Das Hörspiel fängt mit Bluesmusik an und die ist weiter Hauptbestandteil des hervorragenden Klangteppichs. Dadurch entsteht eine etwas träge und schwüle Atmosphäre, so wie wir Sie aus zahlreichen amerikanischen Filmen kennen und uns vorstellen. Bei den abendlichen Szenen sitzt man mit am Lagerfeuer, hört das Holz knacken und wartet förmlich darauf, daß einen die Mücken piesacken.
Nach einer schweren Auseinandersetzung mit seinem ständig betrunkenen Vater, grandios gesprochen von Tommy Piper, der Stimme von "Alf", flieht Huckleberry Finn, Marc Hosemann spricht ihn flapsig, auf eine Flußinsel. Dorthin hat es auch den aus der Sklaverei geflohenen "Neger" Jim, mit "schwarzer Stimme" glaubhaft gesprochen von Calvin Burke, verschlagen. Das Leben dort ist durchaus angenehm. Die Zeit verbringen die beiden ohne Arbeit mit angeln, Fische grillen und Pfeife rauchen.
Dann wir die Idylle gestört. Huck und Jim flüchten auf einem Floß.
Auf der Flucht treffen sie den schmierigen "Herzog", unnachahmlich interpretiert von Martin Semmelrogge, und den hinterhältigen "Kaiser" (Sprecher Michael Habeck), die ihnen das Leben schwer machen. Bei der Auseinandersetzung fiebert man förmlich mit. Der Ausgang der Geschichte wird nicht verraten!
Bei diesem Hörspiel stimmt einfach alles. Eine starke Romanvorlage, eine gut gekürzte, spannende Hörspielbearbeitung, starke Sprecher - allesamt richtig tolle Typen - und ein außergewöhnlich realistischer Klangteppich. Ein Lob auch für den Regisseur Robert Schön.
Das Hörspiel ist ab 9 Jahre freigegen. Es ist aber auch für junggebliebene Erwachsene ein Erlebnis. Also kaufen! Es lohnt sich bestimmt.