manager magazin (08/2001)
Schöner Entscheiden
Traditionelles Qualitätsmanagement konzentriert sich auf die Fehler in maschinellen Abläufen. Diese Mängel wurden von Experten inzwischen gegen null gebracht. Was aber gern übersehen wird, sind die menschlichen, die zufälligen Fehler. Sie passieren weiterhin. Ihre Bedeutung nimmt sogar zu, weil der Anteil der Dienstleistungen an der Wertschöpfung wächst.
Der studierte Maschinenbauer, Betriebswirt und Pädagoge Jamal Algedri und der Arbeitspsychologe Ekkehart Frieling haben die Lücke gefüllt. Sie entwickelten in vierjähriger Arbeit ein Verfahren, das die Fehleranfälligkeit menschlichen Handelns reduzieren soll: Die Human-Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (H-FMEA).
Ein sperriger Name und dennoch ein zielführender Ansatz. In ihrem Handbuch beschreiben Aldegri und Frieling alle Arbeitsschritte, die es braucht, um Fehler zu lokalisieren und zu beheben: Bestimmung der Tragweite dieser Fehler für den Kunden,
Rückverfolgung der Ursachen,
Analyse der den Fehlern zu Grunde liegenden Handlungen und
die Konzeption der Gegenmaßnahmen. Die Formulare für die Umsetzung des H-FMEA-Verfahrens befinden sich auf der mitgelieferten CD. Ein sehr praxisorientiertes Buch also, dessen Lektüre für Methodenlaien allerdings nicht ganz mühelos ist.
Den größten Teil des Werkes nehmen drei Fallbeispiele ein. Vor allem die Studie über den Bahntechnikhersteller Adtranz lässt erahnen, welch mannigfaltige Konflikte sich ergeben können, wenn fehlerhaftes menschliches Verhalten aufgespürt wird. Die Beispiele zeigen, wie in großen Organisationen Fehler entstehen. Mithin ist das Buch auch für den Leser interessant, der H-FMEA nicht anwenden möchte.
Fazit: Ein viel versprechendes neues Analyseverfahren, zusammengefasst in einem anspruchsvollen Handbuch.
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"Ein viel versprechendes neues Analyseverfahren, zusammengefasst in einem anspruchsvollen Handbuch." (manager magazin, August 2001)