Kurzbeschreibung
Ein verkrachter Sensationsjournalist aus Berlin-Mitte wird von einer Kollegin wegen sexueller Nötigung angezeigt und verliert die Nerven. Er flieht nach Österreich, um einem Prozess zu entgehen.Während das Thema Deutschland in eine hysterische, aufgeheizte Stimmung versetzt, scheint sich in Wien niemand fur seine Vorgeschichte zu interessieren. Im Gegenteil: Er erlebt einen verbluffenden sozialen Aufstieg in der Hauptstadt des ehemaligen Weltreichs, den er ausgerechnet einflussreichen Frauen verdankt, die ihn lieben, ja, einen Narren an ihm gefressen haben. Wie Georges Duroy in Guy de Maupassants Roman "Bel-Ami" von 1885 steigt der Protagonist in Joachim Lottmanns "Hundert Tage Alkohol" in der sozialen Hierarchie der in Wien noch intakten großburgerlichen Bohème immer höher. Sein Erfolg reißt nicht ab, obwohl er die Frauen oft wechselt und sie zuweilen schlecht behandelt. Was in Berlin zu Anzeigen und Ächtung fuhrte, bringt ihn in Wien erst recht voran. Die Uhren dort gehen anders. Das Nachtleben wird nicht von schlechtem Kokain, Beziehungsunfähigkeit, neuer Armut und Bisexualität geprägt, sondern vom Alkohol.
Über den Autor
Joachim Lottmann, geboren 1956 in Hamburg als Sohn des Lyrikers und FDP-Mitbegründers Joachim Lottmann. Publikationen in den Organen Jungle World, Freitag, die tageszeitung, De:Bug, Neues Deutschland und ak (Analyse und Kritik). 2010 wird Joachim Lottmann mit dem Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis der Hansestadt Greifswald geehrt.
Im Jahr 2010 erhielt er den Wolfgang-Koeppen-Literaturpreis.
Der Autor lebt im Belgischen Viertel in Köln.