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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
104 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Statistik lesen lernen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Hund, der Eier legt (Taschenbuch)
Die beiden Autoren H.-P. Beck-Bornholdt und H.-H. Dubben sind gestandene Wissenschaftler und geben sich redliche Mühe, typische Denkfallen aufzuzeigen. Vom gedanklichen Rechenfehler über das gezielte Erwecken falscher Eindrücke bis zum ausgewachsenen Betrug reichen ihre Beispiele, die zum Großteil aus dem Bereich der medizinischen Forschung stammen. Was sie zutage fördern, sorgt für jede Menge Aha-Erlebnisse. Man lernt, mit "wissenschaftlichen" Ergebnissen, die keine sind, skeptischer umzugehen. Und man wird Werbefritzen, Politikern und anderen Manipulatoren nicht mehr so leicht auf den Leim gehen. Dazu ist das Buch nett illustriert, sehr lesbar geschrieben, wenn auch ein wenig anspruchsvoll. Der Formelsalat wurde in den Anhang verbannt, der Rest des Buches ist nicht anspruchsvoller als meine angegebenen Beispiele und erfordert nicht mehr als das, was nach einigen Jahren von Mittelstufe-Mathekenntnissen noch übrig ist. Beim Wort "Mathematik" schrecken die meisten erst einmal zurück, und auch Fachleute - Wissenschaftler und Ärzte zum Beispiel - sind längst nicht so firm, wie sie es oft glauben. Im Falle von Krankheiten bedeutet das, daß positive Testergebnisse als viel "bedrohlicher" eingeschätzt werden, als sie tatsächlich sind. Im Falle der Wissenschaft bedeutet das, daß viele Ergebnisse einfach unbrauchbar sind, weil Daten falsch interpretiert werden. Schlimmstenfalls landet sowas in Lehrbüchern und wird zum unausrottbaren Mythos. Ein Beispiel dafür ist das Verwechseln von Korrelationen mit Kausalität. Es läßt sich unschwer nachweisen, daß der Östrogenspiegel im Blut von der Schuhgröße abhängt: Je größer die Füße, desto geringer der Östrogenspiegel. Auf die gleiche Weise kann man "beweisen", daß die Haarlänge mit der Körpergröße abnimmt. Die Beispiele sind leicht durchschaubar, aber die angebliche Gefährlichkeit von Hochspannungsleitungen, Handys und ähnlicher Schmock mehr beruht exakt auf derselben Art von falschem Statistiklesen. Kurzum: Was heute so alles als "Wahrheit" daherkommt, ist schon allerhand - mit diesem Buch an der Hand wird man ein paar Denkfallen umschiffen und ein paar Betrügern weniger auf den Leim gehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verdiente Neuauflage,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Hund, der Eier legt: Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken (Taschenbuch)
Das Verdienst, mein Unverständnis für Statistik schonungslos aufgedeckt zu haben, geht nicht an das Autorenduo Dubben &Beck, sondern an Walter Krämer. Sein Buch "So lügt man mit Statistik" hat 1991 im deutschen Sprachraum für ziemlichen Wirbel gesorgt. Als seine Kollegen 1997 mit ihrem Werk auf der öffentlichen Bühne erschienen, spielten sie zwar das gleiche Stück, legten aber eine klar bessere Inszenierung hin. Sie haben Witz, können schreiben, haben für die Ausstattung das bessere Team hinter sich und erzählen dem Publikum die attraktiveren Beispiele. Mit der überarbeiteten Neuauflage auch die aktuelleren. Das wurde ihnen bei meinem Rezensentenkollegen Oliver Völkers allerdings zum Verhängnis, weil sie bezweifeln, dass sich die Klimaerwärmung statistisch und wissenschaftlich als Menschenwerk belegen lässt. Und ich muss gestehen, auch mich juckte es, ihnen dafür einen Stern abziehen.Fragt sich ein Leser dieser Besprechung, ob die 318 Seiten für mathematische Tiefflieger ebenfalls war hergeben, so antworte ich mit einem klaren Ja. Denn Erkenntnisgewinn und Lesegenuss bleiben erhalten, auch wenn man nicht bei jeder Formel eine Erleuchtung hat. Ich las dann einfach darüber hinweg und widmete mich ausgeruht dem präzisen Kommentar der Autoren. Die Vorlesungen für Studenten sind wohl ebenso eine gelungene Mischung zwischen Unterhaltung und Wissenschaft wie dieses Buch. Nicht ganz klar wurde mir bis zum Schluss, wie ich mich nun in Zukunft verhalten soll, wenn mir Statistiken oder Studien medial um die Ohren gehauen werden. Aus Prinzip nicht mehr glauben? In Dubben&Beck nach den möglichen Betrügertricks suchen? Einen mathematisch gescheiteren Freund fragen? Oder sich einfach damit abfinden, dass letztlich alles Wissen doch nur eine Glaubensfrage ist? Seit ich mich mit der Funktionsweise unseres Gehirns beschäftige, entscheide ich mich meist für die letzte Variante. Das tun die Autoren auch, versuchen aber als lehrende Akademiker die Wissenschaft trotzdem zu retten. Meiner Meinung nach vergeblich. Mein Fazit: Die überarbeitete und aktualisierte Neuauflage dieser ungewöhnlichen Einführung in Statistik und wissenschaftliche Beweiskunst kam bei mir sehr gut an. Bis im März 2007 "Es war 1mal. Die verborgene mathematische Logik des Alltäglichen" von John Allen Paulos wieder erscheint, sind Dubben&Beck für mich die unangefochtenen Spitzenreiter dieses Themenrennens. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für Jeden empfehlenswert,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Hund, der Eier legt. Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken (Broschiert)
Die Autoren schaffen es auf amüsante Weise, Interesse und Verständnis für ein oft verachtetes Stoffgebiet zu wecken. Da Formeln und schwierige mathematische Zusammenhänge zumeist in den Fußnoten verbannt wurden, ist das Buch für den Fachmann, der besser den Wert von Veröffentlichungen beurteilen und den interessierten Laien, der mal hinter das Mysterium Statistik blicken will, gleichermaßen geeignet. Den Spruch "Glaube nur der Statistik, die du selber gefälscht hast." kennt wohl jeder, bloß kann man sich darunter meist nichts vorstellen. Bringt Statistik nun was, oder ist es nur intellektueller Zeitvertreib? Die Autoren gehen sehr spielerisch mit diesem Thema um und führen den Leser behutsam mit einfachen nachvollziehbaren Schritten (z.B.: Wie man die vermeidliche Häufung von Leukämie bei Kernkraftwerken mit dem Würfel bestimmt.) in die Materie ein. Nach dem Buch hat sich hoffentlich der Schleier über der Statistik gelüftet und man kann vermeintliche Horrormeldungen in den Medien gelassen aufnehmen. Die Beispiele sind meist aus dem medizinischen Bereich, da beide Dozenten an einer medizinischen Hochschule sind. Ich empfehle jedem Medizinstudenten wärmstes dieses Buch zu lesen, da er früher oder später eine Doktorarbeit beginnen und dann dieses Wissen dringend brauchen wird. Weiterhin finde ich es wichtig kritisch mit Veröffentlichungen umzugehen, denn heutzutage wird auch meiner Meinung nach "Mehr Masse statt Klasse" an wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlicht.
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