Leider hat mich auch dieses Buch von Cecelia Ahern nicht wirklich überzeugt.
Ich finde der Roman ist in sich nicht logisch und oberflächlich. Die Charaktere bleiben merkwürdig fern und unsympathisch. Zu wenig erfährt man über die Personen, viel wird angerissen aber nicht zu Ende geführt. Damit könnte ich leben, wenn mir die Hauptperson, Kitty, auch nur ansatzweise sympathisch wäre.
Kitty hat einen Fehler gemacht, einen Schlimmen. Sie muss dafür viel einstecken und ihr Leben, wie sie es kannte, ist vorbei. Aber ich kann sie leider nicht bedauern, auch wenn sie im Grunde irgendwie selbst ein „Opfer“ ist. Ihr ganzes Verhalten ist einfach so, dass man immer denkt „sie hat es verdient“, dass hat sich bei mir bis zum Ende des Buches nicht geändert, selbst wenn sie dann doch irgendeine Entwicklung zum Besseren durchmacht.
Eine im Grunde interessante Idee wurde meiner Meinung nach nicht gut und flüssig umgesetzt. Als Beispiel nenne ich hier mal die erste Seite: sie passt so gar nicht zum Rest des Buches.
Mir kommt es so vor, als ob Frau Ahern mehrmals im Laufe der Geschichte die Richtung geändert hat. Zuviel wird angefangen, aber dann nur halbherzig oder gar nicht zu Ende gebracht. Leider kann ich dazu nicht mehr schreiben, da ich anderen nicht den Schluss in allen Einzelheiten vorwegnehmen möchte.
Der Anfang wurde bis zur großen Verkündung, was denn Kitty so schlimmes getan hat, in die Länge gezogen.
Der Mittelteil, suchen der ersten Personen, driftet sogar etwas ins Langweilige ab.
Erst im letzten Drittel wird es interessant und es blitzt an manchen Stellen die wunderbare Ahern durch, die ich von ihren ersten beiden Büchern her kenne. Aber insgesamt ist mir das zu wenig. Sicherlich kann man hier zweimal kichern, es gibt auch zwei gefühlvolle Szenen wo man vielleicht ein Tränchen verdrücken könnte (wenn man nah am Wasser gebaut hat)… aber insgesamt ist das einfach zu wenig. Da erwarte ich mehr von Frau Ahern, denn ich bin der Meinung, dass sie mehr kann.
Insgesamt wirkt die Handlung sehr konstruiert und mit einer mehr oder weniger kleinen (wichtigen) Botschaft. Einen Höhepunkt der Handlung habe ich nicht wirklich entdecken können, denn der große Aha-Effekt bleibt leider aus.
Das Gute ist, dass das Buch sich relativ schnell lesen lässt, ich habe nur einen Sonntag dafür gebraucht. Aber wirklich empfehlen kann ich es nicht.
Für Ahern-Fans, die alle ihre Bücher toll finden, wird auch dieses wieder gut sein.
Für Leute, die noch gar kein Buch von ihr gelesen haben, würde ich ein anderes empfehlen z.B. „PS ich liebe dich“ oder „Für immer vielleicht“.
Alle anderen Romane, auch „Hundert Namen“, finde ich nicht besonders gelungen.
1 Stern für die Idee, 1 Stern dafür, das es gegen Ende doch an wenigen Stellen interessant wurde und eigentlich ein halber Stern für die angedeutete Liebesgeschichte mit Kitty. Leider kann ich keine halben Sterne vergeben, also muss ich mich zwischen 2 und 3 Sternen entscheiden und entscheide mich für 2.