Es ist ziemlich genau zwanzig Jahre her, als ich die ersten Kapitel für das Buch "Hubschrauber ferngesteuert" zu schreiben begann und versuchte, die Grundlagen für diese faszinierende Technik und die Entwicklung der ferngelenkten Modellhubschrauber zu vermitteln. Neun Auflagen in deutscher Sprache und Übersetzungen in Englisch, Französisch, Holländisch und Spanisch sind bisher erschienen, und nun bittet mich der Verlag, das Buch für eine zehnte Auflage zu überarbeiten und auf den neuesten Stand zu bringen.
Eine schöne Aufgabe, denn die Entwicklung ist weitergegangen, vieles hat sich verändert, vieles ist verbessert und manches "verschlimmbessert" worden. Auf den Modellflugplätzen ist eine neue Generation von Modellsportlern zu finden, für die vieles selbstverständlich ist, die aber auch vieles nach dem Warum und Woher hinterfragen und mehr wissen wollen, als in Prospekten und Bauanleitungen steht.
Zum Hobby "Modellhubschrauber" hat sich eine gewaltige Industrie entwickelt, weltweit werden alle Varianten von Techniken und Modellen auf den Markt gebracht, und das Angebot an Zubehör und Tuningteilen ist fast unübersehbar geworden.
Daß ein ferngesteuerter Hubschrauber fliegt, ist keine Frage mehr, daß er Kunstflug in extremster Form macht auch nicht, und daß er mit stehendem Motor in Autorotation sicher und heil gelandet werden kann, ist ebenfalls selbstverständlich.
Wozu also noch ein Buch über die Grundlagen?
Vor wenigen Wochen, beim 19. "Schlüter-Cup", kommt ein junger Mann auf mich zu, drückt mir begeistert die Hand, erbittet eine Widmung in der neunten Auflage meines Buches und strahlt: Er habe jede Zeile gelesen, jeden Tip beherzigt, endlich die Zusammenhänge begriffen und nun beim "Schlüter-Cup" sogar recht gute Punkte gemacht. Jetzt könne er mitreden.
So ein Erlebnis und die Tatsache, daß nun die neunte Buchauflage verkauft ist, sind ein schöner Ausgangspunkt und Maßstab zugleich. Deshalb soll dieses Buch bleiben, was es immer war: Eine aktuelle und umfassende Einführung in die Grundlagen und die Faszination des ferngesteuerten Modellhubschraubers, kombiniert mit vielen auch für den Experten interessanten wertvollen Tips und Erfahrungen.
Noch ein Wort zum Schlüter-Comeback:
Mit dem Verkauf meiner Firma "Schlüter-Hubschrauber-Modellbau" Mitte 1986 an die Fa. robbe wurde vereinbart, daß ich robbe für drei Jahre weiter berate, daß meine Firma einschließlich aller Mitarbeiter für mindestens acht Jahre in Mühlheim/Main erhalten bleibt, ich aber für diesen Zeitraum nicht eigenständig im Modellbau tätig werde oder anderweitig berate.
Die Hubschraubertechnik interessierte mich (neben einigen anderen Dingen) natürlich nach wie vor, und so gründete ich die Fa. "Aero-Tec, Foto-Helicopter-Technik" in Wiesbaden, die aber bis Mitte 1994 nur im industriellen Bereich und nicht auf dem Modellbausektor tätig werden durfte. ... .
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.