Ich habe das vorliegende Buch mit großer Spannung erwartet, da ich Geschichten und Bücher mit und um Hamster sammele. Und immerhin enthält der Band 2 Hamstergeschichten, die auch ganz nett sind.
Aber damit hat es sich dann auch schon.
Der Autor kann leider nicht besonders gut einen Spannungsbogen aufbauen und so wirken all sein Geschichten doch etwas "tümelnd" - ich weiß mir da kein besseres Wort. "Langweilig" wäre nun auch wieder übertrieben, aber, wie gesagt - die Spannung fehlt ein wenig, es ist alles seeeehr "behaglich".
Zudem fühlt er sich bemüßigt, dem Leser eine Moral näherzubringen und sucht auf Teufel (oder besser Fliege) komm raus nach Analogismen und Metaphern. Sowas KANN klappen, MUSS aber nicht.
Der unverhohlene Versuch, Tierhalter für die "Bachblütentherapie" zu interessieren, hat mich persönlich gestört. Besonders, da von den Ergebnissen der angedeuteten Therapie nicht mehr gesprochen wird und die Geschichte mehr oder weniger zusammenhangslos abbricht. Man weiß als Leser am Ende nicht, worum es genau gehen sollte: um Bachblüten? Um bedingungslose Tierliebe? Um die Stressmomente eines Dozenten? Von allem etwas? Zuviel von Zuwenig, so mein Ergebnis.
Nichtsdestotrotz kann ich immer noch drei Sterne vergeben, denn eins muß man dem Autor lassen: er schreibt voller Liebenswürdigkeit und auch Interesse an und von den Tieren, er MAG sie wirklich und man spürt zwischen den Zeilen seine Leidenschaft für seinen Beruf und eben besagte Tiere. Er ist sicher ein bewusster Mensch und bestimmt ein engagierter Arzt. Das ist einfach schön und zum Teil herzergreifend.
Fazit: mit Hilfe eines guten Lektors/Co-Autors könnte das noch was werden.