Der in Augsburg geborene Genremaler Johann Moritz Rugendas bricht mit Humboldt zu seiner zweiten Lateinamerikareise auf.
1837 kommen sie nach Argentinien.
Aires beleuchtet ausgerechnet seine scheinbar unproduktivste Phase in einer sehr einfühlsamen Weise. Rugendas und sein treuer Freund Krause, ohne den er wahrscheinlich nicht überlebt hätte, brechen von Chile nach Buenos Aires auf. Während sie die Anden überqueren, durchreiten sie ein sehr seltsam anmutendes Gebiet, wo kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm mehr wächst. Ein sie begleitender Indio klärt sie auf: hier sind Heuschrecken, eine der sieben biblischen Plagen durchgezogen. Unter dem sehr bedrückenden Eindruck dieser toten Erde stehend, kommen sie in eine Gewitterfront. Rugendas und sein Pferd werden vom Blitz getroffen, überleben jedoch. Als das Pferd wieder die Gewalt über sich erlangt, bricht es aus, Rugendas stürzt herunter und bleibt mit dem Fuß im Steigbügel hängen. Er wird mitgeschleift und verliert im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht. Für den Rest seines Lebens bleibt er auf das fürchterlichste entstellt. In der Nähe von Mendoza kommt er in ein Krankenhaus und wird unter Morphium gesetzt. Krause hält zu ihm.
Rugendas kann seine im Gesicht bestehenden Nervenschädigungen und Migräneanfälle nur unter dem ständigen Genuß von Drogen ertragen, unkontrollierbare Gesichtszuckungen sind nicht zu vermeiden. Sein großer Traum, einmal einen Malon, einen Überfall nomadisierender Indios zu zeichnen wird erfüllt. Sein Gesicht verhüllt er mit einer Mantilla.
Ich muß zugeben, die ersten 10 Seiten des Buches waren für mich schwer zu lesen, da Aires eine Art Beschreibung des geschehens gibt, irgendwelche Gespräche zwischen den Akteuren finden nicht statt. Unbemerkt habe ich mich aber festgelesen und einige Seiten sogar mehrfach aufgesogen.