Auf den ersten Blick erzählt Adams hier die (fiktive) Geschichte zweier Hunde, die aus einem (fiktiven) Versuchslabor im englischen Lake District entkommen und sich als wilde Tiere durchschlagen müssen: Snitter, ein Foxterrier, der durch eine Gehirnoperation "verrückt" geworden ist und nun seinen Herrn sucht, und Wuff, eine undefinierbare Promenadenmischung, der glaubt, dass alle Menschen durch und durch böse sind.
Nachdem die beiden beschlossen haben, wilde Tiere zu werden, reissen sie Schafe, was die Bewohner der Gegend natürlich gegen sie aufbringt. Die Jagd beginnt, und allmählich beginnt sich sogar die Boulevardpresse für die Ereignisse zu interessieren. Sind die Hunde am Ende Träger der Pest, mit der im Versuchslabor experimentiert wird?
Diese Rahmenhandlung ist zwar notwendig, aber längst nicht alles: Adams führt den Leser auf viele Spuren, erzählt ihm tausend Geschichten, philosophiert seitenlang über das Wesen der Freiheit und beschreibt die Schönheit der Natur. Die Dialoge zwischen den beiden Hunden, die, trotz ihrer Fähigkeit zu sprechen, niemals vermenschlicht werden, werfen ein interessantes Licht auf Adams' Sicht der Menschheit. Die Art, wie er die Presse auftreten lässt, erinnert an Bölls "Katharina Blum" und Wallraffs "Aufmacher" (und die wörtliche Wiedergabe einer Fernsehreportage ist schlichtweg genial). Und ganz nebenbei beschreibt er auch noch einige der gängigen Tierversuche.
Man wird es auf den ersten Blick nicht glauben, aber dieses Buch enthält auch sehr viel trockenen, fast sardonischen Humor. Man muss nicht abartig sein, um darüber lachen zu können (na gut, vielleicht ein Bisschen)... es ist vielmehr eine Art Lachen, um nicht zu weinen.
Die Deutsche Übersetzung ist zwar recht gut gelungen, kann aber die vielen Wortspielereien der Originalversion nicht wiedergeben. Daher möchte ich allen empfehlen, auch das Original zu lesen. Es ist nicht einfach, aber den Aufwand wert, und was Adams zu sagen hat, wird niemanden kaltlassen.