In meinem Beruf als Dipl. Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation, sowie dem Fachgebieten Neurophysiologie, neuromuskuläre Adaptationen und motorisches Gleichgewicht, habe ich mich vor mehreren Jahren dazu entschlossen, eine Intergration neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Physiotherapie beim Tier zu unterstützen. Dies klingt bedeutend komplizierter als es eigentlich ist, denn die Bewegung betreffenden physiologischen, anatomischen und biomechanischen Grundlagen sind bei Tier und Mensch nahezu identisch.
Umso mehr verwundert es mich, das ein angehender Tierarzt (s.o.), dieses Buch in den höchsten Tönen lobt. Angefangen bei zuvor schon erwähntem mangelden Tiefgang der Erklärungen, wie Massage wirkt (und das sicherlich nicht, damit das Buch verständlich bleibt), über die Bewerbung von sehr zweifelhaften und keinesfalls wissenschaftlich abgesicherten Behandlungsmethoden (z.B. Goldakupunktur), sowie epidemiologisch falschen Angaben zum Bandscheibenvorfall (Hauptauftreten ist der Übergang von lumbaler zu sakraler Wirbelsäule), als auch ein mehr als fragwürdiges Kapitel über die Muskulatur, welches nicht nur fachlich falsch ist, sondern auch noch das heutige enorme Wissen über die Muskulatur und ihre Physiologie nicht mal im Ansatz streift, machen dieses Buch nicht nur zu teuer, sondern für den geneigten Leser zum klaren Fehlkauf.
Lobenswert lässt sich der Hinweis darauf, immer fachlichen Rat bei einem Tierarzt einzuholen, hervorheben, womit Blümchen definitiv einigen anderen Autoren weit voraus ist. Mein Tipp: Gehen Sie Blümchens Anweisung befolgend zu einem Tierarzt, achten Sie darauf, dass er die Zusatzbezeichnung Physiotherapie (ja die gibt es !!!) trägt und vertrauen Sie Ihren Schützling nur wirklich !!! fachlich qualifiziertem Personal an.
P.S.: Frau Blümchen ist 1975 geboren, die ersten Werke zur Massage beim Hund entstanden 1884, womit der Anspruch auf Begründung dieses Therapieweges wohl hinfällig sein dürfte.