Die Idee hinter dem Buch ist lobenswert und gehört jedem Hundebesitzer hinter die Ohren geschrieben - Hundeausbildung als Ausnutzung der Triebe und ohne Zwang.
Problematisch dagegen sind die Mittel; das Buch heißt ganz richtig "ohne Zwang" - aber leider nicht "ohne Gewalt". Die erwähnten übelkeitserregenden Mittel zur Disziplinierung des Hundes sind natürlich voll und ganz abzulehnen. Sie sind sicher sehr effektiv; allerdings eben ethisch betrachtet äußerst problematisch. Die besprochenen Probleme sind SÄMTLICH auch innerhalb eines vertretbaren Zeitrahmens OHNE Gewalt zu lösen. Aber dennoch ist der Grundtenor des Autors nicht völlig falsch: Erziehung durch positive Verstärkung. Nur sollte man nicht, wenn das nicht mehr so ohne weiteres funktioniert, direkt zum Auspeitschen, zu Stacheldraht oder anderer Tierquälerei übergehen. Genau hier liegt der Fehler des Buchs: Positive Verstärkung hat NICHT ihre Grenzen. Zusammen mit Ignorieren falscher Verhaltensweisen und sanfter (!!) Korrektur (d.h. mit Stimme, Gestik, Mimik, Auftreten, Liegeplätze etc.) lassen sich die beschriebenen Probleme alle lösen.