Eine wahrhaft spirituelle Tradition erkennt man daran, dass in ihr die Interpretation der heiligen Texte durch den SINN bestimmt wird und nicht der erfahrene SINN den Buchstaben der "Schrift" entsprechend zurechtgehämmert wird. Insofern stehen die chassidischen Geschichten jenen Erzählungen aus dem Umkreis des Zen oder des islamischen Sufismus in nichts nach. Sie übermitteln einen Eindruck davon, welche Haltung und welcher "Esprit" notwendig sind, um wirklich mit dem Mysterium in Verbindung zu treten, bewahren dabei aber natürlich ihre spezifisch jüdischen, bzw. spezifisch chassidischen Eigenheiten.
Interessant ist auch, zu erfahren, welch hohe geistige Strömung das - materiell - meist sehr arme osteuropäische Judentum im 18. und 19. Jahrhundert aus sich hervorbringen konnte.