Passable Singer/Songwriter gibts heutzutage wie Sand am Meer, und alle werden sie mehr oder weniger über den grünen Klee gelobt. Vielleicht liegts an seinem unscheinbaren Namen, dass Howie Beck bisher noch keine grösseren Wellen schlagen konnte. Immerhin wurde POP & CRASH in Kanada als starkes Indie-Pop-Debüt gelobt, der Nachfolger HOLLOW erntete auch in Europa Anerkennung, und der dritte Streich - schlicht HOWIE BECK betitelt - könnte nun sein Durchbruch sein.
Fast 5 Jahre hat die Fertigstellung gedauert, doch das Warten hat sich gelohnt - abgesehen davon, dass der Mann meiner Meinung nach sowieso noch nie einen schlechten Song veröffentlicht hat, und die Produktion seiner Platten über jeden Zweifel erhaben ist (niemand kriegt die Mischung aus blankpoliert & naturbelassen besser hin), ist hier auch die bisher grösste stilistische Bandbreite erkennbar. War HOLLOW grösstenteils doch recht schwermütig (wenngleich auf hohem Niveau), so ist dieses Album deutlich abwechslungsreicher, und hält zeitweise sogar Bossa-Nova-Rhythmen und Banjos für den Hörer bereit. Wie immer hat Beck diese Effekte jedoch sehr gezielt und songdienlich eingesetzt.
Howie Beck ist einer der wenigen Songwriter die traurige Songs schreiben können, welche dennoch nicht runterziehen, im Gegenteil. Seine Songs sind bei aller Melancholie immer noch "uplifting", und die handwerkliche Qualität ist mehr als überzeugend.