Weihnachten vorbei, nun ists an der Zeit die erhaltenen Präsente zu evaluieren. Die vergänglichen (hoffentlich!), die sich in der Hüftregion festgesetzt haben, genauso wie die "nachhaltigen".
In die zweite Kategorie gehört für mich der unlängst erschienene imposante Bildband
Human Footprint: Satellitenbilder dokumentieren menschliches Handeln. Er macht sich in mehrfacher Hinsicht gut: Als Bilderbuch bzw, "Conversation piece" auf dem Kaffeetisch von mehr oder weniger unbedarften Zeitgenossen (nicht, dass mein Salon dafür ausgestattet wär;)
Ebenso für besorgte MitbürgerInnen (wie mich;), die das Ergebnis der gestalterischen Aktivitäten des Menschen auf unserem Planeten nicht allein unter ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet sehen möchten. Einen solchen Reiz besitzt unbestritten auch die Dokumentation menschlicher Eingriffe: die blaufarbene Mine, die sich auf der Suche nach Diamanten tief in einen erloschenen Vulkan bohrt; gestochen scharfe großformatige Bilder vom Ergebnis des Ackerbaus in Südwest-Australien oder von der Abholzung des indonesischen Regenwaldes; und sogar kalifornische Autobahnkreuze - zumindest aus der Sicht des Satelliten in 680 km Höhe!
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - alt, aber (hoffentlich) wahr. Das Ausmaß der landwirtschaftlichen und industriellen "Umweltgestaltung" und der Nutzung der natürlichen Ressourcen - manche sagen dazu Raubbau - wird einem nur selten derart deutlich vor Augen geführt. Man wünscht sich und dem eoVision Verlag in Salzburg, dass dieses umfangreiche, großformatige und -artige Werk mit 320 Seiten (davon 127 doppelseitige Satellitenfotos und rund 30 Seiten an mehrsprachiger Beschreibung der Fotomotive und der Verortung auf kleinen Landkarten), auf möglichst vielen Tischen zu liegen kommt. Wegen der Freude, die ein gutes Buch zu vermitteln vermag. Aber auch, damit der/die einzelne (sowie möglichst viele Entscheidungsträger!) zur Besinnung hinsichtlich der Dringlichkeit des Schutzes unserer Lebensgrundlagen kommt; so dass mögliche Neu-Auflagen weiterhin eine vielfältige Erde abbilden können. Ausser Bohrlöcher, Leitungen und Straßen, welche die kasachische Steppe durchziehen, ähnlich einem aus den Fugen geratenem Spinnennetz, auch einen Planeten, der aus dem Weltraum künftig noch an möglichst vielen Stellen wirkt wie ein ausgedehnter, in geometrischen Mustern angelegter Garten mit seinen unzähligen Feldern in unterschiedlichen Grünschattierungen. Mit Reisterassen, die den natürlichen Formen des Geländes folgen, ebenswo wie mit unversehrten, abgelegenen Südsee-Atollen in einem kritallklaren Meer.