Ich-Erzählerin Katie Carr ist Ärztin, Mutter von zwei Kindern, hat eine Affäre und verkündet via Handy ihrem Mann, dass sie sich nach 22 Jahren Ehe scheiden lassen will. Doch so einfach will sich der gehörnte nicht abservieren lassen. Er benutzt die gemeinsamen Kinder, um Katie Schuldgefühle bis zum geht nicht mehr einzujagen, so dass sie es schließlich nicht mehr wagt, ihre Ankündigung in die Tat umzusetzen.
Alles ändert sich, als der zynische und lieblose David auf einmal zum frauenverstehenden, theaterliebenden Weltverbesserer mutiert. Grund: sein Besuch beim esoterischen Wunderheiler DJ GoodNews, der David davon überzeugt hat, dass nur Liebe und Mitmenschlichkeit zu einem besseren Leben führen. Und da GoodNews gerade in finanziellen Nöten ist, zieht er auch gleich bei den Carrs ein. Schon bald wünscht sich Katie, dass ihr Mann immer noch der frustrierte Miesepeter von vor seiner Bekehrung wäre. Denn zusammen mit GoodNews, der ungefähr genauso verplant und chaotisch ist wie Spike, der Mitbewohner von Hugh Grant aus "Notting Hill", hat er es sich in den Kopf gesetzt, die gesamte Nachbarschaft davon zu überzeugen, einen obdachlosen Jugendlichen bei sich aufzunehmen. Und je mehr GoodNews und David ihre Pläne in die Tat umsetzen, desto mehr nähert sich Katie dem Nervenzusammenbruch.
"How to be Good" ist zum Brüllen komisch. Wenn die fassungslose Katie die mehr und mehr sinnfreien Wohltätigkeitsattacken ihres Mannes kommentiert, kommen einem vor lachen einfach die Tränen. Und DJ GoodNews hätte Hornby eigentlich einen eigenen Roman gönnen können.
Dennoch ist de Roman keine Kömodie, sondern ein Buch über Liebe, Leid, Einsamkeit und die unendlich schwierige Aufgabe, ein glückliches Leben zu führen. Mein Lieblingssatz des Romans ist: "It seems to me now that the plain state of being human is dramatic enough for anyone; you don't need to be a heroine addict or a performance poet to experience extremity. You just have to love someone" (111). Kurz und knapp hat Hornby hier eines der Mysterien menschlicher Existenz auf den Punkt gebracht.
Fazit: Zum Denken und zum Lachen. Hornby ist einer der Wenigen der diese Mischung perfekt beherrscht. Ein toller Roman!