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Hubert Burda - Der Medienfürst
 
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Hubert Burda - Der Medienfürst [Gebundene Ausgabe]

Gisela Freisinger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Sein Vater ist der Medienunternehmer Franz Burda, genannt „Senator“, ein knorriger, autoritäter Selfmademan; seine Mutter ist die temperamentvolle, knallharte Verlegerin Aenne Burda. Mit einem solchen Stammbaum muss man doch einfach in die Medienbranche gehen – oder? Keineswegs. Hubert Burda ist der jüngste von drei Söhnen, als Kronzprinz und zukünftiger Chef des Medien-Imperiums galt lange sein älterer Bruder Franz. „Hubert fühlt sich immer als fünftes Rad am Burda-Wagen“, berichtet Gisela Freisinger.

Der brennende Drang, sich zu beweisen, führte Hubert schließlich bis ganz an die Spitze. Doch das dauert. Zunächst studiert der junge Mann Soziologie und Kunstgeschichte, der Vater will ihn mit 5 Millionen Mark abspeisen und raushaben aus dem Geschäft. Hubert lässt nicht locker und erreicht, dass der Vater ihn schon als 26jährigen, der von Journalismus rein gar nichts versteht und sich für die seichten Blätter des Vaters schämt, als Chefredakteur einer der Burda-Zeitschriften einsetzt. Mit mäßigem Erfolg. Später versucht sich Hubert Burda mit den Taschen voller Geld am Männermagazin „M“, das ganze zwölf Ausgaben überlebt. Bis er schließlich Focus gründet und in rasantem Tempo die Erfolgsleiter hinaufsteigt.

Es ist eine unterhaltsame Lektüre, was Freisinger von den Irrungen und Wirrungen der Burdaschen Medienkarriere zu erzählen hat – allein, was sich hinter den Kulissen der Bunten abspielte, ist ausgesprochen skurril. Doch der Kern ihrer Biografie ist das Psychogramm einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung; wer danach noch von einer Wiedergeburt als reicher Erbe träumt, ist wirklich ein schwerer Fall. Gisela Freisinger beschreibt die gelinde gesagt schillernden Persönlichkeiten in der Familie Burda ehrfurchtsfrei und manchmal mit einem Hauch von Spott. „Im Mittelpunkt muss er stehen, ER muss der Held sein“, beschreibt sie Burda schon auf den ersten Seiten unverblümt.

Wie die anderen Unternehmer-Biografien von Campus, die durch ihre hohe Qualität bekannt geworden sind, beeindruckt auch Hubert Burda durch eine hervorragende Schreibe, die Burda und die Menschen in seinem Umfeld für den Leser lebendig werden läßt, und eine ausgiebige Recherche. Freisinger schreibt allerdings einen Tick frecher als die anderen Biografen, und ein paarmal gehen die Metaphern mit ihr durch („Ah, Rrrr, die Wut des Patriarchen bebt durch sein hungriges Männerherz, das nun ganz versteinert.“). Aber das verzeiht man ihr als Leser der ansonsten sehr spannenden Biografie gerne. -- Nina Hesse

Pressestimmen

17.09.2005 / Focus: Steter Systembruch "Eine hervorragende und sprachbegabte Autorin."

28.09.2005 / Frankfurter Rundschau: "Schniggos" große Reise "Die Autorin hat den Reigen aus schlechten und guten Zeiten so detailgenau recherchiert, dass man sich fragt, warum diesem Burda noch kein ZDF-Film gewidmet wurde."

01.10.2005 / Süddeutsche Zeitung: Am Hofe des Fürsten "Freisinger porträtiert Burda als ewig rastlosen Aufsteiger, der stets auf der Suche ist."

24.10.2005 / Junge Welt: Der Medienfürst aus "Burdapescht" "Freisinger hat eine freche, unterhaltsame Sittengeschichte über unsere lieben Milliardäre geschrieben. Auf gut 400 Seiten legt sie die Burdas auf die Couch."

25.10.2005 / Badische Zeitung: Hubert Burda "Tatsächlich eine Art Fürsten-Saga."

01.11.2005 / Manager Magazin: Bücher des Monats "Freisingers Rechercheleistung ist beeindruckend, ihr Psychogramm schonungslos sezierend."

10.11.2005 / Die Zeit: Woher der "Mythos Burda" kommt "Keine Frage, Freisinger kann wunderbar mit Sprache umgehen und fängt Charaktere liebevoll ein ... Gleichzeitig ist sie präzise, ohne boshaft zu werden, wenn sie die Schwächen von Burda beschreibt ... Das Buch hätte er sich selbst kaum besser wünschen können."

22.11.2005 / Perlentaucher: Hubert Burda "Gisela Freisingers Hubert-Burda-Biografie ist ein seltener Glücksfall ... ein faktenreiches, glänzend erzähltes, wunderbar ironisches Porträt des Verlegers."

02.12.2005 / Handelsblatt: Der Herrscher über das goldene Rehkitz "Ein bildreiches Psychogramm von Hubert Burda und seiner Familie."

17.12.2005 / Die Tageszeitung: Hubertle "Freisinger ist eine opulente Sittengeschichte ... gelungen, die genauso wunderbar unterhält, wie sie informiert."

Focus, 17.09.2005

"Eine hervorragende und sprachbegabte Autorin."

Junge Welt, 24.10.2005

"Freisinger hat eine freche, unterhaltsame Sittengeschichte über unsere lieben Milliardäre geschrieben. Auf gut 400 Seiten legt sie die Burdas auf die Couch."

Kurzbeschreibung

Im Verlag herrscht Burda wie ein Fürst.Mit Focus brach er die Vorherrschaft des Spiegel. Sein Engagement für Literatur, Kunst und Wissenschaften verschafft ihm gesellschaftliches Ansehen weit über seinen wirtschaftlichen Erfolg hinaus. Dr. Hubert Burda ist ein unkonventioneller Unternehmer und eine schillernde Persönlichkeit. Gisela Freisinger erzählt seine ungewöhnliche Geschichte, besichtigt sein Medienimperium und zeigt, wie er darin die Fäden zieht. Die Autorin porträtiert Hubert Burda mit kritischer Distanz, gehört aber zu den wenigen, die er nah genug an sich herankommen lässt, dass ein Blick hinter die Kulissen möglich ist.

Über den Autor

Nach dem Studium der Politik, Literatur und Wirtschaft in London, Paris und Lissabon machte Gisela Freisinger Radioarbeit in La Paz, schrieb dann für Hans Magnus Enzensbergers Transatlantik, Zeit Magazin, F. A. Z. Magazin und Geo, war Ressortleiterin Kultur bei der Münchner Abendzeitung. Heute schreibt die freie Journalistin für den Stern und Capital. Sie ist bekannt für ihre großen Personenporträts.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der Verleger ist ein Getriebener im Land der Gegensätze. Er hastet von Dante zu Digital Lifestyle, verbindet Grandezza mit Genom, eBay mit Erasmus von Rotterdam, Mediale Communities mit Machiavelli, Koloskopie mit Catull. Wie ein Besessener lässt er sich auf futurologische Szenarien ein, nur um dann zu behaupten: "Ich hatte immer das Gefühl, dass ich aus alten Zeiten komme." Will er deshalb den Beweis führen, dass das Logo des Luxusflitzers Maserati vom Dreizack des Poseidon abstammt? Schon als Zwölfjährigen hat ihn der Vater mitgenommen in die Wirtschaft "Zum Schwanen" und ihn vorgeführt wie ein Wunderkind. Sagt er. Der Junge, obwohl geografisch ungebildet, wusste alles über die Wüste Gobi, kannte jeden Ort, als wäre er dort zu Hause. "Seitdem ich mich erinnern kann, gibt es in mir diese Traumbilder von Samarkand und Taschkent und unglaublich viele Sandsturmbilder." Woher kommt das? "Das sind genetische Strukturen", erläutert er. "Die Gene werden komplettiert durch die Meme, optische Chips; noch kann niemand sagen, woher die kommen. Aber was wissen wir, welche Atome plötzlich in uns aufgehen?" Ist ein entschlüpftes Atom im Spiel an dem strahlenden Sommermorgen im Juni 2004 zum Beispiel, als das Bild, das Hubert Burda abgibt, völlig abweicht von dem gewohnten? Anstelle des dunklen Zweireihers trägt er einen hellen Sommeranzug, der sich mit seidener Leichtigkeit um seine Rundungen schmiegt. Wohl sitzt der Schlips akkurat wie immer, trotzdem wirkt er für seine Verhältnisse underdressed. Aber Burda sitzt an diesem Morgen auch nicht an seinem Schreibtisch in der Arabellastraße, den Götterboten Hermes im Blick. Auf den letzten Drücker noch hat er den LH-Flug 4070 von München nach Florenz erreicht. Hier reist der Humanist, für den der Weg nach vorn über die Vergangenheit führt. In seiner Begleitung ausnahmsweise nur Reinhold Fröschl, sein Chauffeur, Themen-Spürhund im alltäglichen Pressestapel, im Bedarfsfall auch sein Koch. In der Allroundbetreuung des "Herrn Doktor" wechselt er sich im Wochenrhythmus mit dem "Sekretär" Helmut Enderle ab. Die Entourage, mit der Burda sich gewöhnlich umgibt, allesamt "beautiful people", gebildet, mit guten Manieren und nicht nur modisch auf dem Quivive, bleibt heute in der Zentrale der Macht. Darunter der Unternehmenssprecher Nikolaus von der Decken; sein persönlicher Referent und Geschäftsführer Marcel Reichart; sein Verbindungsmann zur jüdischen Elite, Gregory Blatt. Oder Steffie Czerny, die Frau, die sein Ego managt, die Einzige, die ihn duzt und die das Kummertelefon abnimmt, wenn Burda in seinen schlaflosen Nächten Zuspruch braucht oder einfach jemanden, der ihm zuhört. Sie alle mehren den Ruhm des Verlegers. Bereiten ihm sowohl die neuesten Themen Akademias als auch die Phänomene der Alltagssoziologie auf: zu appetitanregenden Häppchen, geistigen Amuse-gueules, die sie ihm auf Mind-Maps kredenzen. In seiner erstaunlichen Neugier verlangt der Fürst nach immer neuem Futter. Ein Mann, der noch staunen kann. Seine schmalen Augen beobachten unablässig. Schnappt er ein unbekanntes Wort auf, wird es umgehend notiert. Er liebt Fremdwörter, lanciert lateinische Brocken, wo immer sich eine Gelegenheit findet. Auch auf die Gefahr hin, dass sich die Zunge verzwirbelt oder der Sinn einzig in der Freude liegt, seine weitläufigen verbalen Ländereien zu durchschreiten. "Anfangs dachte ich, der hätte nur im Samen-Bingo gewonnen", erläutert im Super!-Sommer 1992 der Fabulier-künstler Franz Josef Wagner einem Spiegel-Redakteur das Wesen seines Verlegers Burda. "Aber dann merkte ich schnell, dass er ein ausgesprochen gebildeter Mensch ist." "Was ist das Höchste für den Menschen?", exklamiert Burda, während die aufbrausenden Flugzeugmotoren seine Worte fast verschlingen. "Ein Werk zu hinterlassen?" Die Frage ist rein rhetorisch. "Nein!", hält er unbeirrt dem Lärm entgegen, "sich zu bilden, wie der Goethe sagt, das ist das Arkanum." Lässt er also sein Imperium vaterlos zurück, während er sich auf den Weg macht, das Geheimnis des Lebens auszukundschaften? Sein Zeigefinger klopft gegen die geschürzten Lippen, als wolle er sie versiegeln. "Psst. Über das Arkanum spricht man nicht." Der "Renaissance-Mensch", wie ihn Lord Weidenfeld nennt, braucht hin und wieder eine kleine Flucht aus der Routine. An solchen Tagen kann es sein, dass ihn sein Pilot in aller Frühe nach Rom fliegt. Dort sorgen die Fresken der Sixtinischen Kapelle für neuronale Mobilmachung. Schon am Nachmittag sitzt er dann wieder am Konferenztisch der Konzernzentrale und verhandelt alltägliche Dinge. Es ist kurz nach zehn Uhr, als Burda in Florenz landet, wo bereits ein Fahrer auf ihn wartet. Die Luft flirrt in Erwartung des heraufziehenden Hitzedrucks, während der deutsche Verleger in wohltemperiertem Italienisch die Route erläutert, die er zu nehmen wünscht. "Frosch", der Hüter über sein Wohlbefinden, dreht sich im Vordersitz um und fragt beflissen Richtung Fond: "Herr Doktor, an' Riegel?" Der Doktor deutet ein Nicken an, schon wird ihm ein schokoglasiertes Corny gereicht. Von Zeit zu Zeit will der Doktor auch seinen Atem erfrischen, lässt sich ein Fisherman's Friend anbieten. Als der Wagen schließlich am ersten Etappenziel hält, bekommt er das ganze blaue Tütchen zugesteckt und auch ein Portemonnaie. Ein Milliardär bekommt Taschengeld!

Auszug aus Hubert Burda - Der Medienfürst von Gisela M. Freisinger. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der Verleger ist ein Getriebener im Land der Gegensätze. Er hastet von Dante zu Digital Lifestyle, verbindet Grandezza mit Genom, eBay mit Erasmus von Rotterdam, Mediale Communities mit Machiavelli, Koloskopie mit Catull. Wie ein Besessener lässt er sich auf futurologische Szenarien ein, nur um dann zu behaupten: "Ich hatte immer das Gefühl, dass ich aus alten Zeiten komme." Will er deshalb den Beweis führen, dass das Logo des Luxusflitzers Maserati vom Dreizack des Poseidon abstammt?
Schon als Zwölfjährigen hat ihn der Vater mitgenommen in die Wirtschaft "Zum Schwanen" und ihn vorgeführt wie ein Wunderkind. Sagt er. Der Junge, obwohl geografisch ungebildet, wusste alles über die Wüste Gobi, kannte jeden Ort, als wäre er dort zu Hause. "Seitdem ich mich erinnern kann, gibt es in mir diese Traumbilder von Samarkand und Taschkent und unglaublich viele Sandsturmbilder." Woher kommt das? "Das sind genetische Strukturen", erläutert er. "Die Gene werden komplettiert durch die Meme, optische Chips; noch kann niemand sagen, woher die kommen. Aber was wissen wir, welche Atome plötzlich in uns aufgehen?"
Ist ein entschlüpftes Atom im Spiel an dem strahlenden Sommermorgen im Juni 2004 zum Beispiel, als das Bild, das Hubert Burda abgibt, völlig abweicht von dem gewohnten? Anstelle des dunklen Zweireihers trägt er einen hellen Sommeranzug, der sich mit seidener Leichtigkeit um seine Rundungen schmiegt. Wohl sitzt der Schlips akkurat wie immer, trotzdem wirkt er für seine Verhältnisse underdressed. Aber Burda sitzt an diesem Morgen auch nicht an seinem Schreibtisch in der Arabellastraße, den Götterboten Hermes im Blick. Auf den letzten Drücker noch hat er den LH-Flug 4070 von München nach Florenz erreicht. Hier reist der Humanist, für den der Weg nach vorn über die Vergangenheit führt. In seiner Begleitung ausnahmsweise nur Reinhold Fröschl, sein Chauffeur, Themen-Spürhund im alltäglichen Pressestapel, im Bedarfsfall auch sein Koch. In der Allroundbetreuung des "Herrn Doktor" wechselt er sich im Wochenrhythmus mit dem "Sekretär" Helmut Enderle ab.
Die Entourage, mit der Burda sich gewöhnlich umgibt, allesamt "beautiful people", gebildet, mit guten Manieren und nicht nur modisch auf dem Quivive, bleibt heute in der Zentrale der Macht. Darunter der Unternehmenssprecher Nikolaus von der Decken; sein persönlicher Referent und Geschäftsführer Marcel Reichart; sein Verbindungsmann zur jüdischen Elite, Gregory Blatt. Oder Steffie Czerny, die Frau, die sein Ego managt, die Einzige, die ihn duzt und die das Kummertelefon abnimmt, wenn Burda in seinen schlaflosen Nächten Zuspruch braucht oder einfach jemanden, der ihm zuhört. Sie alle mehren den Ruhm des Verlegers. Bereiten ihm sowohl die neuesten Themen Akademias als auch die Phänomene der Alltagssoziologie auf: zu appetitanregenden Häppchen, geistigen Amuse-gueules, die sie ihm auf Mind-Maps kredenzen.
In seiner erstaunlichen Neugier verlangt der Fürst nach immer neuem Futter. Ein Mann, der noch staunen kann. Seine schmalen Augen beobachten unablässig. Schnappt er ein unbekanntes Wort auf, wird es umgehend notiert. Er liebt Fremdwörter, lanciert lateinische Brocken, wo immer sich eine Gelegenheit findet. Auch auf die Gefahr hin, dass sich die Zunge verzwirbelt oder der Sinn einzig in der Freude liegt, seine weitläufigen verbalen Ländereien zu durchschreiten. "Anfangs dachte ich, der hätte nur im Samen-Bingo gewonnen", erläutert im Super!-Sommer 1992 der Fabulier-künstler Franz Josef Wagner einem Spiegel-Redakteur das Wesen seines Verlegers Burda. "Aber dann merkte ich schnell, dass er ein ausgesprochen gebildeter Mensch ist."
"Was ist das Höchste für den Menschen?", exklamiert Burda, während die aufbrausenden Flugzeugmotoren seine Worte fast verschlingen. "Ein Werk zu hinterlassen?" Die Frage ist rein rhetorisch. "Nein!", hält er unbeirrt dem Lärm entgegen, "sich zu bilden, wie der Goethe sagt, das ist das Arkanum." Lässt er also sein Imperium vaterlos zurück, während er sich auf den Weg macht, das Geheimnis des Lebens auszukundschaften? Sein Zeigefinger klopft gegen die geschürzten Lippen, als wolle er sie versiegeln. "Psst. Über das Arkanum spricht man nicht."
Der "Renaissance-Mensch", wie ihn Lord Weidenfeld nennt, braucht hin und wieder eine kleine Flucht aus der Routine. An solchen Tagen kann es sein, dass ihn sein Pilot in aller Frühe nach Rom fliegt. Dort sorgen die Fresken der Sixtinischen Kapelle für neuronale Mobilmachung. Schon am Nachmittag sitzt er dann wieder am Konferenztisch der Konzernzentrale und verhandelt alltägliche Dinge.
Es ist kurz nach zehn Uhr, als Burda in Florenz landet, wo bereits ein Fahrer auf ihn wartet. Die Luft flirrt in Erwartung des heraufziehenden Hitzedrucks, während der deutsche Verleger in wohltemperiertem Italienisch die Route erläutert, die er zu nehmen wünscht. "Frosch", der Hüter über sein Wohlbefinden, dreht sich im Vordersitz um und fragt beflissen Richtung Fond: "Herr Doktor, an' Riegel?" Der Doktor deutet ein Nicken an, schon wird ihm ein schokoglasiertes Corny gereicht. Von Zeit zu Zeit will der Doktor auch seinen Atem erfrischen, lässt sich ein Fisherman's Friend anbieten. Als der Wagen schließlich am ersten Etappenziel hält, bekommt er das ganze blaue Tütchen zugesteckt und auch ein Portemonnaie. Ein Milliardär bekommt Taschengeld!
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