Flott geht's zur Sache, viele lustige Situationen, vor allem in der ersten Stunde beim Kennenlernen von Amitabh Bachchan als nervöser Arzt, der sogar Räuber auf dem Parkplatz anamnesiert, und Sanjay Dutt als verliebter Unterwelt-Gockel. Nein, logisch nachvollziehbar ist das keinesfalls, Bachchan sollte auch besser den Vater als den Bruder von Aishwarya Rai (seine spätere Schwiegertochter) spielen, aber in sich ist die Geschichte schlüssig und Regisseur Dhawan verzichtet auf schrill übertreibende Neben-Komiker und anrüchigen Pubertärwitz - schließlich sind die Hauptakteure krass genug.
Überraschender Anklang: Im späteren (weit besseren) Lage Raho Munna Bhai gibt Sanjay Dutt zum dritten Mal (?) den Obergangster Munna Bhai und hat Ghandi-Erscheinungen, die sein Ganovenherz erweichen. Hier, in Hum Kisi Se, sind es benebelnde Aishwarya-Rai-Visionen. Bemerkenswert, dass Dutt nicht nur Gangster-*Komödien*, sondern auch brutal ernste Gangsterfilme spielt, etwa Aastav, und auch abseits der Leinwand keinen perfekten Ruf hat.
Altstar Amitabh Bachchan zeigt eine amüsante Palette unterhaltsamer Ausdrucksformen, während Sanjay Dutt eher schwitzend chargiert. So spielt Bachchan vor allem im ersten Teil alle an die Wand. Im zweiten Teil wirkt das komplette Ensemble leicht deppert, einschließlich der schönen, aber sonst kaum positiv auffälligen Aishwarya Rai, die vor allem das dumme Huhn gibt. Die zunächst seelenlose Musik von Anu Malik wird gegen Ende lebendiger, die Tänze unterhalten meist, sind aber langweilig gefilmt. 2,6 Sterne. Hirn aus, Player an, angenehme Unterhaltung.