Dieses Buch ist weit mehr als ein Führer, der sich mit unterschiedlichen Hautflüglern befasst. Es kann zur Artenbestimmung herangezogen werden, setzt seinen Schwerpunkt jedoch auf die Lebensweise und Bedürfnisse der vorgestellten Insekten, vor allem bezüglich der erforderlichen Nistgelegenheiten und Futterpflanzen.
Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang die in Text und Bild präsentierten Bauanleitungen für Nistkästen und Hinweise darauf, wie man andere Niststätten schaffen oder erhalten kann, auch im kleinsten Garten. Dass Insektenschutz eine im Grunde wenig aufwändige Angelegenheit sein kann, beweisen diese Anleitungen.
Auch zeigt der Autor auf, welche Blühpflanzen sich für die jeweiligen Hautflüglergruppen als Futterpflanzen eignen, und wie man, im Idealfall durch "Vernetzung" mehrerer Gärten, ein Blütenangebot schaffen kann, das den Insekten ihre gesamte Saison hindurch Nahrung bietet. Dass der Garten trotzdem oder gerade deswegen attraktiv auszusehen vermag, kann sich der Leser angesichts einer Fülle aparter Blühpflanzen wie Platterbse, Bechermalven, Traubenhyazinthen, Stockrosen und sogar etlicher Küchenkräuter wie Borretsch und Salbei gut vorstellen. Auch zu den Pflanzen findet man Abbildungen.
Darüber hinaus werden weitere Schutzmaßnahmen für Gartenbesitzer und Landwirte beschrieben. Alle Anleitungen sind bebildert.
Das Buch glänzt durch Praxisnähe, vorzügliche Verständlichkeit auch für völlige Laien und eine enorm detailreiche Darstellung. Theorie und Praxis stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Von "Fachidiotie" ist nichts zu spüren: Das Buch liest sich angenehm, es fesselt sogar, und der Leser wird sämtliche Hautflüglergruppen mit neuen Augen sehen. Das Werk zeigt, dass Umweltschutz nicht der Politik und Verbänden überlassen werden muss: Jeder kann etwas zur Erhaltung der für ein funktionierendes Ökosystem immens wichtigen Hautflügler tun und dabei noch hochinteressante Beobachtungen machen.
Eines der besten Bücher, die der lesefreudigen Rezensentin je begegnet sind!