltung nicht!) durch jenen Mao irgendwann gerettet werden musste, ein solcher Mann lässt sich von der schwedischen Polizei nicht einfach so fangen. Im Gegenteil. Eine der interessantesten Figuren des Buches ist jener mit der Fahndung beauftragte Kommissar Aronson. Jonasson gelingt es sprachlich treffend, fast spielerisch, die innere Entwicklung dieses Polizisten (einsam und leer zunächst) wunderbar zu schildern, als dieser auf die Gruppe der flüchtenden Ausreißer und vermeintlichen Schwerverbrecher trifft. Denn das ist die eigentliche Kraft des Hunderjährigen, dass er durch seine klare Linie und trockene Art der Lebensbetrachtung Menschen in seinen Bann zu ziehen vesteht, die nicht unverändert danach im Raume stehen bleiben können. Menschen die Alan Karlson ein Leben lang verbunden bleiben (außer Stalin eben), so wie ganz zum Schluss seine ehemals enge Freundschaft zum inzwischen verstorbenen Halbbruder von Albert Einstein allen Beteiligten ein Happy End bescheren wird. Nach so mancherlei Aufregungen und weiten Wegen, auf denen unter anderem 'Allan und Herbert hatten Chaos stiften wollen, und nun hatten sie weiß Gott Chaos gestiftet'. Ein Chaos, welches den beiden zu Zeiten zur Flucht aus dem Gulag hilfreich war. Erfrischend anders schreibt Jonas Jonasson seine Geschichte auf. In sich logisch bis ins kleinste Details ausgearbeitet, mit Figuren, die allesamt in den Bann zu ziehen verstehen, versehen mit einem trockenem Humor und einer differenzierten Sprache, welche die Lektüre zum reinen Genuss werden lassen. Ein wunderbares Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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