... ich hatte viel Gutes über "Humpday" gelesen. Buddy-Movie, Coming-Of-Age Film, nur eben mit Männern 30 Plus. Über den Inhalt muss ich nicht viel sagen, oder? Steht sicher in der Zusammenfassung/Produktbeschreibung.
Ich fand das Ganze recht spannend, Ihr wisst schon, von wegen "gefangen sein in der eigenen Welt" und die Frage, "will ich das überhaupt" und der Drang, auszubrechen, etwas ganz Verrücktes tun. Die eigene Existenz in Frage stellen (wie es z.B. auch "ein letzter Kuss" - das italienische Original - oder "die 4" aus Frankreich tut). Die beiden Figuren im Film wollen das tun - indem sie einen "Kunstporno" drehen möchten.
Und dann?
Ist der Film sehr leise. Nicht vom Sound, sondern von der Machart. Sehr dezent, sehr alltäglich - und leider etwas zu flach. Die "Momentaufnahme aus dem Leben" verläuft ohne Nennenswertes und (für mich haben) die Figuren keine Relevanz gewonnen. Der Film plätschert vor sich hin. Am Ende geht dabei ziemlich die Luft aus, nachdem in der Mitte ein bis zwei Durchhänger waren. Dort, wo Platz für Charakterzeichnung wäre, scheitern Buch oder Darsteller hin und wieder - nicht oft genug, um den Film zu blöden Mist zu machen, aber auch nicht selten genug, um zu überzeugen. Identifikation, Sympathie und all das enstehen so bei mir nur mit Mühe.
Positives will ich aber auch schreiben: Der Film ist kein 90-minütiger Schnidelwitz und auch kein homoerotisches Manifest oder eine Abhandlung über Männlichkeit, naja, das doch ein bisschen, aber zum Glück nie domgamtisch oder lehrmeisternd. Wer hier "gay-interrest" erwartet, wird enttäuscht. Aber, sind wir ehrlich, der Film gibt nie vor, auch nur irgendwie schwul zu sein - das ist nicht das Konzept.
Was bleibt?
... ein mäßiger Film, im Ansatz sympathisch, im ganzen wenig nenenswert.