Klaus Kordon versteht es, Geschichte so zu vermitteln, daß der Leser überhaupt nicht merkt, was er da alles im Laufe von ein paar unterhaltenden Stunden bei Tee, Kerzenschein und Lektüre lernt.. Die zentrale Figur ist Eva, im Jahr 1999 21 Jahre alt, die ein paar Wochen lang ihren Großvater in Berlin besucht. Bis dahin nichts besonders, aber dann beginnt sich vor ihren Augen die Familiengeschichte der letzten vier Generationen zu entblättern, in positiver wie in negativer Hinsicht. Und die Familiengeschichte hat es in sich: Der DDR-gläubige schriftstellernde Großvater, der das System nie kritisiert hat, der Vater, der als junger Mann über die Grenze nach West-Berlin flüchtete, die Ururgroßmutter, die als Hausmädchen ein uneheliches Kind auf die Welt brachte und trotzdem ihren Weg ging. Und zwischendrin immer wieder Eva mit ihren alltäglichen Freuden und Nöten, die diesen Sommer so intensiv erlebt. Offiziell ein Jugendbuch, ist "Hundert Jahre und ein Sommer" aber ein Buch, das auch Erwachsene mit Genuß lesen werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)