Marquez schafft es in diesem Buch, durch seinen einfachen, und dennoch nicht simplen Stil eine Welt der alltäglichen Unwirklichkeiten wahr werden zu lassen. Er beschreibt eine Familie, in der jedes einzelne Mitglied durch bestimmte, sehr unrealistische Elemente in Erinnerung bleibt.
Verwundert ist man nicht, wenn Personen plötzlich fortwehen und nicht mehr wiederkommen, eine Frau mit 150 Jahren immer noch Puffmutter ist, oder Geister durch das Haus der Familie Buendia irren. Eher erscheint es wahrhaftig, manchmal wird einem gar schmerzhaft klar, wie wenig Phantasie in unserem Alltagsleben Platz findet.
Läßt das Buch auf den letzten 50 Seiten nach, ist dies kein Grund, die Bestwertung zu verweigern: Marquez legt hier sein Meisterwerk vor und verweist andere Erzähler wie Rushdie und Allende auf die hinteren Ränge.