230 von 237 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Für und wider (Rezension einer Verhaltensbiologin), 26. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Hunde erziehen mit Natural Dogmanship (Gebundene Ausgabe)
Als studierte Verhaltensbiologin und privat mit sieben Huskies in Rudelhaltung mit Familienanschluss lebend hat mich das Buch sehr interessiert. Zunächst: Es schärft den Blick dafür, wo und wie Hunde uns nicht zähnefletschend, sondern charmant das Szepter aus der Hand nehmen. Das ist vielleicht sein wichtigster Inhalt. Für Haltung, Training, Erziehung bietet es dem einen oder anderen neue Anregungen. Nicht mit jeder Methode kommt man bei jedem Hund zum Ziel.
In manchen ablehnenden Rezensionen wird behauptet, Nijboer hätte keine Ahnung, könne nicht mal klassische und operante Konditionierung richtig wiedergeben. Seine Auffassung hiervon ist aber wissenschaftlich korrekt, und es wäre schade, wenn solches falsche Urteil jemand vom Kauf des Buches abhalten würde, der sich trotz mancher Mängel durchaus lohnt.
Die Schwäche des Buches liegt eher darin, dass er nicht sehr gut erklären kann, und vielleicht - wegen der erhofften Seminarteilnehmer - auch nicht will. So bleibt man in wesentlichen Punkten ohne Erklärung.
Ein wichtiger Mangel, den er aber mit aller Hundeerziehungsliteratur teilt, ist, dass seine Methode möglicherweise im theoretischen Unterbau fehlerhaft ist und nur "trotzdem" funktioniert. Alle Behauptung über Hundeverhalten leiten sich aus "Wissen" über Wolfsverhalten ab, das vor 10 Jahren für richtig gehalten wurde und heute nicht mehr in dieser Form gültig ist. Aus heutiger Sicht sind also all diese Weisheiten vorschnell. Wie die Rudelhierarchie der Wölfe wirklich funktioniert, können wir noch immer nicht sicher sagen. Vermutlich deshalb, weil sie sehr komplex und der Wolf so flexibel ist. Die letzten Jahre haben uns aber u.a. gezeigt, dass unser Bild vom dominanten Alpha falsch ist. Ich möchte hier die Frage nach dem Verhältnis von Dominanz und Autorität stellen. Rudelführerschaft ist Autorität. Dominanz muss damit nicht zusammenfallen. Ein alpha-Wolf führt nicht von der Spitze, sondern aus dem Zentrum. Er geht auch nicht voran, wie ich anhand von Fotos jederzeit beweisen kann. Wenn der Mensch vor dem Hund durch die Tür geht oder Nijboer den Hund in den Unterordnungsbereich drängt, schneidet er ihm provokant den Weg ab wie ein Hund mit dominantem Charakter. Dieses Verhalten könnte jedoch jedes Rudelmitglied gegenüber einem anderen zeigen, - sogar als Rangniedrigeres, wenn es auf Stunk und Auseinandersetzung aus ist und den Aufstieg versuchen möchte. Deshalb bekommt Nijboer auch gelegentlich Probleme im Training dominanter Hunde, die das nicht widerspruchslos hinnehmen. Mit Rudelführerschaft hat das nichts zu tun. Im Zweierrudel kann solch dominantes Verhalten dem Menschen die Rudelführerschaft verschaffen, wenn der Hund unterordnungsbereit ist. Ist er das nicht, wird ihm mehr abverlangt. Ein dominanter oder selbständiger Hund ordnet sich nur unter, wenn er Autorität anerkennt. Diese Anerkennung schenkt er nicht einem dominanten Diktator, sondern nur einem Wesen mit vielfältiger sozialer Kompetenz. Dazu kann auch Nachgeben, Pflegen, Versorgen, Ausgleichen usw. gehören. Als "Führungsqualitäten" würden wir solche Fähigkeit eines Menschen in einer Firma bezeichnen.
Ich weiß, wovon ich rede. Mit meinen Huskies habe ich sieben liebenswürdige Exemplare dieser eigenwilligen Sorte bei mir.
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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eingeschränkt empfehlenswert, 14. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Hunde erziehen mit Natural Dogmanship (Gebundene Ausgabe)
Jan Nijboer und Natural Dogmanship spaltet die Trainer- wie die Hundebesitzerwelt: die einen beten ihn bzw. die Methode an, die anderen verdammen rundweg alles. In der Mitte liegt meine Betrachtungsweise. Viele der im Buch beschriebenen Übungen und Anschauungen halte ich für sehr empfehlenswert. Das Training mit einem Futterbeutel oder Preydummy ist eine effektive Methode, um seinen Hund nicht nur mit einem Leckerlibeutel zu beschäftigen, sondern ihn als sozusagen ganzheitliche Methode auch bei Problemen mit dem Hund einzusetzen.
Allerdings halte ich es für wenig individuell, wenn die Methode als die einzige propagiert wird, denn alle Hunde sind zwar Beutegreifer und können apportieren, sind aber durchaus sehr verschieden.
Die beschriebene Leinenführigkeit ist kein Spiel, wenn kräftig geruckt wird, damit der Hund folgt und nur weil er hinter mir sitzt, kann er trotzdem sehr fordernd sein und Selbstständigkeit muss nicht für jeden Hund schlecht sein.
Leider zu dogmatisch, aber dennoch zu empfehlen, wenn man einen Blick auf seinen Hund wirft und sich fragt, wie es ohne Geschrei und Geschüttel klappen kann.
Und: man kann kritisch sein, selbst wenn man Seminare bei Herrn Nijboer besucht und sehr sehr viele positive Eindrücke gewonnen hat. In der objektiven Mitte liegt oftmals die Kraft.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbedingt zu empfehlen!, 15. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Hunde erziehen mit Natural Dogmanship (Gebundene Ausgabe)
Für jeden Hundebesitzter und vor allem wenn man einer werden will ein Muss!
So genau wurde Hundeverhalten noch nie erklärt. Nur so können die Problemhunde vermieden werden! Wer seinen Hund liebt, kauft Bücher von Jan Nijboer!
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