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Der brennende Drang, sich zu beweisen, führte Hubert schließlich bis ganz an die Spitze. Doch das dauert. Zunächst studiert der junge Mann Soziologie und Kunstgeschichte, der Vater will ihn mit 5 Millionen Mark abspeisen und raushaben aus dem Geschäft. Hubert lässt nicht locker und erreicht, dass der Vater ihn schon als 26jährigen, der von Journalismus rein gar nichts versteht und sich für die seichten Blätter des Vaters schämt, als Chefredakteur einer der Burda-Zeitschriften einsetzt. Mit mäßigem Erfolg. Später versucht sich Hubert Burda mit den Taschen voller Geld am Männermagazin M, das ganze zwölf Ausgaben überlebt. Bis er schließlich Focus gründet und in rasantem Tempo die Erfolgsleiter hinaufsteigt.
Es ist eine unterhaltsame Lektüre, was Freisinger von den Irrungen und Wirrungen der Burdaschen Medienkarriere zu erzählen hat allein, was sich hinter den Kulissen der Bunten abspielte, ist ausgesprochen skurril. Doch der Kern ihrer Biografie ist das Psychogramm einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung; wer danach noch von einer Wiedergeburt als reicher Erbe träumt, ist wirklich ein schwerer Fall. Gisela Freisinger beschreibt die gelinde gesagt schillernden Persönlichkeiten in der Familie Burda ehrfurchtsfrei und manchmal mit einem Hauch von Spott. Im Mittelpunkt muss er stehen, ER muss der Held sein, beschreibt sie Burda schon auf den ersten Seiten unverblümt.
Wie die anderen Unternehmer-Biografien von Campus, die durch ihre hohe Qualität bekannt geworden sind, beeindruckt auch Hubert Burda durch eine hervorragende Schreibe, die Burda und die Menschen in seinem Umfeld für den Leser lebendig werden läßt, und eine ausgiebige Recherche. Freisinger schreibt allerdings einen Tick frecher als die anderen Biografen, und ein paarmal gehen die Metaphern mit ihr durch (Ah, Rrrr, die Wut des Patriarchen bebt durch sein hungriges Männerherz, das nun ganz versteinert.). Aber das verzeiht man ihr als Leser der ansonsten sehr spannenden Biografie gerne. -- Nina Hesse
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