Pressestimmen
»Was für ein ungeheures Buch! So etwas wird in deutscher Sprache nur selten geschrieben. Ein hochpolitischer Roman, der sich nicht in schnellen, vorgefertigten Schuldsprüchen erschöpft und einem schon damit die Ruhe rauben kann.« (Uwe Wittstock, Die Welt, 8. März 2008) »In einer Zeit ständig neu erscheinender historischer Familienromane wirkt ein Gegenwartsbuch wie »Hundert Tage« einfach sehr dringend, sehr richtig und gar nicht gutgemeint. Welche von den Fragen, die Bärfuss darin stellt, sind denn schon gelöst? Darfur ist nicht vorbei. Zimbabwe schwelt. Selbst in der aktuellen Diskussion um Tibet und die Olympischen Spiele ist der so genannte Westen uneins darüber, wie er sich aus dem Dilemma laviert, nur nicht gegen die Tagesordnung zu verstoßen. Gegen die Tischmanieren.« (Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.4.2008)
Tom Kretschmer, Bayern2, 20.5.2008
Lukas Bärfuss kann man nur dafür bewundern, dass er eine Sprache gefunden hat für ein Thema, das eigentlich sprachlos macht.
Berliner Zeitung, 22.5.2008
Wann wird Bärfuss`Unterhaltungsthriller verfilmt?
Rezension
»Das Buch beweist: Der politische Roman kann tatsächlich aufwühlende Wirkungskraft entfalten.«
Jörg Magenau, die tageszeitung, 13.3.2008
»Bärfuss erkundet die moralische Dimension der Politik. Doch er schreibt nicht als Moralist, sondern als genauer Beobachter, der sein Thema mit wissenschaftlicher Akribie recherchierte. (...) Ein eindrucksvolles Buch, in dem eben nicht die Fakten zur Hauptsache werden, sondern die Figuren und ihre Verstrickungen erlebbar sind.«
Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 30.4.2008
»Wohl selten ist so desillusionierend von der afrikanischen Wirklichkeit geschrieben worden, das heißt von den Vorstellungen, die Europäer davon haben.«
Verena Auffermann, Die Zeit, 13.3.2008
»Lukas Bärfuss erzählt schnörkellos und gerade heraus. Er organisiert ein furchtbares Stück Zeitgeschichte bildstark, aber ohne aufzutrumpfen.«
Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 12.4.2008
»Wie Menschen sich in Widersprüche verwickeln, sobald sie es mit dem Leben aufnehmen, das zeigt Lukas Bärfuss. Denn eine Alternative, ein widerspruchsfreies Leben also, gibt es nicht. Und wie Menschen damit umgehen, dass sie immer nur eines von zwei Übeln wählen können, ohne die Folgen ihres Tuns abschätzen zu können, davon handelt dieser erstaunliche Roman.«
Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.4.2008
»In einer Zeit ständig neu erscheinender historischer Familienromane wirkt ein Gegenwartsbuch wie »Hundert Tage« einfach sehr dringend, sehr richtig und gar nicht gutgemeint. Welche von den Fragen, die Bärfuss darin stellt, sind denn schon gelöst? Darfur ist nicht vorbei. Zimbabwe schwelt. Selbst in der aktuellen Diskussion um Tibet und die Olympischen Spiele ist der so genannte Westen uneins darüber, wie er sich aus dem Dilemma laviert, nur nicht gegen die Tagesordnung zu verstoßen. Gegen die Tischmanieren.«
Uwe Wittstock, Die Welt, 8. März 2008
»Was für ein ungeheures Buch! So etwas wird in deutscher Sprache nur selten geschrieben. Ein hochpolitischer Roman, der sich nicht in schnellen, vorgefertigten Schuldsprüchen erschöpft und einem schon damit die Ruhe rauben kann.«
Kurzbeschreibung
Die Geschichte eines moralischen Irrtums, der in Ruanda eines der größten Verbrechen des Jahrhunderts ermöglichte. Der Roman zweier Menschen, die im Chaos ihrer Zeit um ihre Unschuld kämpfen.Ruanda, April 1994, in Kigali wütet der Mob. David, Mitarbeiter der Schweizer Entwicklungshilfe, hat das Flugzeug, mit dem die letzten Ausländer evakuiert wurden, abfliegen lassen. Er versteckt sich hundert Tage in seinem Haus, vom Gärtner mit Nahrung versorgt und mit Informationen über Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, die der Grund für sein Bleiben ist. Die vergangenen vier Jahre ihrer Liebe ziehen ihm durch den Kopf, die Zeit, die er als Entwicklungshelfer in Kigali verbrachte. Millionen wurden in ein totalitäres Regime gepumpt, das schließlich, als es die Macht an eine Rebellenarmee zu verlieren drohte, einen Genozid organisierte. Auch David wurde zum Komplizen der Schlächter, und als die Aufständischen Kigali einnehmen, flieht er mit den Völkermördern über die Grenze. Dort findet er in einem Flüchtlingslager Agathe wieder, aber esist nicht die Frau, die er einmal liebte.Lukas Bärfuss` minutiös recherchierter Roman berichtet von Menschen, die das Gute beabsichtigten und das Böse bewirkten. »Hundert Tage« erzählt ein dunkles Kapitel aus Afrikas Geschichte, in das wir tiefer verstrickt sind, als wir glauben wollen. Nicht zuletzt ist es die bewegende Geschichte einer Liebe in Zeiten des Krieges und die Geschichte von den Verheerungen, die der Hass anrichtet.
Über den Autor
Lukas Bärfuss, geb. 1971 in Thun/Schweiz, gelernter Buchhändler, zählt zu den erfolgreichsten Dramatikern der letzten Jahre. Bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Theater heute« wurde Bärfuss 2005 zum Dramatiker des Jahres gewählt, im selben Jahr erhielt er den Mühlheimer Dramatikerpreis und den Publikumspreis. Seine Stücke werden in mehr als 25 Ländern gespielt. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Zürich.