Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Hundert Jahre Einsamkeit
OT Cien años de soledad OA 1967 DE 1970Form Roman Epoche Moderne
In seinem Roman Hundert Jahre Einsamkeit, der oft auch als Nationalepos Lateinamerikas bezeichnet wird, schildert Gabriel García Márquez die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der Familie Buendía und des von ihr gegründeten Dorfes Macondo, das schließlich durch einen apokalyptisch anmutenden Sturm vernichtet wird. Gleichzeitig zeichnet der Kolumbianer ein eigenwilliges Bild seiner von langjähriger Gewalt geprägten Heimat und des gesamten lateinamerikanischen Kontinents.
Inhalt: Das Dorf Macondo liegt unerreichbar mitten im Urwald, nur von Zigeunern regelmäßig besucht. Im Laufe weniger Jahrzehnte durchlebt der einst ruhige, scheinbar idyllische Ort alle Stufen der Menschheitsgeschichte: große Erfindungen, blutige, langjährige Bürgerkriege mit hohen Opferzahlen, wirtschaftlichen Aufschwung durch ausländische Firmen, die Ausbeutung der Einheimischen sowie gewaltige Naturkatastrophen, deren zerstörerischer Kraft die Menschen letztlich wehrlos ausgeliefert sind.
Das Haus von Ursula und José Arcadio Buendía, der Begründer der Sippe und des Orts, bildet den Mittelpunkt des Geschehens, von welchem aus das Leben der nachfolgenden Generationen erzählt wird: die Schicksale der drei Kinder des Ehepaars und der zahlreichen unehelichen Abkömmlinge. Der Erzähler beschreibt Eifersucht und Inzest, unerfüllte Fantasien sowie die fatale Sinnlichkeit und Vitalität der Männer und der Klugheit der Frauen. Immer wieder kehrt er jedoch auf die beiden Kernthemen des Romans zurück, die im Kolumbien des 19. und 20. Jahrhunderts allgegenwärtige Gewalt und die alle Mitglieder der Familie Buendía in der einen oder anderen Weise prägende, oftmals zermürbende Einsamkeit. Letztendlich erfüllt sich die von Melquíades, dem Zigeuner, vor langer Zeit in Pergamenten niedergeschriebene Prophezeiung. Der Letzte der Sippe hervorgegangen aus einer inzestuösen Beziehung kommt mit einem Schweineschwanz zur Welt, kurz bevor ein »biblischer Taifun« den Ort und alles Leben in ihm für immer auslöscht.
Aufbau: Ein chronologischer Aufbau der Geschichten fehlt in Hundert Jahre Einsamkeit. Vielmehr vermischen sich in den Überlegungen und bildreichen Beobachtungen Vergangenheit und Gegenwart. Biblische Elemente, Begebenheiten aus der kolumbianischen Geschichte und Anekdoten, in die zum Teil die vom kolumbianischen Volksglauben geprägten Erzählungen seiner Großmutter einfließen, stellt der Autor nebeneinander, fantastisch-magische und realistische Momente wechseln einander ab. So entsteht ein dichtes, vielschichtiges Porträt einer sippschaft, eines Ortes und eines Landes. Eines ist allen Protagonisten gemein und spiegelt sich auch im Titel des Romans wider ihre schier unüberwindbare Einsamkeit.
Wirkung: Der 1967 zunächst in Buenos Aires, Argentinien, veröffentlichte Roman von García Márquez, der sich bis zu diesem Zeitpunkt vor allem durch Erzählungen und Kurzgeschichten einen Namen gemacht hatte, löste einen weltweiten Boom lateinamerikanischer Literatur aus. Hundert Jahre Einsamkeit wurde hochgelobt und in über 20 Sprachen übersetzt, in nur zwei Jahren erschienen zwölf Auflagen und in den letzten 30 Jahren unzählige Interpretationen. Der Autor sprach indes in einem Interview von einem eher oberflächlichen Buch, das längst nicht sein Bestes sei. .
Kurzbeschreibung
Das Dorf Macondo liegt unerreichbar mitten im Urwald, nur von Zigeunern regelmässig besucht. Im Laufe weniger Jahrzehnte durchlebt der einst ruhige, scheinbar idyllische Ort alle Stufen der Menschheitsgeschichte: grosse Erfindungen, blutige, langjährige Bürgerkriege mit hohen Opferzahlen, wirtschaftlichen Aufschwung durch ausländische Firmen, die Ausbeutung der Einheimischen sowie gewaltige Naturkatastrophen, deren zerstörerischer Kraft die Menschen letztlich wehrlos ausgeliefert sind. Das Haus von Ursula und José Arcadio Buendía, der Begründer der Sippe und des Orts, bildet den Mittelpunkt des Geschehens, von welchem aus das Leben der nachfolgenden Generationen erzählt wird: die Schicksale der drei Kinder des Ehepaars und der zahlreichen unehelichen Abkömmlinge. Der Erzähler beschreibt Eifersucht und Inzest, unerfüllte Fantasien sowie die fatale Sinnlichkeit und Vitalität der Männer und der Klugheit der Frauen. Immer wieder kehrt er jedoch auf die beiden Kernthemen des Romans zurück, die im Kolumbien des 19. und 20. Jahrhunderts allgegenwärtige Gewalt und die alle Mitglieder der Familie Buendía in der einen oder anderen Weise prägende, oftmals zermürbende Einsamkeit. Letztendlich erfüllt sich die von Melquíades, dem Zigeuner, vor langer Zeit in Pergamenten niedergeschriebene Prophezeiung. Der Letzte der Sippe - hervorgegangen aus einer inzestuösen Beziehung - kommt mit einem Schweineschwanz zur Welt, kurz bevor ein >>biblischer Taifun<< den Ort und alles Leben in ihm für immer auslöscht.