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Hundert Gedichte
 
 
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Hundert Gedichte [Gebundene Ausgabe]

Joseph von Eichendorff , Klaus Seehafer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 22.08.2002
Endlich Heine lesen! Lieber in dieser Auswahl lesen, als Betrunkene die Loreley besingen hören. So viel steht fest. Wenn Rolf Vollmann statt des "ellenlangen Gedichts über den König von Langohr" auch lieber eins "von den berühmten und das Ohr immer wieder füllenden Schumann-Liedern" oder etwas aus den großen Nordseezyklen gelesen hätte ("das ist ein Jammer"). Jedenfalls, schreibt Vollmann, dem Dichter postum dankend: "Dass die Leute vor Heine ohne ihn klug wurden, wissen wir; nach ihm ohne ihn klug werden zu wollen, das ist eigentlich eine Riesentorheit, schwer begreiflich."

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Reise in die Romantik: Joseph von Eichendorff Mit seinen stimmungsvollen Gedichten gehört Eichendorff neben Goethe zu den meistgelesenen und meistvertonten Dichtern der Deutschen. Sprachliche Meisterschaft, ausgeprägter Sinn für Melodik und Rhythmus, Bildkraft und Musikalität sind die Charakteristika dieser Lyrik. Gegliedert nach Themenkreisen, erschließt sich das Bekannte neu und findet das Unbekannte einen vertrauten Zusammenhang. In seinem Nachwort stellt der Herausgeber Klaus Seehafer das weithin unbekannte Leben des Dichters in seiner Zeit dar.

Autorenportrait

Heinrich Heine, 1797 in Düsseldorf geboren, kam im April 1821 nach Berlin, wo er sich zwei Jahre lang aufhielt. 1829 kehrte er noch einmal hierher zurück, bevor er Deutschland 1831 für immer verließ. 1856 ist er in Paris im Exil gestorben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Auszug aus Hundert Gedichte von Heinrich Heine, Jan-Christoph Hauschild. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Himmel grau und wochentäglich! Auch die Stadt ist noch dieselbe! Und noch immer blöd und kläglich Spiegelt sie sich in der Elbe.
Lange Nasen, noch langweilig Werden sie wie sonst geschneuzet, Und das duckt sich noch scheinheilig, Oder bläht sich, stolz gespreizet.
Schöner Süden! wie verehr ich Deinen Himmel, deine Götter, Seit ich diesen Menschenkehricht Wiederseh, und dieses Wetter!

An die Jungen.
Laß dich nicht kirren, laß dich nicht wirren Durch goldne Äpfel in deinem Lauf! Die Schwerter klirren, die Pfeile schwirren, Doch halten sie nicht den Helden auf.
Ein kühnes Beginnen ist halbes Gewinnen, Ein Alexander erbeutet die Welt! Kein langes Besinnen! Die Königinnen Erwarten schon knieend den Sieger im Zelt.
Wir wagen, wir werben! besteigen als Erben Des alten Darius Bett und Thron. O süßes Verderben! o blühendes Sterben! Berauschter Triumphtod zu Babylon!
Mittelalterliche Roheit Weicht dem Aufschwung schöner Künste: Instrument
moderner Bildung Ist vorzüglich das Klavier.
Auch die Eisenbahnen wirken Heilsam aufs Familienleben, Sintemal sie uns erleichtern Die Entfernung von der Sippschaft.
Wie bedaur ich daß die Darre Meines Rückgratmarks mich hindert, Lange Zeit noch zu verweilen In dergleichen Fortschrittswelt!

An Fritz St. Ins Stammbuch.
Die Schlechten siegen, untergehn die Wackern, Statt Myrten lobt man nur die dürren Pappeln, Worin die Abendwinde tüchtig rappeln, Statt stiller Glut lobt man nur helles Flackern.
Vergebens wirst du den Parnaß beackern Und Bild auf Bild und Blum auf Blume stapeln, Vergebens wirst du dich zu Tode zappeln, - Verstehst du's nicht noch vor dem Ei zu gackern.
Auch mußt du wie ein Kampfstier dich behörnen, Und Schutz- und Trutz-Kritiken schreiben lernen, Und kräftig oft in die Posaune schmettern.
Auch schreibe nicht für Nachwelt, schreib für Pöbel, Der Knalleffekt sei deiner Dichtung Hebel, - Und bald wird dich die Galerie vergöttern.
Das Glück ist eine leichte Dirne, Und weilt nicht gern am selben Ort; Sie streicht
das Haar dir von der Stirne Und küßt dich rasch und flattert fort.
Frau Unglück hat im Gegenteile Dich liebefest an's Herz gedrückt; Sie sagt, sie habe keine Eile, Setzt sich zu dir an's Bett und strickt.

Wandere!
Wenn dich ein Weib verraten hat, So liebe flink eine Andre; Noch besser wär' es, du ließest die Stadt - Schnüre den Ranzen und wandre!
Du findest bald einen blauen See, Umringt von Trauerweiden; Hier weinst du aus dein kleines Weh Und deine engen Leiden.
Wenn du den steilen Berg ersteigst, Wirst du beträchtlich ächzen; Doch wenn du den felsigen Gipfel erreichst, Hörst du die Adler krächzen.
Dort wirst du selbst ein Adler fast, Du bist wie neugeboren, Du fühlst dich frei, du fühlst du hast Dort unten nicht viel verloren. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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