Nachdem ich bislang mit einem Edimax Repeater gearbeitet hatte, wollte ich nun etwas Kleineres und Unauffälligeres fürs Wohnzimmer.
1. Gerät
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Der Huawei WS320 ("Repeater") ist wirklich schnuckelig klein wie ein Raumlufterfrischer und hat nur zwei Bedienelemente - eine große Taste für die WPS-Verbindung mit integrierter LED für den Betriebszustand und eine kleine Reset-Taste, um die Werkseinstellungen wieder herstellen zu können. Die optische und farbliche Gestaltung sagt mir zu, ist aber Geschmacksache - wem das nicht gefällt, kann das Gehäuse anders bekleben (es gibt keine Lüftungsschlitze und das Gerät wird auch kaum warm).
2. Anleitung
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Die beigefügte Anleitung ist deutsch, hervorragend verständlich und leitet Schritt für Schritt - soweit das möglich ist und nicht an evtl. Besonderheiten der ansonsten verwendeten Hardware scheitert - sowohl durch die einfachere Einrichtung mit "WPS"-Taste als auch durch die manuelle Einrichtung. Die "Fragen und Antworten" haben auch bei eher besserem technischem Verständnis keine Fragen offen gelassen.
3. Einrichtung
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Ich habe zwar einen Telekom Speedport W722V mit WPS-Funktionalität als Haupt-Accesspoint und Router, bestehe aber bei allen meinen technischen Geräten auf möglichst weitgehende manuelle Einrichtung, damit ich weiß, was da passiert.
Ich habe daher nicht die u.U. einfachere WPS-Einrichtung verwendet, sondern nur die "manuelle" Einrichtung (beides ist detailliert im Handbuch beschrieben). Also:
- Auspacken
- Einstecken in die Netzsteckdose und ca. 1 Min. warten
- Inzwischen vom bislang alleine verwendeten Haupt-Accesspoint ("AP") die Kennung ("SSID"), das Verschlüsselungsverfahren (möglichst "WPA2/AES") und den Verschlüsselungscode (möglichst > 20 Zeichen) ermitteln.
- Inzwischen außerdem prüfen, dass am Laptop (Smartphone geht auch) die automatische Übernahme von IP-Adresse, Gateway, DNS etc. vom AP eingestellt ist (das kann bei jedem WLAN-Adapter technisch anders gelöst sein).
- Mit dem Laptop dann in den WLAN-Einstellungen vorübergehend den neuen WLAN-Access-Point mit der SSID "Repeater" auswählen (das kann bei jedem WLAN-Adapter technisch anders gelöst sein) und mit einem beliebigen Javascript-fähigen Browser (ich verwende Firefox) eine beliebige Seite aufrufen.
- Es kommt nun im Browser automatisch eine Seite mit der "Schnelleinrichtung" des Repeaters, bei der bequem aus einer Liste der eigene Haupt-AP ausgewählt werden kann, wenn die SSID vom AP übermittelt wird - sonst muss die SSID des AP manuell eingegeben werden. Nun noch den Verschlüsselungscode des Haupt-AP eingeben, fertig.
- Der Repeater verbindet sich über die eingegebenen Daten mit dem AP. Funktioniert alles, leuchtet die LED am Repeater schließlich grün.
- Nun muss in den WLAN-Einstellungen des Laptops wieder die SSID des Haupt-AP für den Netzwerkzugang ausgewählt werden (mit der zuvor notierten Verschlüsselungsart und dem notierten Code).
- Technisch gibt es nun zwei AP's (Haupt-AP und Repeater) mit der gleichen SSID und dem gleichen Passwort. Der Laptop verbindet sich dann (idealerweise, s.u.) mit dem jeweils stärksten vorhandenen AP. Dabei werden in jedem Fall die IP-Einstellungen des Haupt-AP verwendet - feste IP-Adressen und DHCP-IP-Adressräume des Haupt-AP werden also 1:1 weitergereicht.
- Will man Änderungen an der Konfiguration des Repeaters vornehmen, braucht man nur die IP 192.168.1.254 aufrufen. Dort kann man auch den Zugang zum Repeater mit einem eigenen Passwort sperren (sonst: "admin" / "admin").
- Der offene Zugang zum Repeater über die SSID "Repeater" ist übrigens nur bei der erstmaligen Einrichtung verfügbar - hat man sich irgendwo vertan und kommt nicht mehr in die Konfiguration, genügt aber ein einfacher Reset, dann werden alle IP-Einstellungen und Passworte wieder auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt.
4. Wirkung
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In der bisherigen Wohnung mit teilweise sehr problematischen Wänden (Gipskarton mit Metallarmierungen) konnte ich die Reichweite des WLAN-Netzwerks so erhöhen, dass nun in allen Räumen WLAN-Zugang besteht. In meinem neuen Haus komme ich mit dem Repeater prima "um ein Blechdach" herum, das zwischen AP und einem Endgerät die Datenübertragung verhindert hatte.
Der Repeater hat aber dennoch tatsächlich keinen besonders starken Sender, über ca. 20m außerhalb des Hauses hinaus ist er nicht mehr zu orten. Wer damit besonders große Distanzen überbrücken will, sollte es wohl besser mit etwas anderem probieren (z.B. Yagi-Antennen, Verstärkern - dadurch können aber fernmelderechtliche Probleme entstehen...). Das ganze Gerät hat aber auch nur 1W Verbrauch im Normalbetrieb - weniger als manches Gerät im Standby.
5. Fallstricke
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Es gibt aber auch Fallstricke:
- Entspricht der IP-Adressraum des Haupt-AP nicht dem Muster 192.168.1.xxx (z.B. standardmäßig bei den Speedport-Geräten der Telekom: 192.168.178.xxx), so ist später ein Zugriff auf die Konfiguration des Repeaters nicht mehr ohne weiteres möglich, da die IP des Repeaters 192.168.1.254 außerhalb des Adressraumes liegt. In diesem Fall kann aber der Haupt-AP einfach vorübergehend ausgeschaltet werden, dann verwendet der Repeater einen eigenen DHCP-Server und man kann wieder das Konfigurationsmenü unter 192.168.1.254 aufrufen (vorausgesetzt am Endgerät ist der automatische Bezug von IP-Adresse, Gateway und DNS etc. eingestellt). Anschließend kann man in der Konfiguration auch die IP des Repeaters so verändern, so dass sie brav im Adressraum des Haupt-AP liegt und den Haupt-AP wieder einschalten. Das ist zumindest für Laien aber durchaus kompliziert und gerade bei den sehr verbreiteten Telekom-Routern natürlich regelmäßig anzutreffen. Die Vergabe der eigenen IP des Repeaters hätte Huawei daher m.E. besser automatisch an dem verwendeten Haupt-AP ausgerichtet (zumindest bei einem DHCP-Server im Netzwerk).
- Auch wenn der IP-Adressraum passt, kann die IP des Repeaters mit einer im Netzwerk bereits vergebenen IP-Adresse kollidieren. Dann ist keines der beiden betroffenen Geräte mehr im Netzwerk aufrufbar (Lösung wie oben - Haupt-AP ausschalten, dann IP des Repeaters manuell ändern). Auch aus diesem Grund hätte Huawei die Vergabe der eigenen IP des Repeaters m.E. besser automatisch an dem verwendeten Haupt-AP ausgerichtet (z.B. über DHCP).
- Das Samsung Galaxy Ace meiner Frau konnte sich nach der Einrichtung des Repeaters zwar automatisch mit dem Repeater verbinden, eine Datenübertragung fand aber aus unerfindlichen Gründen trotzdem nicht statt. Dazu musste ich die Verbindung in den WLAN-Einstellungen des Galaxy erst insgesamt löschen und neu einrichten.
- Bei Sonderzeichen innerhalb des WLAN-Passworts und der SSID des Haupt-AP kommt es u.U. zu Verbindungsproblemen - das konnte ich aber nicht prüfen, da ich aus verschiedenen Gründen keine Sonderzeichen in SSID und Code verwendet habe.
- Der automatische Wechsel zwischen den beiden AP's (Haupt-AP und Repeater) kann schließlich eingeschränkt sein: Manche WLAN-Adapter in Endgeräten kennen überhaupt kein Roaming, bei anderen ist als (rudimentäres) Sicherheitsmerkmal eine "obligatorische IP" des Accesspoints voreingestellt, aber immerhin abwählbar. Das ist aber kein Problem des Repeaters, sondern des Endgeräts.
- Ist am Haupt-AP eine Filterung der MAC-Adresse eingestellt, muss diese Filterung zunächst deaktiviert werden, sonst kann sich der Repeater nicht am Haupt-AP anmelden. Tipp: MAC-Filterung einfach ausgeschaltet lassen, denn die Filterung führt zu praktisch keiner zusätzlichen Sicherheit (die eigene MAC-Adresse kann nämlich praktisch nach Belieben verändert werden). Das ist aber ebenfalls kein Problem des Repeaters.
6. Ergebnis
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Wertung
+ Schnuckelige Kiste
+ Extrem einfache Ersteinrichtung in sicherlich 98% der Fälle
+ Sehr niedriger Energieverbrauch
+ Für mich völlig ausreichende Reichweitenerhöhung
- Allerdings nicht für besonders hohe Reichweiten geeignet
- Bei manchen Endgeräten muss die WLAN-Verbindung nach Einrichtung des Repeaters neu aufgesetzt werden
- Bei besonderen Konstellationen (IP-Adressraum im Netzwerk anders 192.168.1.xxx oder die IP-Adresse 192.168.1.254 des Repeaters ist im Netzwerk bereits anderweitig belegt) ist ein späterer Zugriff auf die Konfiguration des Repeaters nur etwas erschwert möglich. Das hat im Normalbetrieb aber regelmäßig keine Auswirkungen auf die Funktion oder Sicherheit.
Alles in allem trotz der kleinen Problemchen ein absolut empfehlenswertes Gerät.
Vorbeugende Empfehlungen
Um evtl. Problemen von vornherein aus dem Weg zu gehen, wenn möglich einfach _vor_ Beginn der Einrichtung des Repeaters folgende Maßnahmen im Netzwerk ergreifen:
- Verschlüsselung des Haupt-AP auf WPA2/AES einstellen, mindestens 20 Zeichen Passwort, Passwort und SSID ohne Sonderzeichen
- IP-Adressraum des Haupt-AP auf den Bereich 192.168.1.xxx einstellen (i.d.R. genügt es, die IP-Adresse des Haupt-AP auf 192.168.1.1 einzustellen)
- DHCP-Server des Haupt-AP einschalten, z.B.
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